Wer die Favoriten für den olympischen Super-G der Damen in San Sicario ermitteln will, muss sich nur die Siegerinnen der Weltcup-Rennen vor Augen führen. Lediglich eine gewann in dieser Saison gleich zwei Rennen und führt damit auch die Weltcup-Wertung an: Michaela Dorfmeister. Die Österreicherin war darüber hinaus noch die konstanteste Speedfahrerin im Feld und hat in der Abfahrt bereits demonstriert, dass ihr auch der Hang liegt.

Nur Dorfmeister gewann zweimal
Es könnten also die Spiele von Dorfmeister werden, doch hat sie auch starke Konkurrentinnen. Die Siegerliste des Super-G liest sich wie das Who-is-Who der Ski-Szene: Anja Pärson gewann in Cortina d' Ampezzo, Janica Kostelic in Bad Kleinkirchheim, Nadia Styger in Aspen und Alexandra Meissnitzer in Lake Louise. Nur wenige große Namen fehlen noch in dieser Aufreihung: Renate Götschl etwa, die sich nach der verpassten Medaille in der Abfahrt nun im Super-G schadlos halten will. Oder Lindsey Kildow, die bis zum Sonntag, den 19. Februar, ihren Sturz aus dem Abfahrtstraining wohl wieder verarbeitet haben wird.



Holt Weltmeisterin Pärson den Titel?
Vielleicht sehen wir aber auch einen ähnlichen Ausgang wie bei der Weltmeisterschaft vor einem Jahr, die auch in Italien stattfand. In Santa Caterina holte sich Pärson den Titel - vor Lokalmatadorin Lucia Recchia und der Amerikanerin Julia Mancuso. Besonders auf Mancuso wird zu achten sein, denn sie ist pünktlich zum Großereignis wieder in Top-Form. Die Tifosi freuen sich nicht nur auf Recchia, sondern erwarten viel von den jungen Fanchini-Schwestern, die ihr großes Potential bereits vielfach angedeutet haben. Eine Medaille vor eigenem Publikum wäre für die beiden Talente der bislang größte Erfolg.

Italien hofft auf Edelmetall
Wenig Hoffnung kann sich Daniela Ceccarelli machen, ihren Titel von vor vier Jahren zu verteidigen. In Salt Lake City landete sie vor Janica Kostelic und Karen Putzer auf dem Goldrang - ein Feiertag für Italien. Doch vielleicht ist auch der Sonntag wieder ein Tag zum Jubeln für den Gastgeber.

Ertl-Renz und Haltmayr vertreten deutsche Farben
Nach ihrem sechsten Platz in der Abfahrt kann Petra Haltmayr mit breiter Brust beim Super-G antreten. Eine Medaille wird weder von ihr, noch von Martina Ertl-Renz erwartet - doch haben beide an einem perfekten Tag durchaus die Möglichkeit, unter die besten Fünf zu kommen.