Bei der olympischen Abfahrt der Damen gab es am Mittwoch keine überraschende Siegerin. Mit Michaela Dorfmeister gewann die große Favoritin Gold. Die Österreicherin benötigte 01:56.49 Minuten für ihre Siegesfahrt und war damit 0,37 Sekunden schneller als Martina Schild (SUI), die überraschend Silber gewann. Bronze ging an Anja Pärson aus Schweden (+0,64). Petra Haltmayr aus Deutschland erreichte einen guten sechsten Rang.

Anspruchsvolle Strecke
Nachdem die Damen im Vorjahr bei der Generalprobe die Strecke in San Sicario als zu leicht empfanden, wurden diverse Veränderungen an der Piste vorgenommen. 2006 präsentierte sich die Strecke als sehr tückisch, denn viele Wellen, die schwer zu erkennen waren, sowie ein zusätzlicher Sprung erschwerten die Aufgabe für die Skirennläuferinnen. Zudem machte diffuses Licht im oberen Teil den Athletinnen zu schaffen.

Dorfmeister verdiente Siegerin
Michaela Dorfmeister war an diesem Tag nicht zu schlagen. Die Österreicherin hat in dieser Saison bereits den Abfahrts-Weltcup für sich entschieden und ging als große Favoritin in das Rennen. Dies bestätigte sie dann eindrucksvoll. Von oben bis unten gelang der 32-Jährigen eine grandiose Fahrt und holte damit verdient die Goldmedaille. Trotz schlechter Sicht riskierte Dorfmeister viel und wählte die beste Linie. Es war nach Annemarie Moser-Pröll 1980 das erste Abfahrts-Gold bei Olympia für die ÖSV-Damen. Im Zielraum verdrückte Dorfmeister dann auch die eine oder andere Freudenträne. Damit krönte sie ihre Karriere mit dem ersten Olympiasieg ihrer Laufbahn.



Martina Schild bestätigt Trainingsleistungen
Schon in den Trainings zeigte die Schweizerin Martina Schild mit vorderen Platzierungen auf. Dies bestätigte sie im Rennen und gewann etwas überraschend die Silbermedaille. Nach Bruno Kernen darf sich die Schweiz damit bereits über das zweite Edelmetall in den alpinen Wettbewerben freuen. Nadia Styger als Fünfte komplettierte das gute Abschneiden der Schweizer Ski-Asse.

Pärson knapp vor Götschl
Hauchdünn war die Entscheidung um die Bronzemedaille. Die Schwedin Anja Pärson hatte am Ende die Nase vorn, Renate Götschl (AUT) musste mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen. Im oberen Teil der Strecke war Götschl noch vorne, doch dann verspielte die Speed-Queen durch einige Fehler im Mittelteil eine Medaille und war am Ende sieben Hundertstel hinter Pärson. Nun muss die ÖSV-Fahrerin auf den Super-G am Sonntag hoffen.

Gute Leistung von Petra Haltmayr
Eine ordentliche Leistung zeigte Petra Haltmayr. Die 30-Jährige war die einzige deutsche Starterin und zeigte, dass sie mit der Strecke gut zurecht kam. Mit der Startnummer 19 ging sie in das Rennen und übernahm zu diesem Zeitpuntkt sogar die Führung. Sie hatte lediglich kleine Fehler in ihrem Lauf und wurde am Ende mit dem sechsten Rang belohnt.

Kildow und Montillet-Carles am Start
Lindsey Kildow (USA) und Carole Montille-Carles (FRA) stürzten beim zweiten Training am Montag und verletzten sich. Beide mussten das Training am Dienstag auslassen, gingen aber dennoch an den Start. Während Lindsey Kildow soagr unter die ersten zehn kam und gute Achte wurde, hatte Montillet-Carles mehr Probleme und kam mit über vier Sekunden Rückstand ins Ziel. Für beide zählte nach den Stürzen aber die Überwindung und das Bezwingen der Strecke. Dies war ihnen gelungen.

Kostelic verzichtet
Janica Kostelic (CRO) dagegen verzichtete auf einen Start bei der Abfahrt. Sie musste schon das Abschlusstraining auslassen und hatte am Mittwoch eine stark erhöhte Herzfrequenz. Die Kombination am Freitag, der nächste Wettbewerb der alpinen Ski-Damen, will die Kroatin aber wieder in Angriff nehmen.