In einem dramatischen Finale hat sich der Amerikaner Ted Ligety die olympische Goldmedaille in der Kombination gesichert. Nach drei Durchgängen war Ligety in 3:09.35 Minuten eine gute halbe Sekunde schneller als der Kroate Ivica Kostelic (3:09.88 Min.). Bronze sicherte sich der Österreicher Rainer Schönfelder (3:10.67 Min.). Deutsche Teilnehmer waren nicht am Start.

Erneute Überraschung in Sestriere
Dabei waren zu Beginn der Veranstaltung ganz andere Namen als mögliche Nachfolger des Siegers von Salt Lake City 2002, Kjetil Andre Aamodt, gehandelt worden. Aamodt selbst konnte wegen seiner Knieprobleme nach der olympischen Abfahrt den Titel nicht verteidigen. Dadurch standen anfänglich die weiteren Medaillengewinner von 2002, Bode Miller (USA) und Benjamin Raich (AUT) im Fokus. Doch am Ende kam alles anders. Miller überzeugte in der Abfahrt als Schnellster, um dann im ersten Slalom-Durchgang nach einem Einfädler disqualifiziert zu werden. Dabei lag er klar auf Goldkurs. Benjamin Raich übernahm daraufhin die Führung, brachte aber seinen letzten Durchgang nicht ins Ziel. So konnten am Ende andere jubeln.

Abfahrt: Defago stark
Der Modus der oympischen Kombination, mit zwei Slalom-Durchgängen und einem vorhergehenden Abfahrtslauf, brachte die Techniker klar in Vorteil. Daher waren auch nur wenige Top-Abfahrer bei der Kombination am Start. Von den Medaillengewinnern vom Sonntag hatte nur Michael Walchhofer gemeldet - und er konnte seine Chance nicht nutzen und wurde in diesem Feld nur Fünfter. Später schied der Mann aus Zauchensee sogar aus. Überraschend gut konnten dagegen die Techniker Schönfelder und Kostelic auf den Rängen neun und 14 abschneiden, was ihnen später sogar zu Medaillen verhelfen sollte. Hinter dem Abfahrtsschnellsten Bode Miller platzierte sich Didier Defago aus der Schweiz als Zweiter vor Peter Fill (ITA) und Aksel-Lund Svindal (NOR). Sowohl der Schweizer wie der Norweger schieden aber später aus, Fill erreichte insgesamt immerhin Rang neun.



Ligety in Slalom eine Klasse für sich
Doch im Slalom fielen die Speedfahrer schnell weit zurück, sodass die Entscheidung unter den Slalom-Spezialisten fiel. Dabei konnte Ligety mit zwei furiosen Läufen zurecht die Goldmedaille feiern, denn er war an diesem Tag klar der Beste. Nach Platz 32 in der Abfahrt und einer Hypothek von fast drei Sekunden kannte er nur das maximale Risiko und triumphierte nach zwei fehlerfreien Fahrten. So feierte der Amerikaner seinen ersten großen Sieg ausgerechnet bei den Olympischen Spielen - im Weltcup konnte er bislang noch nicht gewinnen. Nur einer konnte ihm im Slalom ansatzweise Paroli bieten: Der junge Franzose Jean-Baptiste Grange legte im letzten Durchgang die Bestzeit hin, eine Hundertstel vor dem Amerikaner. Auch Giorgio Rocca, immerhin fünffacher Slalom-Sieger in dieser Saison, konnte vor heimischem Publikum nicht so glänzen und belegte am Ende Rang fünf.

Schönfelder verspielt Siegchance
Nicht zufrieden mit seinem ersten Slalom-Durchgang zeigte sich Rainer Schönfelder. Dort verlor er sehr viel Zeit und wirkte nicht aggressiv genug. Am Ende profitierte er aber noch vom Ausfall des Landsmanns und konnte sich doch noch über eine Medaille freuen. Groß war der Jubel auch bei Silbermedaillengewinner Ivica Kostelic, der in allen Läufen überzeugend auftrat und so zurecht mit Edelmetall bedacht wurde. Für das österreichische Team kann die Bronzemedaille aber nur ein Trostpflaster sein. Auch nach zwei alpinen Wettbewerben wartet man in der Alpenrepublik weiter auf olympisches Gold. Mit dem Ausscheiden von Raich und Walchhofer, sowie dem schlechten Abschneiden von Mario Matt, der zurücksteigen musste und mit knapp 20 Sekunde Rückstand gewertet wurde, kann Team Austria nicht zufrieden sein.

Beinahe Edelmetall für die Schweiz
Gut schnitten dagegen die Eidgenossen ab. Zwar verfehlte deren Bester, Daniel Albrecht, als Vierter eine Medaille knapp, dennoch zeigte sich das Team stark und konnte mit Marc Berthod noch den Siebten stellen. Das sollte ihnen auch Mut für den Slalom machen. Ebenfalls überraschend stark zeigten sich die Tschechen, die drei Fahrer unter die besten 20 brachten. Deutsche Teilnehmer waren auch in der Kombination nicht am Start.