Für die Herren steht zwei Tage nach der Abfahrt gleich die nächste Entscheidung bei Olympia an. In der Kombination, bestehend aus einer Abfahrt und zwei Läufen im Slalom, wird der Nachfolger von Kjetil-Andre Aamodt aus Norwegen gesucht.

Zwei Slalomdurchgänge
Die Kombination am Dienstag wird nach dem alten Modus im Weltcup ausgetragen. Während in dieser Saison die Super-Kombination mit einer verkürzten Abfahrt und nur einem Slalom-Durchgang im Weltcup zunehmend die Überhand gewinnt, wird bei Olympia die traditionelle Kombination mit einer Abfahrt und zwei Slalom-Läufen durchgeführt. Das bevorteilt die Slalom-Experten, die bei zwei Durchgängen deutlich mehr Zeit gutmachen können als die Abfahrer.

Raich der große Favorit
Raich hat in dieser Saison die letzten drei ausgefahrenen Kombinationen in Wengen, Kitzbühel und Chamonix für sich entschieden und ist aufgrund dieser Tatsache der haushohe Favorit. Auch seine bisherigen Slalom-Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Denn wenn der Pitztaler ins Ziel kam, war er immer auf dem Podest. Während Raich bei der Weltmeisterschaft 2005 in Bormio fünf Medaillen, darunter zweimal Gold, einheimste, fehlt dem Allrounder noch eine olympische Goldmedaille. Die größten Chancen darauf hat er wohl in der Kombination am Dienstag.



Aamodt kann Titel nicht verteidigen
Kjetil-Andre Aamodt wird seinen Kombinationstitel von 2002 nicht verteidigen können. Der Norweger laboriert an einer Knie-Verletzung, die er sich am Sonntag bei der Abfahrt zugezogen hatte und wird die Kombination am Dienstag auslassen müssen. Noch bei der Abfahrt belegte Aamodt den vierten Rang und war gut in Form. Sein Landsmann Aksel Lund Svindal könnte dagegen die Nachfolge Aamodts antreten, denn der Allrounder ist einer der Favoriten für Dienstag.

Unberechenbarer Miller
Wie immer schwer auszurechnen sein wird der US-Amerikaner Bode Miller. Bei der Abfahrt am Sonntag zeigte er eine gute Leistung und verfehlte die Bronzemedaille nur um elf Hundertstel Sekunden. Im Slalom schied Miller allerdings in dieser Saison des öfteren aus. Bringt der amtierende Gesamt-Weltcupsieger allerdings die Abfahrt sowie beide Slalom-Läufe gut herunter, ist er der große Gegenspieler zu Raich. Dann könnte es zu einem spannenden Duell kommen.

Walchhofer und Schönfelder mit Chancen
Gute Chancen haben zwei weitere ÖSV-Athleten. Michael Walchhofer gewann die Super-Kombination in Val d'Isere und wurde jeweils in Wengen und Chamonix Vierter. Doch durch die beiden Slalom-Läufe wird Walchhofer in der Abfahrt einiges an Vorsprung herausfahren müssen, um eine Chance haben zu wollen. Bessere Möglichkeiten dürfte wohl Rainer Schönfelder haben, der zuletzt in Chamonix als Zweiter auf dem Podest stand und durch die Slalom-Durchgänge begünstigt sein wird.

Langer Tag
Die Kombinierer stehen am Dienstag vor einem langen Tag. Zunächst steht morgens die Besichtigung der Abfahrts-Strecke an, bevor um 12.00 Uhr die Abfahrt gestartet wird. Die beiden Slalom-Durchgänge sind für 17.00 Uhr und 19.30 Uhr angesetzt. Erst dann wird der Olympiasieger 2006 in der Kombination feststehen.