Die beiden deutschen Olympia-Teilnehmer, Felix Neureuther und Alois Vogl, äußern sich zu ihrer bisherigen Saison und wagen einen Ausblick auf Olympia.

Felix Neureuther
"Die Vorbereitung auf die Olympia-Saison war nicht gerade optimal. Zweimal verletzte ich mich am rechten Sprunggelenk und musste deshalb mehrere Wochen pausieren. Umso motivierender war dann jedoch der elfte Platz gleich im ersten Slalom-Rennen der Saison.
Die Platzierung gab mir Selbstvertrauen und stimmte mich zuversichtlich, mit einem zweiten Resultat unter den Top 15 die Qualifikation für die Olympischen Spiele schon bald zu schaffen. Leider zog ich mir kurze Zeit später bei einem Europacup-Rennen in St. Vigil eine Knochenabsplitterung am rechten Handgelenk zu. Zwar konnte ich die darauf folgenden Rennen mit Hilfe einer Schiene bestreiten, musste aber aufgrund der Verletzung meinen Fahrstil ändern. Die Folge war, dass meine Position auf dem Ski nicht mehr optimal war. Dennoch fuhr ich auf Platz 20 in Kranjska Gora und wurde 19. in Adelboden. Nach den Rennen in Garmisch- Partenkirchen konnte ich endlich mit der Mobilisierung der Hand beginnen, vorher wäre das Risiko einer erneuten Verletzung einfach zu groß gewesen. Ich bin zuversichtlich, dass ich bis zu den olympischen Rennen wieder fit bin.
Mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen geht für mich ein Traum in Erfüllung. Ich will diese Chance unter allen Umständen nutzen und die Rennen mit vollem Einsatz bestreiten. Druck spüre ich keinen, denn bei den Olympischen Spielen werde ich sicherlich nicht als Favorit gehandelt. Für eine Überraschung bin ich aber in jedem Fall gut."

Alois Vogl
"Ich fahre mit einem guten Gefühl zu den Olympischen Spielen nach Turin. Denn nach den anfänglichen Startschwierigkeiten in die Saison, ist es mir in den letzen Wochen wieder gelungen, meine Slalom-Fähigkeiten in den Rennen umzusetzen. Grund für die Verzögerung waren Schwierigkeiten in der Vorbereitung. Im Herbst verletzte ich mich an der Hüfte, was eine vierwöchige Trainingspause nach sich zog, und so dauerte es in diesem Winter einfach länger, bis ich wieder an das Niveau des vergangenen Jahres anknüpfen konnte. Der neunte Platz in Adelboden gab mir die Sicherheit zurück, mit zwei soliden Läufen unter die Top-Ten fahren zu können. In Wengen riskierte ich schon mehr und landete mit Platz drei prompt auf dem Stockerl.
Mittlerweile spielt das Gelände keine große Rolle mehr, wenngleich mir steile Hänge und eisige Pisten besonders liegen. Hier kann ich neben meiner Erfahrung auch meine taktischen Fähigkeiten ausspielen. Denn zu meinen Stärken zählt es, einen Lauf einzuschätzen, zu sehen, wie man welche Passagen fahren kann, wo man die Ski laufen lassen kann und wo man zurückstecken muss.
Turin sind die zweiten Olympischen Spiele für mich. Allerdings konnte ich bei meiner ersten Teilnahme in Nagano 1998 nicht starten. Drei Tage vor dem Slalom zog ich mir bei einem Sturz eine Knochenabsplitterung am Ellenbogengelenk zu. Ich habe zwar noch versucht mit Gips zu fahren, aber das funktioniert einfach nicht. Ob ich in Turin als so genannter Favorit, Geheimfavorit oder Außenseiter gehandelt werde, ist mir egal. Ich versuche mein Rennen zu fahren, und damit um eine Medaille zu kämpfen. Denn die zählen bei den Olympischen Spielen."