Stephan Eberharter hat in seiner Karriere so ziemlich alles gewonnen, was es für einen Skirennläufer zu gewinnen gibt. Seit seinem Doppelsieg bei den Weltmeisterschaften 1991 gehört er zur Weltspitze. Zu den Highlights in Eberharters Laufbahn zählen die ewig jungen Duelle mit dessen Landsmann und Dauerrivalen Hermann Maier.

Seltene Vielseitigkeit:
Eberharter ist einer der wenigen Allrounder auf Weltniveau. Er verkörpert in Abfahrt, Super-G und eingeschränkt auch im Riesenslalom die absolute Weltklasse. Eberharter zählt in allen drei Disziplinen zu den Sieganwärtern. Allerdings stehen gerade beim ÖSV viele junge Talente in den Startlöchern und Fahrern wie z.B. Michael Walchhofer oder Benjamin Raich gehört die Zukunft. Nur fehlen den jungen Fahrern neben der Beständigkeit und der Erfahrung vor allen Dingen die Vielseitigkeit eines Stephan Eberharters. Durch sie hebt sich Eberharter von den vielen Erfolgreichen des Weltcups ab.

Erst Weltmeister, dann Langzeitverletzter:
Kometenhaft begann die Laufbahn des Stephan Eberharter 1991 mit dem Gewinn von zwei WM-Titeln im österreichischen Saalbach-Hinterglemm (Super-G und Kombination). Und so wäre es sicherlich weitergegangen, wenn den Tiroler nicht zahlreiche Verletzungen immer wieder zu Pausen gezwungen hätten. So verlor er insgesamt sechs Jahre seiner Karriere durch immer neue gesundheitliche Rückschläge.

Das Comeback 1997/98:
Erst in der Saison 1997/98 gelang ihm das Comeback in der Weltspitze. Und genau zu dieser Zeit wurde ein gewisser Hermann Maier auf den Skipisten der Welt berühmt. Seitdem hat Eberharter - vielfacher Weltcupsieger, sowie Weltmeister und Olympiasieger - im alpinen Skisport mehr erreicht, als manch eine Nation. Auch wenn viele der Meinung sind, dass ein unverletzter Eberharter noch sehr viel mehr hätte erreichen können; er kann auch so sehr zufrieden sein.

Olympia-Medallien und gemischte Gefühle:
Bronze in der Abfahrt, Silber im Super-G - da würde die große Mehrheit der Skifahrer des Weltcups in Freudentränen ausbrechen; Salt Lake City 2002 für den Steff also ein voller Erfolg? Da kann man getrost geteilter Meinung sein, schließlich ist der Zillertaler selbst sein größter Kritiker. Nach einer dermaßen überlegenen Saison, wie er sie im Weltcup 2001/02 hinter sich gebracht hat, da möchte man bei Olympia natürlich auch die 'Ernte' einfahren. Am Ende versöhnte er sich und seine Fans mit dem Gewinn der Riesenslalom-Golmedaille.

Weltcup-Gesamtsieg 2002 und 2003:
Doch in den Jahren 2002 und 2003 trat Eberharter endgültig aus dem Schatten des Herminators. Der Zillertaler war der Sieger im Kampf um diverse Kristallkugeln in den beiden Jahren. So sicherte er sich 2002 erstmals in seiner Karriere den Sieg im Gesamt-Weltcup, was er im folgenden Jahr wiederholte. Hinzu kamen jeweils die beiden 'kleinen' Kristallkugeln für den Gewinn der Weltcupwertungen Abfahrt und Super-G.

Erneuter Gewinn des Abfahrts-Weltcups:
Vor der Saison 2003/2004 war es lange Zeit nicht klar, ob Eberharter noch einmal zurückkommen würde. Doch der dann 34-jährige Zillertaler machte doch weiter und gewann dann am Ende tatsächlich noch einmal den Abfahrts-Weltcup. Und auch im Gesamt-Weltcup fuhr Eberharter bis zum Schluss um den Sieg mit, doch langte es am Ende 'nur' zum zweiten Platz hinter seinem Dauerrivalen Hermann Maier.

Steckbrief:
Geboren: 24.03.1969
Nation: Österreich
Heimatverein: WSV Zell am Ziller
Größe: 180cm
Gewicht: 84kg
Hobbies: Musik, Golf
Web: www.steff.at

Erfolge:
Richtig aufmerksam wurden die Journalisten auf Stephan Eberharter nach dessen erstem Weltcup-Auftritt: Beim Riesenslalom in Park City 1989 wurde der Zillertaler auf Anhieb Achter. Zudem gewann er in der Saison 1989/90 die Gesamtwertung des Europacup. Den ersten Weltcup-Podestplatz schaffte Eberharter 1990 in Valloire. In der letzten Saison holte er neun Weltcupsiege, in der laufenden bis dato sieben. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): DH (3), SG (2), GS (1)
1998 in Nagano (JPN): SG (ausgeschieden), GS (2)

Weltmeisterschaft:
2003 in St. Moritz (SUI): GS (23), SG (1), DH (5)
2001 in St. Anton (AUT): DH (7), SG (2)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): DH (5), SG (4), GS (ausg.)
1996 in Sierra Nevada (SPA): SG (ausgeschieden)
1991 in Saalbach (AUT): SG (1), K (1)

Weltcup:
Weltcup-Gesamtsieger 2002 und 2003
Weltcup-Disziplinen-Sieger in der Abfahrt 2002, 2003 und 2004
Weltcup-Disziplinen-Sieger Super-G 2002 und 2003
insgesamt 29 Weltcupsiege