Im zarten Alter von fünf Jahren entdeckte Carole Montillet zusammen mit ihrer Schwester die Liebe zum Skisport. In jeder freien Minute stand sie auf den Brettern, die für sie die Welt bedeuten.

Wettkämpfe schon im Kindesalter
Bereits mit acht Jahren begann Carole mit dem Wettkampf-sport, ihr erstes Rennen gewann sie im Alter von elf Jahren. Dies war ein Slalom auf Landesebene. Bis sie das Alter von 16 Jahren erreicht hatte, fuhr Montillet in allen Disziplinen, danach spezialisierte sie sich auf die Speed-Wettbewerbe. Ihr großes Vorbild war übrigens der Schweizer Pirmin Zurbriggen. "Er fuhr Ski wie eine Katze", so Montillet.

Weltcup Start 1991
Ihren ersten Weltcup-Auftritt konnte die Französin 1991 in Santa Caterina bejubeln. Als 18-Jährige gelang ihr auf Anhieb die Fahrt unter die besten 30 der Welt und sie sammelte ihre ersten Weltcup-Punkte. In zwei weiteren Rennen dieser Saison fuhr sie ebenfalls unbeschwert in die Punkte.

Vielversprechender Karrierebeginn
In der Saison 1992/93 machte sie das erste Mal auf sich aufmerksam, als sie bei der WM in Morioka (JAP) den achten Platz in der Abfahrt belegen konnte. Es folgte ein Podiumsplatz (3.) in Lillehammer, doch in den folgenden Jahren wollte ihr das einfach nicht nochmal gelingen. Durchschnittliche Ergebnisse ohne Highlights prägten die Jahre 1994 bis 1996.

Rückkehr zur Stärke ausgerechnet vor der WM 1997
Zu Beginn der Saison 1996/97 sah man dann eine überraschend starke Carole Montillet. Zwei Podiumsplätze in den ersten drei Rennen, aus dem Nichts fuhr sie sich zurück in die Weltspitze. In Sestriere 1997, Austragungsort der WM, fuhr Montillet auch überraschend stark. Im Super-G verpasste sie eine Medaille um wenige Hundertstel Sekunden und wurde vierte, in der Abfahrt belegt sie einen guten siebten Platz. Es folgten ein dritter und ein sechster Rang in Japan. Der Durchbruch war geschafft, einzig und allein ein Weltcup-Sieg fehlte ihr noch.

Lange wartete sie vergeblich
Nach drei schwachen Jahren 1998 bis 2000 schien Montillets Karriere ins Nichts zu laufen. Doch im Alter von 27 Jahren gelang der Französin nach über einem Jahrzehnt im Weltcup-Zirkus der erste Weltcup-Erfolg. Das geschah in der Saison 2000/2001 im Super-G-Rennen von Garmisch-Partenkirchen. Gerade einmal 18 Tage zuvor hatte sie im Super-G bei der WM in St. Anton (Österreich) einen beachtlichen fünften Rang erreicht. In Garmisch ließ sie bei ihrem Sieg Renate Götschl um eine Hundertstel Sekunde hinter sich. Ihre konstante Saisonleistung spiegelte sich in einem dritten Platz der Super-G-Gesamtwertung und Platz vier im Abfahrts-Weltcup wieder.

Seitdem eine feste Größe im Weltcup
Montillet entwickelte sich zur Spitzenathletin und feierte vor allem auf ihren Lieblingsstrecken in Lake Louise und Cortina d'Ampezzo Siege in Serie. Sie bekam 2003 die kleine Kristallkugel für den Gewinn des Super-G-Weltcups und belegte, trotz Spezialierung auf Speed-Disziplinen, in den Jahren 2003 und 2004 die Ränge fünf und sechs in der Gesamtweltcup-Wertung.

Olympische Medaillen
Carole Montillet hatte ihre ersten Erfahrungen mit den Olympischen Spielen als Vorläuferin 1992 in Albertville machen dürfen. Sechs Jahre später, nachdem sie 1994 bei den Ausscheidungen für das Abfahrtsrennen in Lillehammer der Teamkollegin Florence Masnada unterlegen war, feierte Carole ihr Olympia-Debüt für Frankreich in Nagano 1998. Dort belegte sie jeweils Platz 14 in Abfahrt und Super-G. Doch die Krönung folgte in Salt Lake City 2002. Mit der Goldmedaille erfüllte sich die sympathische Athletin, die am 07.04.1973 in Grenoble geboren wurde, einen ganz besonderen Traum.

Medaille Regine gewidmet
Der Tod ihrer Freundin, die im Herbst 2001 bei einem Trainingsunfall auf dem Pitztaler Gletscher mit dem deutschen Trainer Markus Anwander zusamengeprallt war, machte ihr schwer zu schaffen. Montillet sagte im Ziel nach dem Sieg von Snowbasin: "Im Training war ich nicht zufrieden. Aber heute lief es super. Ich wollte heute schnell fahren. Ich bin überglücklich, Regine Cavagnoud war heute mit mir auf den Skiern. Da ist jetzt nur noch Emotion pur in meinem Herzen."

Stark begonnen, dann Formkrise
Nicht zufrieden sein konnte die Französin mit der Saison 2004/2005, als sie zwar in Lake Louise mit Podestplätzen in den Winter startete, dann jedoch im weiteren Verlauf nicht mehr richtig in Schuss kam und der Spitze hinterher fuhr. Sowohl bei der WM in Bormio als auch zum Ende der Weltcup-Saison schaffte Montillet keinen Rang in den Top Ten mehr und haderte mit ihrer Form.

Kein Sieg in letzter Weltcup-Saison
Auch in der letzten Saison konnte die Französin nicht zu ihrer Bestform zurückfinden. Im Weltcup kam sie über zwei sechste Plätze nicht hinaus und auch bei den Olympischen Spielen war an die Titelverteidigung nicht zu denken. Im Super-G immerhin Fünfte, reichte es bei der Abfahrt nur zum 28. Rang. Als 20. des Abfahrts-Weltcups verabschiedete die schnelle Französin sich so von der Weltcup-Bühne.

Familie
Montillet's Familie lebt in La Plagne, Frankreich. Dort steht auch die Olympia-Bobbahn der Spiele von 1992 in Albertville. Ihre Schwester Christele bemüht sich im Skeleton um internationale Anerkennung. Carole ist innerhalb der Familie aber die erste Olympionikin. Nach dem Ende ihrer Skikarriere könnte sie sich auch eine Wettkampfzeit beim Telemarkskiing vorstellen. Mitte der 90er Jahre fand sie zu diesem Sport.

Steckbrief:
Geboren: am 07.04.1973 in Villard de Lans
Nation: Frankreich
Größe: 163 cm
Gewicht: 70 kg
Hobbys: Telemark, Street Hockey
Web: www.carolemontillet.com
Sprachen: Französisch, Englisch

Erfolge
Es folgt ein kurzer Blick auf die erfolgreiche Karriere von Carole Montillet. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (28), SG (5)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (1), SG (7), GS (18)
1998 in Nagano (JPN): SG (14), DH (14)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): Team (3), DH (21), SG (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): DH (7), SG (14), GS (19)
2001 in St. Anton (AUT): DH (10), SG (5)
1999 in Vail (USA): SG (15), DH (22)
1997 in Sestriere (ITA): DH (7), SG (4)
1996 in Sierra Nevada (SPA): SG (11), DH (20)
1993 in Morioka (JAP): DH (8)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Siegerin im Super-G 2003
insgesamt acht Weltcupsiege