Mit ihrem Sieg beim Damen-Slalom in Ofterschwang hat die Kroatin Janica Kostelic Skigeschichte geschrieben. Als erste Frau nach Petra Kronberger gelang es ihr, in allen fünf Disziplinen in einer Saison zu gewinnen. Hinter ihr kamen die Österreicherinnen Kathrin Zettel und Marlies Schild auf die Plätze zwei und drei. Beste Deutsche wurde Annemarie Gerg, die beim Heimrennen Platz fünf belegte.

Ausnahmestellung erneut belegt
Mit ihrem Sieg untermauerte Kostelic ihre Ausnahmestellung im alpinen Damen-Rennsport. Nachdem sie am Vortag noch von einer Grippe geschwächt das Finale verpasste, gelang ihr im ersten Durchgang ein guter Lauf, der sie auf den dritten Platz brachte - in Schlagdistanz zur führenden Schwedin Pärson. Im Finale fuhr Kostelic dann wie entfesselt und deklassierte die Konkurrenz, die nach dem ersten Lauf noch so dicht beieinander gelegen hatte, um über eine Sekunde. Fünf Tage vor Beginn der XX. Olympischen Winterspiele war dies eine beeindruckende Leistung der Kroatin, die damit nun alleinige Erste im Slalom-Weltcup und auch weiterhin Gesamtweltcupführende ist.

ÖSV-Armada belegt Plätze zwei bis vier
Dass die Österreicherinnen über mehr als drei gute Slalom-Fahrerinnen verfügen, bewies heute Michaela Kirchgasser. Mit engagierten Läufen, viel Mut zum Risiko und einer engen Linie fuhr sie durch den Stangenwald im Allgäu. Dennoch waren zwei Teamkolleginnen schneller als sie. Kathrin Zettel verpasste in Ofterschwang erneut als Zweite ihren ersten Sieg, Marlies Schild verspielte ihre Siegchancen in einem nicht gelungenen ersten Durchgang. Im Finale fuhr Schild dann wie enthemmt und übernahm zunächst trotz eines groben Patzers die Spitze. Am Ende reichte es immerhin zu Rang drei.

Licht und Schatten
Für die DSV-Aktiven hatte der Heim-Slalom im Allgäu gute und schlechte Seiten. Martina Ertl-Renz hatte im ersten Durchgang erhebliche Probleme im Steilstück, verlor den Rhythmus und schied wenige Tore vor Schluss aus. Monika Bergmann-Schmuderer klagte über Magenprobleme, ging aber dennoch an den Start. Bei der langen Strecke versagten ihr aber in beiden Läufen am Ende die Kräfte, sie musste sich daher mit dem 23. Platz zufrieden geben. Pech hatte auch Kathrin Hölzl, die sich mit einem couragierten Lauf trotz der hohen Startnummer 49 das Finalticket sicherte, im zweiten Durchgang dann aber einmal zurücksteigen musste und so viel Zeit verlor.

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Gerg knapp am Podium vorbei - Chmelar holt erstmals Punkte
Besser lief es für Fanny Chmelar, die erstmals in ihrer Karriere Weltcup-Punkte sammeln konnte. Furios war sie in Durchgang eins mit Startnummer 51 durch den Stangenwald geprescht und machte im Finale sogar noch einen Platz gut. "Besser geht es nicht," strahlte sie denn auch nach dem Rennen. Wie gut es derzeit bei Annemarie Gerg geht, ist hinlänglich bekannt. Auch in Ofterschwang gehörte sie wieder zu den Besten Slalom-Fahrerinnen und sicherte sich den fünften Platz. Zwar fehlt ihr bisher noch ein Platz auf dem Siegerpodest - vielleicht hat sie sich diesen aber auch für das Olympische Rennen aufgehoben.

Starke Schwedinnen nicht belohnt
Zu den Favoritinnen bei Olympia werden sicher auch die Athletinnen aus Schweden zählen. In Ofterschwang zeigten sich erneut stark, wurden aber für ihren Einsatz nicht belohnt. Anja Pärson riskierte im Finale alles, um die Bestzeit von Kostelic noch zu unterbieten - und fädelte ein. Auch Maria Pietilae-Holmner wurde eine gute Platzierung verwehrt, als sie wegrutschte und ausschied. So kamen mit Anna Ottosson auf Rang sieben und Therese Borssen auf Platz 12 nur zwei Schwedinnen in die Wertung. Auch Anja Pärson hat in diesem Winter noch alle Chancen auf einen 'Grand Slam'. Ihr fehlt nur noch ein Triumph in der Super-Kombination, um auch alle Disziplinen siegreich bestritten zu haben.

Ofterschwang überzeugt FIS
Mit den guten Auftritten bei den Rennen im Allgäu haben die Organisatoren offenbar die FIS überzeugt und werden in zwei Jahren anscheinend wieder Weltcup-Rennen ausrichten dürfen. Auch beim Slalom fanden die Athleten wieder eine perfekt präparierte Piste vor, die auch für die letzten Starterinnen noch alle Möglichkeiten offen ließ. Auch die Stimmung der Zuschauer beim letzten Ski-Event war wieder sehr gut.