Beim ersten Riesenslalom der Damen in Ofterschwang hat sich Maria Jose Rienda-Contreras aus Spanien in beeindruckender Manier den Sieg gesichert. Mit zwei Laufbestzeiten deklassierte sie die Konkurrenz und meldete bei der vorletzten Entscheidung in dieser Disziplin vor Olympia ihren Führungsanspruch an. Mit 2:19.52 Minuten war Rienda-Contreras am Ende 64 Hundertstel vor Anja Pärson (SWE, 2:20.16 Min.) und der Österreicherin Kathrin Zettel (2:20.38 Min.).

Spanischer Jubel im Ziel
Vor strahlendem Himmel und weißen Landschaften im Allgäu fand das erste von drei Rennen am Ofterschwanger Horn statt. Beim Ersatzlauf für das ausgefallene Rennen in Maribor (SLO) zeigte sich auch die Piste in hervorragendem Zustand. Diesen wusste vor allen Rienda-Contreras zu nutzen. Sie fand die ideale Mischung zwischen aggressivem Fahrstil und weichem Kanteneinsatz und setzte mit Startnummer drei eine Bestzeit, die niemand mehr erreichen konnte. Vor allem der Mittelteil wurde von keiner Fahrerin so gut genommen, wie von der Spanierin. Auch im Finale ließ sie nichts mehr anbrennen und setzte voll auf Sieg. Im Ziel konnte sie befreit aufjubeln - nachdem sie zuletzt in Cortina d' Ampezzo unglücklich ausfiel und den Sieg verlor.

Pärson stark, aber ohne Siegchance
Ebenfalls in Olympiaform präsentierte sich Anja Pärson. Die Führende des Riesenslalom-Weltcups legte im ersten Lauf die zweitbeste, im Finale dann die drittbeste Laufzeit auf den Ofterschwanger Schnee - für den Sieg reichte das heute aber nicht. Dennoch konnte sie ihre Führung im Disziplinen-Weltcup mit dem zweiten Platz ausbauen ,da ihre schärfste Konkurrentin Janica Kostelic (CRO) heute als 14. nicht überzeugen konnte. Im Gesamtweltcup führt die Kroatin aber weiterhin souverän.

Anzeige


Starkes ÖSV-Duo
Die Österreicherinnen können auch kurz vor Olympia auf die Stärke von Kathrin Zettel bauen. Zwar konnte sie erneut keinen Sieg feiern, dennoch gelangen Zettel wieder zwei starke Läufe, die sie im Schlussklassement auf das Podest brachten - noch vor ihrer Teamkollegin Nicole Hosp, der Siegerin von Cortina d' Ampezzo. Im internen Kampf um einen Olympia-Startplatz konnte sich Michaela Kirchgasser empfehlen, die als Neunte noch vor den internen Konkurrentinnen Andrea Fischbacher und Marlies Schild ins Ziel kam. Schild dürfte aber wie Zettel und Hosp einen Startplatz in Turin sicher haben.

Vier DSV-Fahrerinnen in den Punkten
Vor heimischem Publikum hatten sich die DSV-Damen einiges ausgerechnet, am Ende war erneut Martina Ertl-Renz beste Deutsche auf Rang 21. Auch Annemarie Gerg war mit ihren beiden Läufen nicht zufrieden und wurde am Ende 29. Es gab aber auch zwei Lichblicke aus deutscher Sicht: Die Nachwuchsfahrerinnen Kathrin Hölzl und Carolin Fernsebner qualifizierten sich trotz hoher Startnummern für das Finale und wurden dafür als 23. und 26. auch mit Weltcup-Punkten belohnt. Nur Veronikla Staber verpasste den zweiten Durchgang als 37.

Blieningers Olympia-Traum geplatzt
Ausgerechnet beim Heimrennen musste der DSV dagegen noch einen herben Rückschlag verkraften: Anja Blieninger vom TSV Altenau erlitt bei einem Sturz beim Einfahren nach Angaben des Verbands einen Bruch des rechten Handgelenks, sowie einen knöchernen Bandausriss von der Halswirbelsäule zum Hinterkopf, eine Schädelprellung und Schürfwunden im Gesicht. Damit fällt sie für den Rest der Saison aus und verpasst trotz sportlicher Qualifikation auch die Olympischen Spiele in Turin.