Herzlich willkommen zum letzten Teil unserer Serie rund um den Winterurlaub im Schnee. Jetzt ist es endlich soweit: Nach gründlichem Studium der verschiedenen Angebote sind Sie gut vorbereitet - und nach hoffentlich problemloser Anreise - an Ihrem Urlaubsziel angekommen. Jetzt stehen Urlaubsspaß und Relaxen auf dem Programm. Damit Sie die Ferien im Schnee wirklich in vollen Zügen genießen können, haben wir zum Abschluss einige nützliche Tipps für die konkrete Urlaubsgestaltung vor Ort zusammengetragen.

Der erste Tag auf der Piste
Auch wenn die Versuchung groß ist, sich sofort auf die Piste zu begeben und jede Minute des Urlaubs voll auszukosten, sollte man langsam ins Schneevergnügen starten. Der Körper braucht einige Zeit, um sich an die klimatischen Bedingungen im Gebirge zu gewöhnen. Je besser es um die eigene Fitness bestellt ist, desto reibungsloser und schneller klappt die Anpassung. Hier zahlt sich die Skigymnastik in den Wochen vor Reiseantritt direkt zum ersten Mal aus!

Und auch oben auf dem Berg geht es nicht direkt los: Vor der ersten Abfahrt ist zunächst Aufwärmen angesagt - schließlich haben Sie sich nicht vor jedem heimischen Fitnesstraining aufgewärmt, um sich jetzt bei der ersten Gelegenheit eine Zerrung oder Schlimmeres zuzuziehen. Besonders in der Gruppe lässt sich das Aufwärmen spielerisch gestalten: Beispielsweise kann man über eine kurze Strecke um die Wette zu den Skiern sprinten oder Buchstaben in den Neuschnee stapfen. Wer alleine unterwegs ist, kann sich auch einfach kurz warmhüpfen. Übrigens sind ein paar schnelle Aufwärmübungen nicht nur vor der ersten Skifahrt des Tages sinnvoll, sondern auch nach jeder längeren Pause (zum Beispiel einer Rast auf der Skihütte).

Speziell am ersten Tag sollte man sich seine Kräfte gut einteilen und im Zweifelsfall lieber die letzte Abfahrt auslassen: Überdurchschnittlich viele Skiunfälle ereignen sich nämlich am späteren Nachmittag, wenn die Skiläufer müde und unkonzentriert sind.

Skischule - in jedem Alter sinnvoll
Auch wenn der letzte Schulbesuch schon eine ganze Weile her ist, kann es sich in jedem Fall lohnen, bei der örtlichen Skischule vorbeizuschauen. Dort ist kein dumpfes Pauken angesagt, sondern lockere, spielerische Wissensvermittlung und jede Menge Praxis auf der Piste.
Angeboten wird in der Regel ein sehr breites Spektrum von Kursen: Gruppenunterricht und Einzelstunden, Anfängerunterricht und Schulung für Fortgeschrittene gehören zum Standardprogramm und werden jeweils für Skifahrer und Snowboarder separat angeboten. Häufig gibt es auch Spezialkurse, in denen man sich mit Spezialdisziplinen wie Slalom oder Tiefschneefahren vertraut machen kann.
Die Skischule ist folglich nicht nur für Ski- und Snowboardneulinge zu empfehlen, sondern kann auch einfach zur Auffrischung bestehender Kenntnisse genutzt werden. Beispielsweise hat sich mit dem Aufkommen von Carving-Skiern auch die Fahrtechnik etwas geändert. Damit kommt man als reiner Hobbyskifahrer nach einer Einweisung durch einen Profi einfach besser klar. Auch für gute, aber weniger routinierte Skiläufer lohnt es sich, das eigene Können unter fachkundiger Anleitung zu Beginn des Skiurlaubs kurz aufzupolieren. Und Kinder eignen sich in der Skischule nicht nur die nötige Fahrtechnik an, sondern haben zusammen mit Gleichaltrigen viel Spaß. Informieren Sie sich also über die Angebote der örtlichen Skischule.


Von Lawinen und Schneetreiben - Risiken richtig einschätzen
Sie sind der Schrecken aller Alpinisten und fordern jedes Jahr aufs neue Verletzte und sogar Tote in den Alpen: Lawinen. Obwohl die weiße Gefahr ein sehr komplexes Thema darstellt und für den Laien eine realistische Einschätzung des Risikos kaum möglich ist, können Sie sich grundsätzlich unbesorgt auf die Piste begeben: Die präparierten Pisten und Loipen sind in der Regel sehr sicher, solange die aktuellen Hinweise der örtlichen Bergwachten beachtet werden.
Anders sieht es aus, wenn man auch abseits der überwachten Strecken unterwegs sein möchte, z.B. um ins Tourenskifahren hineinzuschnuppern. Dabei sollte man keinesfalls auf professionelle Begleitung durch einen Bergführer oder Skilehrer verzichten - alles andere wäre leichtsinning und nicht zu verantworten.
Aber es muss gar kein dramatisches Ereignis wie ein Lawinenabgang eintreten, damit die Situation auf der Piste ungemütlich wird: Wetterumschwünge sind im Gebirge nicht selten und können sich sehr schnell vollziehen. Binnen Minuten zieht ein dichte Wolkendecke auf, der Wind frischt auf, oder dichter Nebel legt sich über die Landschaft. Speziell Nebel und Schneetreiben erschweren dann schnell die Orientierung im Gelände. Skifahrer und Snowboarder, die auf markierten Pisten unterwegs sind, finden mit Hilfe der Streckenmarkierungen meist relativ problemlos zur nächsten Lift- oder Talstation. Im offenen Gelände dagegen steigt bei Orientierungsproblemen auch die Unfallgefahr natürlich drastisch an. Zur Ausrüstung des Wintersportlers sollte aus diesem Grund stets eine kleine „Notfallration“ gehören: Ein Energieriegel oder eine Banane liefern in solchen Fällen neue Energie, mit der sich eine witterungsbedingte Zwangspause während der Abfahrt oder ein erhöhter Kraftaufwand für eine Fahrt durch schlechtes Wetter bewältigen lassen.

Rücksicht hat Vorfahrt: Die FIS-Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder
Überlegtes Handeln ist selbstverständlich nicht nur bei schlechtem Wetter gefragt. Auf den Pisten tummeln sich je nach Saison und Sportbedingungen schließlich unter Umständen einige tausend Aktive zur gleichen Zeit. Der internationale Skiverband FIS hat zehn einfache Verhaltensregeln erarbeitet, die das Miteinander von Skifahrern und Snowboardern auf der Piste sicherer machen. Diese Regeln haben zwar keinen Gesetzesrang, sind also nicht bindend, werden aber auch von Gerichten herangezogen, wenn es darum geht, etwa in einem Schadensersatzprozess die Schuldfrage nach einem Skiunfall zu klären.
Damit es gar nicht erst zu Unfällen kommt und alle Wintersportler gemeinsam Spaß und Erholung in der Natur finden können, sollten alle Aktiven die FIS-Verhaltensregeln kennen und befolgen:

1. Rücksicht auf die anderen Skifahrer und Snowboarder
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise.
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.

3. Wahl der Fahrspur
Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.

4. Überholen
Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.

5. Einfahren und Anfahren und hangaufwärts Fahren
Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Skiabfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

6. Anhalten
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.

7. Aufstieg und Abstieg
Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.

8. Beachten der Zeichen
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.

9. Hilfeleistung
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.

10. Ausweispflicht
Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.

FIS-Verhaltensregeln für Langläufer
Auch um die Sicherheit in der Loipe hat sich die FIS Gedanken gemacht und ebenfalls Verhaltensregeln für Langläufer erarbeitet. Sie sind in den Grundzügen natürlich den Pistenregeln sehr ähnlich oder sogar gleich, gehen aber gezielt auf die speziellen Eigenheiten des Langlaufsports ein:

1. Rücksichtnahme auf die anderen
Jeder Langläufer muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

2. Signalisation, Laufrichtung und Lauftechnik
Markierungen und Signale (Hinweisschilder) sind zu beachten. Auf Loipen und Pisten ist in der angegebenen Richtung und Lauftechnik zu laufen.

3. Wahl von Spur und Piste
Auf Doppel- und Mehrfachspuren muss in der rechten Spur gelaufen werden. Langläufer in Gruppen müssen in der rechten Spur hintereinander laufen. In freier Lauftechnik ist auf der Piste rechts zu laufen.

4. Überholen
Überholt werden darf rechts oder links. Der vordere Läufer braucht nicht auszuweichen. Er sollte aber ausweichen, wenn er es gefahrlos kann.

5. Gegenverkehr
Bei Begegnungen hat jeder nach rechts auszuweichen. Der abfahrende Langläufer hat Vorrang

6. Stockführung
Beim Überholen, Überholtwerden und bei Begegnungen sind die Stöcke eng am Körper zu führen.

7. Anpassung der Geschwindigkeit an die Verhältnisse
Jeder Langläufer muss, vor allem auf Gefällstrecken, Geschwindigkeit und Verhalten seinem Können, den Geländeverhältnissen, der Verkehrsdichte und der Sichtweite anpassen. Er muss einen genügenden Sicherheitsabstand zum vorderen Läufer einhalten. Notfalls muss er sich fallen lassen, um einen Zusammenstoß zu verhindern.

8. Freihalten der Loipen und Pisten
Wer stehen bleibt, tritt aus der Loipe/Piste. Ein gestürzter Langläufer hat die Loipe/Piste möglichst rasch freizumachen.

9. Hilfeleistung
Bei Unfällen ist jeder zur Hilfeleistung verpflichtet.

10. Ausweispflicht
Jeder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.


Krank im Urlaub?!
Zu wünschen ist es niemandem, passieren tut es trotzdem immer wieder: Die Urlaubstage werden durch Krankheit oder sogar einen Sportunfall vermiest. Dann ist schnelle medizinische Hilfe gefragt, damit man zumindest die restliche Urlaubszeit doch noch genießen oder - bei schwerwiegenderen Erkrankungen - eine gezielte Therapie beginnen kann. Im Fall der Fälle ist es gerade im Ausland hilfreich, wenn man sich schon vorab zumindest grundlegend mit den Abläufen der medizinischen Versorgung im Urlaubsland vertraut gemacht hat. Wertvolle Hinweise zu dieser Thematik gibt Simone Abele, die bei der Gmünder Ersatzkasse Expertin für den Krankenversicherungsschutz im Ausland ist.


Interview mit Simone Abele, Expertin für Krankenversicherungsschutz im Ausland bei der GEK

Wann brauche ich einen Auslandskrankenschein?
Simone Abele: Der so genannte Auslandsberechtigungsschein wird nur noch für wenige Länder benötigt. In den Mitgliedsländern der Europäischen Gemeinschaft sowie in der Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen gilt die Europäische Krankenversicherungskarte, die in den aktuellen Versichertenkarten der GEK bereits „eingebaut“ ist. Man kann in diesen Ländern also mit derselben Karte wie in Deutschland ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen. Einen speziellen Auslandsberechtigungsschein benötigt man nur noch für die Türkei, Tunesien, Kroatien, Serbien-Montenegro, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina. Gegen Vorlage dieses Scheins erhält man im Gastland vom Krankenversicherungsträger eine Kostenübernahmeerklärung, zum Beispiel einen ortsüblichen Krankenschein, und kann damit dann zum Arzt gehen.

Für die beliebtesten Wintersportländer brauche ich also nur meine normale Versicherungskarte. Wie bekomme ich einen Auslandskrankenschein, wenn ich doch in eines der so genannten Vertragsländer fahre, z.B. zum Skifahren nach Kroatien?
Simone Abele: Unsere Versicherten können sich selbst einen Auslandsberechtigungsschein ausdrucken, wenn sie sich zuvor für die Nutzung unseres Serviceportals www.myGEK.de registriert haben. Das ist dann die schnellste Möglichkeit. Ansonsten stehen unsere Hotline und natürlich die GEK-Beratungsstellen bereit, um die Berechtigungsscheine auszustellen.

Was muss ich beachten, wenn ich im Skiurlaub in Österreich oder der Schweiz krank werde und zum Arzt muss?
Simone Abele: Nach Möglichkeit sollte man einen Vertragsarzt aufsuchen, der im Urlaubsland Kassenpatienten behandelt. Der Arzt nimmt dann die Daten der Europäischen Krankenversicherungskarte auf und rechnet seine Leistungen anschließend direkt mit der Kasse ab.

Welche Behandlung kann ich im Ausland in Anspruch nehmen?
Simone Abele: Die Kasse übernimmt alle medizinischen Leistungen, die das Versicherungsrecht im Urlaubsland vorsieht, d.h. Sie haben Anspruch auf dieselbe Behandlung wie ein einheimischer Patient.

Was passiert, wenn ich keinen Vertragsarzt finde?
Simone Abele: Bei Notfällen wird man sicherlich immer den am schnellsten verfügbaren Arzt aufsuchen, auch wenn es sich nicht um einen Vertragsarzt handelt. Bezahlt man anschließend die Behandlungskosten aus eigener Tasche, sollte man sich auf jeden Fall eine Rechnung mit detaillierter Aufstellung der erbrachten Leistungen geben lassen. Die Krankenkasse in Deutschland kann dann anhand dieser Unterlagen prüfen, ob und in welchem Umfang eine Erstattung möglich ist. Wir empfehlen daher nachdrücklich den Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung. Teilweise ist es auch möglich, eine Versichertenkarte nachzureichen - allerdings nur dann, wenn die Leistung noch nicht privat bezahlt wurde. In solchen Problemfällen sollten die Patienten möglichst schnell ihre Krankenkasse kontaktieren, damit wir ihnen weiterhelfen können.

Ein unangenehmes Szenario: Ich habe auf der Skipiste einen Unfall und muss von der Luftrettung geborgen werden. Wer übernimmt die Kosten?
Simone Abele: Im ungünstigsten Fall der Patient selber. Gerade in Österreich haben viele Flugrettungsdienste die Verträge mit den österreichischen Krankenversicherungen gekündigt und stellen den Patienten später jede Flugminute in Rechnung. Dazu kommen eventuell noch Ausgaben für den späteren Rücktransport nach Deutschland, die ebenfalls nicht von der Krankenkasse übernommen werden können. Auch hier hilft eine private Krankenzusatzversicherung, ansonsten bleibt man unter Umständen auf sehr hohen Kosten sitzen.
Bei einer im Urlaub eingetretenen Arbeitsunfähigkeit, beispielsweise in Folge eines Sportunfalls, ist es außerdem wichtig, möglichst schnell den Arbeitgeber oder die zuständige Agentur für Arbeit zu informieren, u.a. über die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit und ggf. die Adresse im Urlaubsland, unter der man zu erreichen ist.

Vielen Dank für das Gespräch!


Ausgleich und Entspannung: Gönnen Sie Ihrem Körper eine Auszeit
Auch ein sportlich-aktiver Urlaub sollte letztlich zur Entspannung und Regeneration beitragen. Gerade bei anstrengenden körperlichen Aktivitäten wie Skilaufen oder Snowboarden sollte die Regeneration aktiv unterstützt werden. Gönnen Sie sich doch nach dem Spaß auf der Piste einen entspannenden Saunagang oder ein paar Runden im Schwimmbad. Auch ein kurzer Besuch im heißen Sprudelbecken entspannt und beugt dem Muskelkater am nächsten Tag vor.
Viele Wintersportorte bieten darüber hinaus eine umfangreiche Palette alternativer Sportmöglichkeiten an: Die Gäste können Squash oder Badminton spielen, sich am Eiskletterturm versuchen oder die Skier für ein paar Stunden gegen Schlittschuhkufen eintauschen.

Probieren Sie doch einfach mal aus, ob Ihnen diese Aktivitäten abseits der Piste zusagen. Und vor allem: Genießen Sie Ihren Urlaub im Schnee - gut darauf vorbereitet sind Sie jetzt!