Tolle Stimmung und ein hochklassiges Rennen: Das waren die Zutaten für den Nachtslalom in Schladming (AUT). Vor 50.000 begeisterten Zuschauern siegte letztlich der Finne Kalle Palander in der Zeit von 01:42,35 Minuten vor dem starken Japaner Akira Sasaki (01:43,13 min.) und Benjamin Raich (AUT, 01:43,15 min.).

Schwerer Kurs - viele Ausfälle
Die Planai präsentierte sich am Dienstag abend in einem sehr eisigen Zustand. Dazu kam im ersten Durchgang eine schwere Kurssetzung, die den Fahrern das Leben schwer machte. So kam es zu zahlreichen Ausfällen. Unter anderem erwischte es so prominente Namen wie Ted Ligety, Bode Miller (beide USA) oder auch den Zweiten von Kitzbühel, Reinfried Herbst (AUT). Insgesamt kamen alleine im ersten Durchgang 34 der 82 gestarteten Aktiven nicht ins Ziel.

Palander siegt wieder einmal
Am Ende konnte wieder einmal Kalle Palander über einen Weltcup-Sieg jubeln. In der letzten Zeit schaffte es der Finne einfach nicht, zwei konstant gute Läufe zu fahren, doch am Dienstag war dies anders. Schon nach dem ersten Durchgang lag Palander vorne und verteidigte diesen Vorsprung im Finale souverän. Damit gelang dem 28-Jährigen beim letzten Slalom vor Olympia der erste Weltcup-Sieg seit fast zwei Jahren. Überglücklich küsste der Finne nach dem Triumph seine Ski und ließ sich von den Zuschauern feiern.

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Starker Sasaki - Raich fährt nach vorne
Gute Leistungen zeigten auch Sasaki und Raich, die das Finale zu einem extrem spannenden Erlebnis werden ließen. Sasaki verpasste als Zweiter nur denkbar knapp den ersten Sieg eines Japaners im Weltcup und durfte sich über den zweiten Podestplatz seiner Karriere freuen. Benjamin Raich kam im ersten Durchgang nicht zurecht, legte aber dann im Finale einen furiosen Lauf hin. Aggressiv und risikofreudig schob er sich mit Laufbestzeit noch auf den dritten Rang vor und war damit zum sechsten Mal in Schladming auf dem Podest.

Rocca sieht Ziellinie wieder nicht
Zum zehnten Mal trat der Italiener Giorgio Rocca in Schladming an und zum zehnten Mal reichte es nicht zu einer vorderen Platzierung. Am Dienstag schied er gar aus. Nach dem ersten Durchgang lag Rocca noch auf dem zweiten Rang und hatte im Finale die Bestzeit im Visier, als er drei Tore vor dem Ziel einfädelte und ausschied. Vor Wut zerbrach der Italiener einen Skistock.

Kampf um die letzten Olympia-Tickets
Beim letzten Slalom vor Olympia ging es auch um die restlichen Plätze für Turin. Besonders beim ÖSV sind die Tickets traditionell hart umkämpft. Drei der vier Fahrer standen schon vor dem Nachtslalom fest. Manfred Pranger und Mario Matt duellierten sich um den vierten Platz. Während Pranger mit dem neunten Rang wohl sein Ticket löste, merkte man Matt die Verkrampfung an. Er landete nur auf dem 18. Rang.

Alle deutschen Starter ausgeschieden
Für den Deutschen Skiverband war der Nachtslalom nicht erfreulich. Drei Athleten gingen an den Start - alle drei schieden bereits im ersten Durchgang aus. Alois Vogl (SC Zwiesel) hatte dabei eine sehr gute Zwischenzeit hingelegt und war hervorragend unterwegs. Doch um unteren Teil rutschte er kurz weg und fädelte ein. Ähnlich erging es Felix Neureuther (SC Partenkirchen), der ebenfalls einfädelte und so nicht das Ziel sah. Damit muss Neureuther weiter um seine Teilnahme an den Olympischen Spielen bangen. Stefan Kogler (SC Schliersee) ging mit der hohen Startnummer 57 in das Rennen und schied ebenfalls im ersten Lauf aus.

Raich eilt im Gesamt-Weltcup davon
Durch den dritten Rang konnte Raich seine Führung im Gesamt-Weltcup noch weiter ausbauen. Der Pitztaler hat nunmehr 952 Punkte auf dem Konto und baute seinen Vorsprung auf 248 Zähler vor dem Zweitplatzierten Michael Walchhofer, der in Schladming nicht am Start war, aus. Im Slalom-Weltcup dagegen führt weiterhin Giorgio Rocca mit 500 Punkten vor dem neuen Zweiten Kalle Palander, der knapp 140 Zähler Rückstand hat.