Wenn am Dienstag, den 24. Januar der erste Slalomfahrer in Schladming auf den Hang geht, werden ihn etwa 50.000 Kehlen ins Ziel jubeln. Die zehnte Auflage des stimmungsvollen Nachtslaloms auf österreichischem Boden steht an - und die Rennfahrer denken bereits an Olympia.

Ganz oder gar nicht
In Schladming geht es dabei um mehr als nur Punkte für den Slalom-Weltcup. Für viele Asse ist der Nachtslalom die letzte Chance zur Qualifikation für das Großereignis des Winters, die Olympischen Winterspiele in Turin. Wer die Norm schon erfüllt hat und sich eines Startplatzes sicher sein kann, wird vor der großen Kulisse versuchen, die nötige Sicherheit und das Selbstvertrauen zu gewinnen, das man für zwei gute Slalomdurchgänge braucht.

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Rückblick 2005
Im Vorjahr war Schladming ein atmosphärischer Höhepunkt der Saison. Die 45.000 Fans bejubelten einen österreichischen Doppelsieg, da Manfred Pranger sich vor Benjamin Raich und dem Schweden Andre Myhrer durchsetzen konnte.

Rocca Sieganwärter Nummer eins
Trotz seines Patzers in Kitzbühel bleibt Giorgio Rocca in diesem Winter das Maß aller Dinge im Slalom. Nur er und Jean-Pierre Vidal (FRA) konnten bislang in diesem Winter Slalomrennen gewinnen - der Italiener davon gleich fünf. Allerdings gibt es auch mehrere Kandidaten, die Rocca den Sieg streitig machen können. Ted Ligety aus den USA wartet weiter auf seinen ersten Saisonsieg, auch Kalle Palander aus Finnland ist der Sieg zuzutrauen. Und vor heimischem Publikum wollen auch die ÖSV-Stars endlich einen Slalom-Sieg feiern.

ÖSV: Matt oder Pranger?
Dafür kommen gleich drei Fahrer in Frage. Benjamin Raich schlitterte bereits mehrfach nur knapp an einem Sieg vorbei und fiel dabei zumeist aus. Reinfried Herbst konnte in Kitzbühel mit einem zweiten Platz für Aufsehen sorgen und sollte damit von den Trainern für die vier Olympia-Startplätze ebenso fest eingeplant sein, wie Rainer Schönfelder. Zwei Stars des Vorjahres können bislang noch gar kein Top-Resultat vorweisen: Für Manfred Pranger und Mario Matt ist Schladming die einzige Chance, noch auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Einer der Spezialisten wird in Turin nur zuschauen können.

Neureuthers letzte Chance
Auch bei den Deutschen geht es noch um alles. Während Alois Vogl die Olympia-Norm mit seinem dritten Platz in Wengen souverän erfüllt hat, konnte Felix Neureuther das nötige zweite Top-15 Ergebnis bisher nicht einfahren. Für ihn geht es in Schladming damit bereits um alles und der große Druck wird eine zusätzliche Belastung für ihn sein. Vogl dagegen will nach den eher verpatzten Läufen in Kitzbühel wieder ganz nach vorne fahren. Außerdem tritt für den DSV Stefan Kogler an.

Breites Teilnehmerfeld
Der Qualifikationsdruck vor den Winterspielen hat für ein starkes Teilnehmerfeld gesorgt. In Schladming treten 82 Athleten an, darunter auch 'Ski-Exoten' aus den Niederlanden, dem Senegal oder Griechenland. Für sie geht es dabei natürlich nicht um Weltcup-Punkte, doch auch sie werden die Möglichkeit haben, unter dem Flutlicht von Schladming von 50.000 Skifans den Hang hinabgetragen zu werden.

Das Programm am 24. Januar 2006:
1. Durchgang ab 18.00 Uhr
Finaldurchgang ab 20.45 Uhr

Wir werden natürlich in unserem Live-Ticker von diesem Rennen berichten.