Die Österreicher haben bei den 66. Hahnenkammrennen in Kitzbühel die Oberhand behalten. In Super-G, Abfahrt und Kombination konnten die Fans einen einheimischen Sieger bejubeln, lediglich im Slalom gelang Team Austria erneut kein Sieg.

Maier meldet sich zurück
Der Super-G auf der Streifalm ist traditionell das Revier von Hermann Maier. Und auch 2006 wilderte nur der Herminator auf seinem Haushang und holte trotz nicht optimaler Bedingungen den fünften Sieg auf diesem Hang - bei nur sechs Versuchen. Mit einer tollen Fahrt konnte er den jungen Italiener Peter Fill auf Platz zwei verdrängen. Dritter wurde mit Hannes Reichelt erneut ein Österericher. Reichelt dürfte mit seinem zweiten Podestplatz nach dem Sieg in Beaver Creek (USA) nun endgültig sein Olympia-Ticket gelöst haben.

Verkürzte Streif
Bei der Abfahrt der Herren mussten Fans und Fahrer auf das spektakuläre Startkriterium der Streif, die Mausefalle, verzichten. Dennoch kam es zu einem spannenden und hochklassigen Wettkampf, den letzten Endes Michael Walchhofer für sich entschied - gerade einmal fünf Hundertstel vor Marco Büchel aus Liechtenstein. Hinter den beiden Ersten landeten mit Daron Rahlves und Bode Miller zwei Amerikaner. Die weiteren ÖSV-Sieganwärter enttäuschten auf der Streif. Fritz Strobl wurde disqualifiziert, Maier landete unter ferner liefen. Der interne Konkurrenzkampf im österreichischen Team um die letzten Startplätze in den olympischen Speed-Rennen ist dabei in vollem Gange und wird bei den nächsten Rennen in Garmisch-Partenkirchen seine Fortsetzung finden.

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Slalom: Rocca's Serie reißt
Fünf Siege in Folge hatte der Italiener Giorgio Rocca im Slalom zuletzt erreichen können, in Kitzbühel kam er nach einem Fehler nicht einmal ins Finale der besten 30. Dagegen gab vor großer Kulisse der amtierende Olympiasieger sein Comeback: Jean-Pierre Vidal aus Frankreich ist wenige Wochen vor den Spielen in Turin offenbar wieder in der Form, seinen Titel verteidigen zu können. Überraschend auf Platz zwei fand sich Reinfried Herbst (AUT) wieder, Dritter wurde dessen Landsmann Benjamin Raich.

Raich in Kombi-Wertung vorne
Traditionell wird der Sieger der Hahnenkammrennen in einer Kombination aus Abfahrt und Slalom ermittelt. Nur zehn Athleten brachten den Mut und das Können auf, um sowohl die Streif als auch den Kitz-Slalom zu meistern. Sieger dieser Wertung wurde Benjamin Raich, vor Bode Miller und Aksel-Lund Svindal. Raich verteidigte damit auch seine Führung im Gesamtweltcup. Dort liegt der Pitztaler nun bereits rund 200 Punkte vor Walchhofer, Rahlves und Miller.

DSV ohne Erfolgserlebnis
Es war nicht das Wochenende der Deutschen in Kitzbühel. Während bei der Abfahrt erneut kein DSV-Fahrer gemeldet hatte, musste man sich im Super-G mit den Plätzen 32 und 43 für Felix Neureuther und Andreas Ertl begnügen. Und auch beim Slalom konnten die Deutschen nicht für mehr Glanz sorgen: Der zuletzt so starke Alois Vogl kam nach zwei fehlerhaften Läufen nur als 16. ins Ziel, Felix Neureuther verpasste als 25. erneut die Olympia-Qualifikation und muss nun auf den Nacht-Slalom von Schladming hoffen, der am kommenden Dienstag, den 24. Januar 2006 ausgetragen wird.