Die Rennen in St. Moritz standen dieses Jahr im Zeichen von Michaela Dorfmeister. Dabei konnte sie zwei Siege davon tragen und entging in der Super-Kombination nur haarscharf einer Katastrophe.

Um Millimeter an Kollision vorbei
Aufgrund der Schrecksekunde von Michaela Dorfmeister gerieten ihre zwei Siege bei der abschließenden Super-Kombi in das Hintertreffen. Als 30. ging die Speed-Spezialistin in die Kombinationsabfahrt. An einem Geländeübergang, an dem die Rennläuferinnen zwischen 80 und 90 km/h schnell sind, wäre Dorfmeister beinahe mit einem unachtsamen Streckenposten kollidiert, der sich mitten auf der Piste befand. Die 32-Jährige reagierte blitzschnell, riss einen Ski noch hoch und konnte so den drohenden Zusammenstoß um Millimeter verhindern. Im Ziel stand der ÖSV-Athletin der Schock aber ins Gesicht geschrieben. Zudem rief sie ihren Unmut über den "Depperten" lautstark heraus.

Böse Erinnerungen wurden wach
Die Bilder riefen böse Erinnerungen wach. An den tödlichen Unfall der Französin Regine Cavagnoud, die Ende Oktober 2001 nach einem Zusammenprall mit einem deutschen Coach beim Training im Pitztal gestorben war. Schuld an dem Zwischenfall vom Wochenende war laut der Rennleitung ein missverstandener Funkspruch: Der Pistenarbeiter glaubte, die ersten 30 Athletinnen seien schon im Ziel.

Super-Kombination ein Zweikampf
Für die sportlichen Schlagzeilen sorgte bei der Super-Kombi Janica Kostelic. Die Kroatin, der diese Saison nur noch ein Sieg im Slalom fehlt, sicherte sich nach dem zweiten Platz in der Abfahrt und der Bestzeit im anschließenden Slalom den Sieg in der ersten Super-Kombination dieses Winters. Ihre stärkste Rivalin war Anja Pärson, die nach der Abfahrt in Führung gelegen hatte. Der Schwedin unterlief aber im Slalom ein Fehler, der sie den Sieg kostete. Mit deutlichem Rückstand auf Platz drei stand die Amerikanerin Lindsey Kildow.

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Auferstehung der 'Speed-Queen'
In den beiden Speed-Rennen konnte Michaela Dorfmeister ihre derzeitige Dominanz in den schnellen Disziplinen unter Beweis stellen. Die ÖSV-Athletin gewann sowohl den Super-G als auch die Abfahrt. Lange musste ihre Teamkollegin Renate Götschl auf ein gutes Ergebnis im olympischen Winter warten. In St. Moritz konnte die 'Speed-Queen' dann ihrem Namen wieder alle Ehre machen. Im Super-G fuhr Götschl bereits auf den fünften Platz. In der Abfahrt sah sie lange wie die Siegerin aus, dann kam aber Dorfmeister und schnappte ihr den Sieg noch weg. Einen sehr guten Einstand in den Speed-Wettbewerben machte bei den Österreichern Nicole Hosp. Hosp wurde aufgrund ihrer Trainingsleistung, sie war die Schnellste im Training, für die beiden Rennen nominiert. Die 22-Jährige dankte es dem Verband mit einem dritten Platz im Super-G und einem neunten in der Abfahrt.

Erste Weltcup-Punkte für Stechert und Chmelar
Auch von den deutschen Nachwuchstalenten gab es Erfreuliches zu berichten. Gina Stechert und Fanny Chmelar erreichten in der Super-Kombination erstmals Weltcuppunkte. Zudem feierte die 18-jährige Monika Springl in der Schweiz ihr Weltcupdebüt.