In einem äußerst spannenden Rennen hat sich Michael Walchhofer den Sieg bei der Abfahrt der Herren auf der legendären Streif in Kitzbühel gesichert. In einer Zeit von 1:46.75 Minuten setzte er sich vor den Liechtensteiner Marco Büchel (1:46.80 Min.) denkbar knapp durch. Dahinter wurde Daron Rahlves (USA, 1:47.08 Min.) Dritter. Deutsche Athleten waren in Kitzbühel nicht am Start.

Mausefalle weggeblasen
Nachdem die Organisatoren in Kitzbühel zuletzt mit sehr viel Neuschnee Probleme hatten, war am entscheidenden Samstag der Wind der Spielverderber. FIS-Renndirektor Günter Hujara entschloss sich wegen der starken Böen zu einem verkürzten Start, daher verpassten die vielen Zuschauer das weltbekannte Kriterium der Mausefalle, wo die Streif normalerweise mit einer extrem steilen Stelle beginnt. Dennoch sorgten die Rennfahrer für ein aufregendes Rennen.

Buder führt lange
Lange Zeit hatte Andreas Buder, mit Startnummer eins ins Rennen gegangen, das Klassement angeführt. Bis zur Startnummer 21 dauerte es, ehe Didier Defago aus der Schweiz die Spitze übernahm. Daraufhin entwickelte sich ein packender Showdown der besten Abfahrer. Zunächst gelang dem jungen Erik Guay ein guter Lauf. Unerschrocken fuhr er durch die Kriterien Steilhang, Seidelhang, Lärchenschuss, Hausberg und Traverse und übernahm die Spitze - am Ende reichte es zu Rang fünf.

Maier überzeugt nicht - Strobl stürzt
Seinen Triumph vom gestrigen Super-G konnte Hermann Maier heute nicht wiederholen. Im Gleitstück verlor der Herminator zuviel Zeit und musste schließlich mit Rang 24 Vorlieb nehmen. Vor ihm hatte auch Bruno Kernen keinen fehlerfreien Lauf, er kam nur auf den 17. Rang. Danach sorgte Fritz Strobl für Aufsehen: Nach einem alles andere als perfekten Rennen kam er bei einem Sprung in Rücklage und stürzte auf dem Steilhang. Dennoch schaffte er es, wieder auf die Skier zu kommen und fuhr weiter ins Ziel. Der amtierende Olympiasieger wurde später disqualifiziert und musste zur Untersuchung einer Hand ein Krankenhaus aufsuchen.

Büchel erneut stark
Einen überzeugenden Auftritt legte dagegen Marco Büchel hin. Von Beginn an stark fand der Liechtensteiner vor allem in der Traverse eine sehr gute Linie und übernahm vorerst die Führung, die er nur noch an Walchhofer abgeben sollte. Nach ihm kam dann der Ritt des Bode Miller. In der typischen Fahrweise des Amerikaners ging es auch auf der Streif zur Sache: Trotz extremer Innenlage und dem Griff mit der Hand in den Schnee war der Weltmeister schnell. Am Ende reichte es aber nur zu Platz vier, da sein Landsmann Daron Rahlves nach ihm noch fünf Hundertstel schneller war.

Walchhofer rettet ÖSV-Bilanz
Damit konnte nur noch Michael Walchhofer die Streif-Abfahrt aus Sicht der gastgebenden Österreicher retten. Und der Abfahrts-Weltcupsieger des Vorjahres spielte seine gleiterischen Fähigkeiten voll aus und kam mit Vorsprung aus dem Seidelhang. Dann verlor er aber kontinuierlich auf Büchel, der unten die beste Linie gewählt hatte. Dennoch reichte es unter dem großen Jubel der Fans für Walchhofer zum Sieg, denn er konnte immerhin fünf Hundertstel seines Vorsprungs über die Ziellinie retten.

Strobl verliert Führung im Abfahrts-Weltcup
Durch seinen Ausfall hat Fritz Strobl auch die Führung im Abfahrts-Weltcup verloren. Dort liegt nun Walchhofer mit 472 Punkten vor Strobl (415) und Rahlves (390). Im Gesamtweltcup führt weiterhin Benjamin Raich mit 732 Punkten. Walchhofer ist ihm aber mit dem Sieg bereits sehr nahe gerückt und liegt nun mit 704 Zählern an zweiter Stelle. Nur knapp dahinter lauert erneut Daron Rahlves (689).