Michaela Dorfmeister hat den Super-G von St. Moritz gewonnen. Die Österreicherin benötigte für den schwierigen Kurs 1:17,20 Minuten. Zweite wurde die Slowenin Tina Maze mit einem Rückstand von vier Zehnteln. Mit Dorfmeister und Nicole Hosp (1:17,76 Min.) standen erneut zwei ÖSV-Athletinnen auf dem Super-G-Podest.

Fast 50 Prozent nicht im Ziel
Von den 68 Starterinnen erreichten insgesamt nur 42 Skirennläuferinnen das Ziel. Unter den Ausfällen befanden sich auch einige Favoritinnen. Unter anderem schied Anja Pärson aus. Für die Schwedin, die sich ganz auf Olympia konzentrieren will und den Gesamtweltcup bereits abgehakt hat, bedeutete dies den dritten Ausfall in Folge. Bereits in Bad Kleinkirchheim war die 24-Jährige nach ihrem Abfahrtssieg zwei Mal nicht ins Ziel gekommen. Auch die vier Amerikanerinnen Lindsey Kildow, Caroline Lalive, Kirsten Clark und Julia Mancuso kamen nicht an. Zum Leidwesen der Eidgenossen erreichte auch Fränzi Aufdenblatten das Ziel nicht.

Vorletztes Tor entscheidend
Entscheidend für die vielen Ausfälle war vor allem das vorletzte Tor, an dem viele der Athletinnen vorbei fuhren. Verantwortlich für den Kurs war der französische Trainer Fournier. Als Erste zeigte Tina Maze, dass man an der entscheidenden Stelle auch gut fahren kann. Die Slowenin spielte dort ihre ganze Technik aus und hielt lange die Bestzeit. Als letzte der Top 30 kam aber noch Michaela Dorfmeister, die nicht ohne Grund die Disziplinen-Wertung anführt. Sie spielte auf dem Kurs ihre ganze Routine aus und gewann mit vier Zehnteln noch recht klar.

Österreicherinnen dominieren weiter den Super-G
Allerdings musste Dorfmeister noch einmal um ihren Sieg zittern, denn direkt nach ihr kam ihre Mannschaftskollegin Nicole Hosp. Die war eigentlich gar nicht für den Super-G vorgesehen, fuhr aber im Abfahrtstraining überraschend die schnellste Zeit. Deshalb nominierten die österreichischen Trainer Hosp anstelle von Brigitte Obermoser. Hosp bedankte sich mit einem guten Lauf und wurde am Ende Dritte. Dabei scheint der Super-G weiter in rot-weiß-roter Hand zu bleiben. Hinter Hosp folgten mit Alexandra Meissnitzer und Renate Götschl zwei weitere ÖSV-Ladies. Für Renate Götschl war der fünfte Platz auch gleichzeitig das beste Saisonresultat im Super-G. Anscheinend kommt die 'Speed-Queen' noch rechtzeitig vor den Olympischen Spielen in Fahrt.

Dorfmeister baut Führung aus
In der Disziplinen-Wertung hat Michaela Dorfmeister mit dem zweiten Super-G-Saisonsieg ihre Führung mit nun 420 Punkten auf Alexandra Meissnitzer (360) ausgebaut. Dritte ist nach wie vor Nadia Styger. Die Schweizerin wurde in St. Moritz Sechste, hat aber mit 242 Punkten schon einen respektablen Abstand auf die beiden Österreicherinnen. Im Gesamtweltcup bleibt Janica Kostelic trotz ihres 15. Platzes weiterhin das Maß aller Dinge. Die Kroatin liegt mit 998 Punkten klar vor Dorfmeister (830) und Pärson (685).

Ertl-Renz beste Deutsche auf Rang 27
Die deutschen Athletinnen spielen im Gesamtweltcup keine Rolle. In St. Moritz war wieder Martina Ertl-Renz (SC Lenggries) beste DSV-Rennläuferin. Der Lauf der 32-Jährigen war nicht fehlerfrei, sodass sie sich am Ende mit Platz 27 zufrieden geben musste: "Ankommen alleine ist es auch nicht. Ich komme zur Zeit einfach nicht gut zurecht. Beim einfahren ging es gut, aber im Rennen konnte ich es nicht umsetzen." Trotzdem hofft Ertl-Renz weiter auf Besserung: "Wenn man es probiert, und es geht nicht, muss man warten, bis es kommt. Am Sonntag ist ja die Super-Kombi, dafür fahre ich auch morgen die Abfahrt mit."

Haltmayr im Pech
Pech hatte Petra Haltmayr (SC Rettenberg). Die Rettenbergerin zeigte eine anspruchsvolle Leistung und wurde mit zwei Zwischenbestzeiten gestoppt. Allerdings wurde ihr auch das vorletzte Tor zum Verhängnis. Wäre sie ins Ziel gekommen, hätte es wohl zu einer Top-Ten-Platzierung gereicht: "Ich habe gewusst, dass das Tor seine Tücken hat, dann hat es mich hinten reingezogen. Ich habe das Tor verpasst. Schade, denn ich hatte so einen guten Lauf und hätte die Bestzeit gehabt." Ebenfalls schlecht lief es für die drei anderen deutschen Mädels. Steffi Stemmer (SC Rottach Egern) schied ebenfalls im letzten Streckenabschnitt aus. Gina Stechert (SC Oberstdorf) und Monika Springl (SC Schellenberg) verpassten bereits im mittleren Teilstück ein Tor. Die 18-jährige Springl schlug sich bei ihrem Weltcup-Debüt bis zur ersten Zwischenzeit aber durchaus passabel.