In St. Moritz in der Schweiz trifft man auf die oberen Zehntausend - und einmal im Jahr auf die Ski-Elite der Damen. Die Rennen sind für den 20. bis 22. Februar angesetzt.

Wer schlägt Janica Kostelic?
In Bad Kleinkirchheim strahlte der Stern der Janica Kostelic besonders hell. Mit ihren ersten Weltcup-Siegen in den Disziplinen Abfahrt und Super-G stieg sie zu den besten alpinen Athletinnen aller Zeiten auf. Nun muss man die Kroatin auch in St. Moritz zu den Favoritinnen rechnen. Ihre Konkurrentin Anja Pärson aus Schweden zeigte sich ebenfalls in bestechender Form, schied allerdings zweimal aus. Beide werden vor allem in der Super-Kombination kaum zu schlagen sein. Die Vormachtstellung von Kostelic zeigt sich auch in der aktuellen Gesamtweltcup-Wertung, wo der Skistar aus Zagreb mit 982 Punkten klar vor Michaela Dorfmeister (AUT, 730) und Pärson (685 Zähler) führt.

Wo steht Kildow?
Bei Abfahrt und Super-G wird sich auch zeigen, ob Lindsey Kildow bei den letzten Rennen nur Probleme mit der Piste hatte, oder ob sie ihre gute Form kurz vor den Olympische Spielen nicht hat konservieren können. Als klare Anwärterinnen auf die Podestplätze muss man Michaela Dorfmeister und im Super-G auch Alexandra Meissnitzer auf der Rechnung haben, die in ihrer letzten Saison mit konstant sehr guten Leistungen glänzen. Nach zuletzt drei Podestplätzen in Folge in Bad Kleinkirchheim führt Dorfmeister derzeit sowohl die Abfahrts- als auch die Super-G-Wertung im Weltcup an.

Heimspiel für die Eidgenossen
Bereits in Bad Kleinkirchheim deuteten die Schweizer Fahrerinnen ihr Potenzial an, in St. Moritz werden die Fans sie nun noch weiter nach vorne treiben wollen. Dass mit Sylviane Berthod die vielleicht derzeit stärkste Schweizer Speed-Fahrerin verletzt fehlen wird, ist allerdings ein kleiner Rückschlag. Dennoch ruhen in St. Moritz große Hoffnungen auf Fränzi Aufdenblatten und Nadia Styger. Hoffentlich werden die Athletinnen diesem Druck standhalten können.

Wohin geht der Trend beim DSV?
In Bad Kleinkirchheim konnten die deutschen Damen in den Speed-Rennen nicht überzeugen. Auf der neuen Strecke gab es kaum einen Lichtblick, schmerzlich vermisst man beim DSV in diesen Tagen Hilde Gerg und Maria Riesch. Vielleicht gelingt aber Petra Haltmayr endlich die Leistung, zu der sie in der Lage ist. In der Super-Kombination schließlich ist Martina Ertl-Renz einiges zuzutrauen. Dort soll auch Monika Bergmann-Schmuderer weiter nach ihre Bestform suchen. Sieben Athletinnen wurden vom DSV für die Rennen in St. Moritz nominiert: Martina Ertl-Renz (SC Lenggries), Petra Haltmayr (SC Rettenberg), Isabelle Huber (SC Ruhpolding), Steffi Stemmer (SC Rottach-Egern), Gina Stechert (SC Oberstdorf), Monika Bergmann-Schmuderer (SV Lam) und Fanny Chmelar (SC Partenkirchen).

ÖSV:Kampf um die Olympia-Plätze
Wie vor jedem Großereignis geht bei den Österreicherinnen auch vor Olympia in Turin der Kampf um die Startplätze los. In den Speedrennen überzeugten bislang lediglich Dorfmeister und Meissnitzer, die gesetzt sind. Aber auch 'Speed-Queen' Renate Götschl wird in Turin wohl kaum zuschauen müssen, auch wenn sie ihrem Ehrentitel in dieser Saison noch nicht gerecht werden konnte. Um so enger wird es dadurch für die anderen Kandidatinnen: Elisabeth Görgl, Andrea Fischbacher und Brigitte Obermoser müssen sich in St. Moritz beweisen. Marlies Schild, die in dieser Saison im Super-G bereits einmal Achte wurde, wird sich wohl auf die technischen Wettbewerbe konzentrieren.

Termine für den Weltcup 2006
Freitag, 20. Januar 2006:
Super-G der Damen ab 13.00 Uhr
Samstag, 21. Januar 2006:
Abfahrt der Damen ab 13.15 Uhr
Sonntag, 22. Januar 2006:
Super-Kombination der Damen
Kombinations-Abfahrt ab 11.45 Uhr
Kombinations-Slalom ab 14.30 Uhr

Von den Rennen werden wir natürlich in unserem Live-Ticker berichten.