Der Klassiker hielt, was er versprach: Die Lauberhornrennen 2006 zogen knapp 48.000 Zuschauer an drei Tagen an die Pisten des Schweizer Skiortes Wengen. Bei besten Wetterbedingungen sorgten die Fans für eine tolle Atmosphäre für alle Rennfahrer, zumal die Eidgenossen auf der Piste nicht um den Sieg mitfahren konnten. Bei den drei Wettbewerben der Herren zeigten die Athleten aber spannende Rennen mit drei verschiedenen Siegern: Raich, Rahlves und Rocca standen am Ende ganz oben auf dem Podest.

Miller verpasst Kombinations-Sieg
Bis kurz vor den eigentlichen Wettkämpfen gehörten die Schlagzeilen aber dem Amerikaner Bode Miller, der in einer öffentlichen Entschuldigung seine letzten Kommentare über Alkohol im Rennsport klarstellte und sich im Anschluss endlich wieder auf den Sport konzentrieren konnte. In der anschließenden Kombination war er dann sogar auf Siegkurs, ein Einfädler brachte ihn im abschließenden Slalom aber um den Erfolg. Statt dessen holte sich Benjamin Raich (AUT) den Sieg, gefolgt von Kjetil-Andre Aaomdt (NOR), der in Wengen vor allem in der Abfahrt zu überzeugen wusste. Den dritten Rang sicherte sich der junge Italiener Peter Fill.

Lauberhorn-Klassiker an Daron Rahlves
Bei der längsten Abfahrt im Weltcup-Zirkus ist vor allem Ausdauer gefragt, um auch die letzten schnellen Kurven noch sicher fahren zu können. Am besten gelang dies Daron Rahlves. Der Amerikaner landete vor dem ÖSV-Trio Michael Walchhofer, Fritz Strobl und Hermann Maier und untermauerte einmal mehr seine Ambitionen auf die olympische Goldmedaille in dieser Disziplin. Mit seinem fünften Platz bestätigte der Norweger Aamodt seine gute Form.

Rocca nicht zu schlagen
Vor einem Jahr feierte Alois Vogl in Wengen einen überraschenden Erfolg, in diesem Jahr feierte er die Rückkehr in die Weltspitze. Nach zuletzt einigen Ausfällen und einem Sicherheitsergebnis in Adelboden war sein Lauf auf das Siegerpodest ein deutlcihes Signal in die richtige Richtung. Erneut ganz oben stand aber Giorgio Rocca, der in beiden Läufen die konstanteste Leistung brachte. Er profitierte in Wengen bereits zum dritten Mal in dieser Saison vom Ausfall von Benjamin Raich, der nach dem ersten Lauf in Führung gelegen hatte. Im Finale fädelte der Österreicher bereits nach drei Toren ein - eine Unachtsamkeit brachte ihn um den möglichen Sieg. Zweiter wurde der Finne Kalle Palander.