Die Weltcup-Rennen der Herren in Adelboden (SUI) haben gezeigt, dass es in den technischen Disziplinen derzeit jeweils einen dominierenden Skirennläufer gibt. Während der Italiener Giorgio Rocca im Slalom auch das vierte Rennen der Saison gewann, fuhr Benni Raich im Riesenslalom in einer anderen Liga.

Raich unterstreicht Favoritenrolle für Olympia
Mit seinem Sieg im Riesenslalom hat Benni Raich seine beeindruckende Form bewiesen, und damit seine Favoritenrolle für die Olympischen Spiele in Turin unterstrichen. Bis zu den Winterspielen wird es keinen weiteren Riesenslalom mehr geben, sodass Raich mit den Siegen in Adelboden und Karnjska Gora (SLO) zum absoluten Topanwärter auf olympisches Gold in dieser Disziplin avanciert ist. Ohnehin scheinen die Österreicher diese Goldmedaille sicher einplanen zu können, da die anderen beiden Riesenslaloms mit Hermann Maier und Hannes Reichelt ebenfalls von ÖSV-Athleten gewonnen werden konnten.

"Ski-Opa" mit Überraschung
Für eine Überraschung sorgte in Adelboden der älteste Fahrer im Skizirkus. Fredrik Nyberg wurde hinter Raich Zweiter und spielte dabei seine ganze Routine aus. Dies ist die beste Platzierung seit 2001 für den 36 Jahre alten Schweden.

Rocca im Slalom unbesiegbar?
Im Slalom sieht die Situation nicht anders aus, nur das hier Giorgio Rocca allen davon fährt. Für den Italiener war es der vierte Sieg im vierten Rennen. Dabei scheint Rocca keine Nerven zu besitzen. Auch auf dem schwierigen Kuonisbergli ließ er sich weder von der Piste noch von der Kulisse beeindrucken und siegte mit sechs Zehnteln vor dem jungen Amerikaner Ted Ligety, der, wenn er so weiter fährt in der Lage sein könnte, Rocca zu besiegen.

Beide Rennen geprägt von vielen Ausfällen
Der schwierige Hang in Adelboden selektierte das Starterfeld doch erheblich. So schieden im Riesenslalom in beiden Läufen 26 Rennläufer aus. Im Slalom mussten sich sogar 35 der 77 Starter bereits im ersten Durchgang geschlagen geben und scheiterten teilweise am steilen Zielhang oder an ihrer zu forschen Fahrweise.

Alois Vogl mit ersten Punkten
Ausgerechnet bei diesem Klassiker hat Alois Vogl die Wende geschafft. Der DSV-Athlet, der bisher in allen Slaloms im ersten Durchgang ausschied, verpasste mit seinem neunten Platz nur um eine Position die direkte Olympiaqualifiaktion. Dabei fuhr der Zwieseler nach eigenen Angaben im ersten Lauf nur 60 Prozent, da er unbedingt das Finale erreichen wollte.

Miller sorgt weiter für Schlagzeilen
Für andere Schlagzeilen sorgte an diesem Wochenende wieder der Gesamtweltcupgewinner des Vorjahres. Bode Miller haderte zwar mit seinem Material, wirkte aber in beiden Rennen eher lustlos. Ein Ausfall und ein 14. Platz sind nicht das, was sich der Allrounder vorstellt. Zudem soll er in einem Interview zugegeben haben, bereits unter Alkoholeinfluss an Rennen teilgenommen zu haben. Nachdem dieses Statement verbreitet wurde, dementierte der US-Skistar seine Aussage aber wieder.