Auch auf dem Kuonisbergli in Adelboden (SUI) war Giorgio Rocca das Maß der Dinge im Herren Slalom. Auf dem sehr anspruchsvollen und steilen Hang siegte der Italiener in 1:39.14 Minuten deutlich vor Ted Ligety aus den USA (1:39.74 Min.) und Benjamin Raich (AUT, 1:39.92 Min).

Start-Ziel-Sieg für Rocca
Rocca startete mit der Nummer eins und fuhr auf der frischen Piste auch im Steilhang wie auf Schienen. Nach der Bestzeit in Durchgang eins traf er dann im Finale auf einen Kurs voller Rippen und Schläge, ließ sich aber davon nicht beeindrucken. Am Ende verwies er Ligety und Raich doch deutlich auf die Plätze und bestätigte so seine derzeitige Ausnahmestellung in dieser Disziplin.

Ligety mit wildem Ritt auf Platz zwei
Erneut überzeugend war Ted Ligety unterwegs. Der Amerikaner, Zweiter der Slalom-Wertung, konnte trotz höherer Startnummer als einziger im ersten Lauf in Schlagdistanz zu Rocca bleiben. Als er im Finale trotz eines Fehlers im Steilhang, der ihn fast das Rennen gekostet hätte, die Spitze übernahm, jubelte er befreit auf. Damit kam er vor Benni Raich ins Ziel, der in beiden Durchgängen nicht ohne Fehler geblieben war und ein weiteres Ausscheiden im Slalom wohl vermeiden wollte.

Vogl mit Sicherheitslauf in die Top-Ten
Für die DSV-Starter Alois Vogl (SC Zwiesel) und Felix Neureuther (SC Partenkirchen) ging es in Adelboden um die Erfüllung der Olympia-Norm. Vogl wollte zudem die ersten Weltcup-Punkte in dieser Saison einfahren. Dafür fuhr er im ersten Durchgang auf Sicherheit, im Finale riskierte er bereits mehr und stieß von Position 13 auf Rang neun vor. Damit ist die halbe Norm für Vogl erfüllt, was ihm die nötige Sicherheit für die kommenden Rennen geben dürfte. Felix Neureuther zeigte zwei nicht ganz fehlerfreie Läufe und erreichte damit den 19. Platz. Beide DSV-Starter haben bei den kommenden Klassikern im Januar noch genügend Zeit, das Ticket nach Turin zu lösen. Pech hatte Stefan Kogler (SC Schliersee), der mit der hohen Startnummer 51 ins Rennen ging und als 31. das Finale um sieben Hundertstel verpasste.

Albrecht rettet Schweizer Ehre
Zunächst sah es wieder nach einem Debakel für die Schweizer aus, die mit Marc Berthod und Daniel Albrecht mit Mühe zwei Finalisten stellen konnten. Die beiden Eidgenossen konnten im zweiten Durchgang aber das Blatt für die Gastgeber wenden. Albrecht fuhr Laufbestzeit und verbesserte sich von Rang 26 auf Position zwölf. Berthod verbesserte sich mit der drittbesten Laufzeit von Platz 27 auf 16. Stark war auch das schwedische Team, das mit Markus Larsson und Andre Myhrer die Ränge sechs und sieben belegen konnte.

Nur die Hälfte sieht das Ziel in Adelboden
Dabei stellte der berüchtigte Hang die Slalom Experten vor eine harte Probe. Auf der eisigen und zum Teil extrem steilen Piste fielen alleine im ersten Durchgang 35 der 77 Teilnehmer aus. Unter den Opfern des Hanges befanden sich dabei auch viele prominente Namen, darunter die Österreicher Manfred Pranger, Mario Matt und Rainer Schönfelder oder Aksel Lund Svindal (NOR). Auch US-Star Bode Miller sah die Ziellinie nicht, nach einem lustlos wirkenden Auftritt.Im zweiten Durchgang mussten dann noch der Sechste und Fünfte des ersten Laufes, Akira Sasaki (JAP) und Ivica Kostelic aus Kroatien passen.

Nächster Schweizer Klassiker in Wengen wartet
Mit diesem Ergebnis behaupteten Rocca und Ligety die Positionen eins und zwei im Slalom-Weltcup. Die kleine Kristallkugel dieser Disziplin ist für den Italiener wohl nur noch Formsache. Benni Raich baute hingegen seine Führung im Gesamtweltcup aus. Die Herren fahren nun vom 13. bis 15. Januar 2006 in Wengen (SUI), wo eine Abfahrt und ein Slalom, sowie eine Super-Kombination anstehen.