In einem spektakulären Finale hat sich der Österreicher Benjamin Raich seinen ersten Sieg im Olympischen Winter 2005/2006 gesichert. In 2:22.46 Minuten war er eine glatte Sekunde schneller als der Zweitplatzierte Massimiliano Blardone (ITA, 2:23.46 Min.). Dritter wurde Thomas Grandi aus Kanada (2:23.61 Min.).

Podkoren fordert die Experten
Bereits im ersten Durchgang kamen viele der Stars mit der eisigen Piste 'Podkoren' im slowenischen Weltcuport Kranjska Gora nicht zurecht. Mit höheren Startnummern wurde der Hang immer rippiger und schwieriger zu fahren. Auch konnten die Athleten die Übergänge im Hang kaum erkennen. Das machte sich bemerkbar mit zum Teil schweren Fehlern und deutlichen Rückständen, sowie einigen Stürzen. Auch im zweiten Durchgang gab es spektakuläre Ausfälle, denn auch die größten Namen mussten dem schweren Hang Tribut zollen.

Raich dominiert bei schwersten Bedingungen
Unter diesen Umständen setzte sich Benjamin Raich glanzvoll durch. Bereits im ersten Durchgang konnte ihm nur Hermann Maier folgen, im Finale siegte er unangefochten. Hinter ihm konnte Massimiliano Blardone den zweiten Platz erringen und übernahm damit die Führung im Riesenslalom-Weltcup. Für Thomas Grandi ging es im Finale von Platz fünf noch auf das Podest - vor allem dank einiger prominenter Ausfälle.

Aus für Miller, Rahlves und Maier
Gerade für das US Ski-Team hatte der Finaldurchgang Höhen und Tiefen. Während James Cochran und Erik Schlopy ihre Chance im zweiten Lauf nutzten, um noch auf die Plätze sechs und sieben vorzufahren, fielen die beiden Top-Stars aber beide aus. Bode Miller kam bereits nach wenigen Toren in Rücklage und flog aus dem Kurs. Zwar stieg er noch einmal hoch, dennoch kam er nicht mehr in die Wertung und konnte damit keine Punkte erringen. Daron Rahlves fädelte ein, nachdem er noch im ersten Lauf auf Rang drei gelegen hatte. Spektakulär verlief der Sturz von Hermann Maier: Im Zielhang hob er ab, fiel auf den Rücken und rauschte mit vollem Tempo in die Schutznetze. Zum Glück konnte er danach wieder aufstehen und blieb augenscheinlich unverletzt. Der mögliche Podestplatz für den 'Herminator' war allerdings verloren.

Franzosen stark im Finale
Die besten Laufzeiten im zweiten Durchgang setzten zwei Franzosen: Thomas Fanara und Raphael Burtin, mit den Startnummern 49 und 47 ins Rennen gegangen, kamen mit dem Hang blendend zurecht und konnten so beide noch unter die besten 15 vorfahren. Auch Abfahrer Marco Büchel aus Liechtenstein überraschte mit einer sehr guten Leistung in Durchgang zwei und stürmte damit in der Gesamtwerung noch auf den achten Rang vor.

Neureuther verpasst zweiten Lauf
Das Finale fand erneut ohne deutsche Beteiligung statt. Der einzige Starter Felix Neureuther, derzeit noch durch eine Handverletzung gehandicapped, verpasste als 47. des ersten Durchgangs einmal mehr die Entscheidung. Morgen kann man allerdings mehr von ihm erwarten, wenn seine Spezialdisziplin ansteht, der Slalom.

Miller führt weiter im Gesamtweltcup
Trotz seines Ausfalls bleibt Bode Miller in der Gesamtwertung des Weltcups vorne. Allerdings ist die Spitze hier weiter zusammengerückt. Miller bleibt bei 442 Zählern knapp vor dem Norweger Aksel Lund Svindal (437), der heute mit einer Rippenverletzung auf den 19. Platz kam. Auf Rang drei verbesserte sich Raich (430), der nun knapp vor Landmann Michael Walchhofer (420) liegt. Auch im Riesenslalom bleibt es eng: Hier liegt Blardone mit 240 Punkten vor Raich (186) und Bode Miller (180).