Zum ersten Mal fand ein Weltcup-Rennen in Tschechien statt und Janica Kostelic (CRO) gewann in Spindlermühle ihr erstes Weltcup-Riesenslalom-Rennen der Karriere. In der Gesamtzeit von 02:21.30 Minuten verwies die Kroatin die beiden Österreicherinnen Kathrin Zettel (02:21.38 Min.) und Marlies Schild (02:21.40 Min.) auf die Plätze.

Premiere in Tschechien
Schon zweimal zuvor sollte es in den vergangenen Jahren Weltcup-Rennen in Tschechien geben, doch jedes Mal verhinderte zu wenig Schnee eine Austragung. In diesem Jahr präsentierte sich Spindlermühle allerdings in einem ganz anderen Bild. Zahlreicher Neuschnee erwartete die Athletinnen und sorgte für eine weiche Auflage.

Kostelic mit erstem Riesenslalom-Sieg
Nach dem ersten Duchgang lag Kostelic noch auf dem dritten Rang, doch spielte sie im Finale ihr ganzes Können aus. Sehr aggresiv und stark im Steilhang übernahm sie zu diesem Zeitpunkt die Führung und weder Tina Maze noch Nicole Hosp, die nach dem ersten Lauf vor ihr waren, konnten die Kroatin noch abfangen. Im Ziel konnte Kostelic ihr Glück kaum fassen. Es war ihr 22. Weltcup-Sieg, doch der erste im Riesenslalom. Damit muss man bei den Olympischen Spielen im Februar 2006 Kostelic auch in dieser Disziplin wieder auf der Rechnung haben.

Starkes ÖSV-Duo auf dem Podest
Auch die ÖSV-Damen setzten ihren Erfolgslauf fort. Mit der jungen Kathrin Zettel und der wiedererstarkten Marlies Schild waren erneut zwei Österreicherinnen auf dem Podest. Während Zettel zum wiederholten Male in dieser Saison ihr Talent zeigte, war es für Schild der erhoffte Befreiungsschlag. Sie musste bislang in dieser Saison mit hinteren Platzierungen vorlieb nehmen, doch am Mittwoch platzte der Knoten gerade im Finale, wo sie vom 14. Rang mit Laufbestzeit noch auf das Podest fuhr. Mit Nicole Hosp, Michaela Dorfmeister und Michaela Kirchgasser waren drei weitere ÖSV-Damen unter den ersten zehn.

Annemarie Gerg beste Deutsche
Erfreulich war das Rennen auch aus deutscher Sicht, denn gleich drei Damen qualifizierten sich für das Finale. Annemarie Gerg bestätigte dabei ihre gute Form aus dem Slalom und fuhr zunächst mit der hohen Startnummer 51 in das Finale und verbesserte sich dort vom 18. noch auf den 11. Rang. Damit war sie beste Deutsche. Martina Ertl-Renz kam mit den Bedingungen nicht ganz so gut zurecht und kam am Ende auf den 22. Platz.

Erste Weltcup-Punkte für Hölzl
Die 21-jährige Kathrin Hölzl konnte in den letzten beiden Wochen im Europacup zwei Rennen gewinnen und wurde mit einem Start in Spindlermühle belohnt. Sie rechtfertigte das Vertrauen der Trainer mit dem Einzug in das Finale der besten 30 und einem starken Lauf im zweiten Durchgang. Mit der viertbesten Laufzeit schob sie sich noch vom 28. auf den 24. Platz und holte sich damit zum ersten Mal in ihrer Karriere Weltcup-Punkte. Anja Blieninger verpasste als 35. nur um 15 Hundertstel das Finale. Monika Bergmann-Schmuderer nutzte den Riesenslalom zum Einfahren für den Slalom am Donnerstag und verpasste das Finale.

Rückschlag für die Schweizerinnen
Die Schweizer Skidamen waren in der laufenden Saison auf dem aufsteigenden Ast, doch am Mittwoch gab es für sie einen kleinen Rückschlag. Keine Läuferin von Swiss-Ski erreichte den zweiten Durchgang. Besonders bitter war das Rennen für die Riesenslalom-Weltmeisterin von 2001 Sonja Nef, die in ihrer Paradedisziplin als 33. das Finale verfehlte.