Knapp zwei Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele stehen die Organisatoren vor handfesten finanziellen Problemen. Die italienische Regierung kürzte im Rahmen eines Sparpaketes die Zuschüsse für das Organisationskomitee TOROC um 64 Millionen Euro. Zusätzlich hatten die Veranstalter 24 Millionen Euro an Einnahmen über ein Rubbelspiel eingeplant - die Genehmigung dafür liegt weiterhin nicht vor.

Olympia und Paralympics gefährdet
Unter diesen Voraussetzungen läuten die Alarmglocken bei TOROC, dessen Präsident Valentino Castellani dem italienischen Wirtschaftsminister Giulio Tremonti ein geringes Interesse an den Spielen im eigenen Land unterstellte. Er geht aber weiter davon aus, dass die Olympischen Spiele wie geplant stattfinden werden. Eine pessimistischere Sicht der Dinge äußerte der Turiner Bürgermeister Sergio Chiamparino, der die Austragung der Winterspiele wie der Paralympics im Anschluss als akut gefährdet ansieht. Man sei nun nicht mehr in der Lage, die Gehälter der Mitarbeiter zu zahlen.

Parlament hat letztes Wort
Der Regierungsbeschluss muss nun noch vom italienischen Parlament ratifiziert werden, bevor er in Kraft tritt - die TOROC-Verantwortlichen haben damit noch Grund zur Hoffnung. Das Sparpaket wird noch im Dezember den Volksvertretern zur Entscheidung vorgelegt. Bereits ohne die weiteren Budgetkürzungen hatten die Veranstalter mit erheblichen terminlichen und finanziellen Problemen zu kämpfen. Ob die Olympischen Spiele in Turin in angemessenem Rahmen vonstatten gehen können, scheint im Lichte der neuesten Entwicklungen äußerst fraglich.