In einem bis zum Schluss abwechslungsreichen und offenen Wettbewerb setzte Didier Defago bei der Super-Kombination der Herren in Val d’Isere mit 2:42.96 Minuten zunächst die beste Zeit. Eine halbe Stunde nach dem Rennen wurde er aber von den Offiziellen aus der Wertung genommen - er hatte einen nicht zugelassenen Ski benutzt. Daher gewann ÖSV-Fahrer Michael Walchhofer (2:43.15 Min.) vor Rainer Schönfelder (2:43.32 Min.) und dem Amerikaner Bode Miller (2:43.56 Min.).

Überraschung in der Abfahrt
Zum zweiten mal nach der Premiere in Wengen (SUI) im Vorwinter wurde die Kombination mit einem verkürzten Abfahrtslauf und nur einem Slalomdurchgang durchgeführt. Daher wurde den Speed-Fahrern eine größere Chance eingeräumt, ganz nach oben zu fahren. Doch die besten Abfahrer fanden im oberen Abschnitt der Abfahrt Bedingungen vor, die sie viel Zeit kosteten. Sowohl Miller wie Maier als auch Rahlves und Walchhofer verloren bereits am Anfang bis zu eineinhalb Sekunden auf die Spitze. Der Schnellste der Abfahrt war demnach Erik Guay aus Kanada, vor Kjetil Andre Aamodt (NOR) und Bruno Kernen aus der Schweiz.

Maier und Rahlves lassen Slalom aus
Im Slalom konnten dann die Technik-Experten punkten. Während einige Stars, darunter Maier und Rahlves, gar nicht erst antraten, nutzte Rainer Schönfelder gute Bedingungen zu Beginn des zweiten Durchganges und fuhr noch aufs Podium. Während Benjamin Raich das letzte Risiko vermissen ließ und Bode Miller im Zielhang einen dicken Patzer hatte, konnten dann Michael Walchhofer und Didier Defago im Slalom auftrumpfen. Beide fuhren voll auf Angriff und ihr Risiko wurde belohnt. Im Ziel küsste Abfahrts-Champion Walchhofer seine Slalom-Skier und Defago jubelte über seinen vermeintlichen Erfolg - jedoch nur eine halbe Stunde lang wähnte sich der Schweizer als Sieger. Dann wurde er disqualifiziert, da sein Ski nicht dem Reglement entsprochen hatte. Damit gewann Walchhofer nach der Abfahrt auch die Kombination.

Aamodt fällt zurück, Guay steigt zurück
Nicht rund lief es für die besten der Kombinationsabfahrt in Durchgang zwei. Während der nach Lauf eins als Top-Favorit gehandelte Aamodt kleinere Fehler anhäufte, musste Erik Guay zurücksteigen und büßte dabei eine halbe Minute ein. Damit erging es ihm wie vielen Speed-Experten, die deutliche Schwierigkeiten mit dem Hang hatten und letztlich froh waren, im Ziel zu sein. So sah es wohl auch AJ Bear aus Australien, der, mit 12,3 Sekunden Rückstand im Ziel angekommen, die Arme in die Höhe riss.

Spannung bis zum Schluss
Das Reglement erlaubte einen spannenden Wettkampf, bei dem die Slalomfahrer bis zuletzt trotz hoher Rückstände noch in die Punkteränge vorfuhren. Am besten gelang dies Jean Baptiste Grange (FRA) und Ted Ligety (USA). Grange verbesserte sich dank der zweitbesten Laufzeit im Slalom von Platz 56 auf Position 19. Der Amerikaner stieß von Rang 48 noch auf die elfte Stelle vor.

Stehle verpasst Punkte nur knapp
Für den DSV gab es auch heute keine Weltcup-Punkte zu feiern. Dabei kam Johannes Stehle auf Rang 36, Stephan Keppler schied im Slalom nach Torfehler aus.