Erneute Überraschung im Ski-Weltcup der Herren: Auch beim Super-G in Lake Louise konnte sich keiner der Favoriten durchsetzen. In einem Rennen am Rande der Regularität holte Hannes Reichelt seinen ersten Weltcup-Sieg.

Vom Winde verweht
Stürmisch waren die Bedingungen beim ersten von vier in Beaver Creek angesetzten Rennen innerhalb von vier Tagen. Nachdem das letzte Abfahrtstraining bereits hatte abgesagt werden müssen, hatten die Veranstalter das Startintervall verkürzt, um alle Läufer starten lassen zu können. Es folgte jedoch ein Lotteriespiel, dass nur den ersten Startern reelle Chancen auf den Sieg ließ. Als die Stars mit höheren Nummern ins Rennen gingen, konnten sie nur noch um die Plätze fahren.

Sicherheit der Fahrer nicht gewährleistet
Ab Startnummer 30 nahm die Windstärke sogar noch weiter zu, so dass inzwischen sechs Fahrer nacheinander ihren Lauf aus Sicherheitsgründen abbrachen. Bei einigen Böen mussten sich Pistenhelfer an Werbeschildern festhalten, um nicht umgeweht zu werden. Der Franzose Antoine Deneriaz, in den Trainingsläufen zuletzt in starker Verfassung, kommentierte die Bedingungen mit höhnischem Applaus in Richtung der Veranstalter. Das Endergebnis gibt damit kaum den derzeitigen Leistungsstand der Athleten wieder.

Erster Triumph für Reichelt
Die widrigen Bedingungen kamen vor allem zwei ÖSV-Fahrern zu gute. Hannes Reichelt siegte in einer Zeit von 01:17.33 Minuten vor dem Kanadier Erik Guay (01:17.37 Min.) und Matthias Lanzinger (AUT, 01:17.49 Min.) . Damit feierte der 25-Jährige seinen ersten Weltcup-Sieg. Zuvor hatte er bereits zweimal in der Saison 2002/2003 einen Super-G Podestplatz erreicht.

Svindal weiter mit guter Form
Die eigentlichen Favoriten folgten mit deutlichem Abstand auf den Plätzen vier bis acht. Noch am besten kam Aksel Lund Svindal (NOR), der noch in Lake Louise gewonnen hatte, mit den Bedingungen zurecht und bewies seine derzeit hervorragende Form mit Platz vier. Ganz knapp wurde es dann auf den Rängen fünf bis acht, die an Daron Rahlves (USA), Didier Defago (SUI), Kjetil Andre Aamodt (NOR) und Hermann Maier aus Österreich gingen.

Rückschlag für Bode Miller
Während sich Svindal, Maier und Aamodt damit sowohl im Super-G als auch im Gesamtweltcup wichtige Punkte sicherten, war Bode Miller einer der Verlierer des Abends. Er musste nach einer Windboe das Rennen beenden und konnte nach seinen Doping-Äußerungen in Beaver Creek keinen sportlichen Akzent setzen. Mit Christoph Gruber (AUT), der zuletzt Trainingsschnellster gewesen war, und den beiden Schweizern Didier Cuche und Bruno Kernen fielen noch weitere große Namen den Bedingungen zum Opfer - sie alle erreichten das Ziel nicht. Deutsche Teilnehmer waren beim Super-G in den USA nicht am Start.