Ob Tourengeher, Variantenfahrer, Snowboarder oder Schneeschuhwanderer: abseits der Pisten auf verschneiten Hängen unterwegs zu sein, ist für viele Menschen eine Leidenschaft. Bevor wir im nächsten Teil die bekannten fünf Methoden des Risikomanagements von Lawinengefahren detaillierter vorstellen, äußern sich hier drei Lawinenexperten über die Herstellung eines verständlichen Bildes einer Lawinengefährdung, über stufenweise Strategien und über Verhaltensweisen, sich im winterlichen Hochgebirge zu orientieren und über das "Risikobewusstsein für Schneedeckenzusammenhänge".

Nur ein Leitfaden
Was wir in der weiteren Folge bis zum Ende bieten, ist keine direkte Handlungsanweisung, sondern vielmehr als Leitfaden zur Auseinandersetzung und Bewusstseinsschärfung zu verstehen: Alle Fachleute erklären letztendlich, dass es unentbehrlich ist, sich ausbilden zu lassen! Die Experten sind sich einig: Mindestens eine dreitägige Ausbildung in der Lawinenkunde sollte mittlerweile Standard sein für all jene, die abseits der Pisten in die Berge gehen - vor Ort muss man die Situation einschätzen können. Wichtig ist das genaue Beobachten der Natur.

Interview mit Michael Staudinger
Michael Staudinger ist Leiter der Lawinenwarnzentrale Salzburg. Er war unter anderem an der Entwicklung der europäischen, fünfstufigen Lawinengefährdungsskala beteiligt. Lawinenwarnzentralen versorgen die Öffentlichkeit täglich mit aktuellen Berichten zur Schneesituation und - in diesem Fall - über entsprechende Lawinengefährdungen im Salzburger Land.

Interview mit Martin Engler
Martin Engler (Jahrgang 1962) lebt im Allgäu. Er ist Berg- und Skiführer. Einen Namen hat er sich als Lawinenfachmann gemacht, der auch vor Selbstversuchen in und mit Lawinen nicht zurückschreckte - seine mehr als 20-jährige Entwicklungsarbeit im Hinblick auf Entscheidungsstrategien bei Lawinengefahren, gipfelten im "Faktorencheck" und der "SnowCard". Gerade die SnowCard erfüllte den Wunsch vieler alpiner Verbände, Nichtprofis ein winterliches, hochalpines Risikomanagement zu ermöglichen. Engler fasste sein Fachwissen und seine Ansätze 2001 in dem Buch "Die weiße Gefahr" zusammen.

Interview mit Michael Larcher
Michael Larcher ist Ausbildungsleiter für den Bergsportbereich im Österreichischen Alpenverein. Der Lawinenfachmann und Autor hat den Begriff der "Strategischen Lawinenkunde" geprägt, mit dem wir uns im vierten Teil dieser Lawinenserie intensiver auseinandersetzen.

Quellen und Literatur
- www.vdbs.de
- Günter Durner und Alexander Römer, Lawinen Know-How, 1. Aufl. 2003, ISBN 3-9807101-5-7
- Günter Durner und Alexander Römer, Erste Hife Bergrettung, 1. Auflage 2002, ISBN 3-9807101-2-2
- Werner Munter, 3x3 Lawinen - Entscheiden in kritischen Situationen, 2. Aufl. 1999, ISBN 3-00-002060-8
- Martin Engler, Die weiße Gefahr: Schnee und Lawinen..., 1. Aufl. 2001, ISBN 3-9807591-1-3