Wintersportler wie Skitourengeher, Snowboarder oder Freerider, die sich eigenverantwortlich im alpinen Gelände bewegen, sollten sich ausführlich mit dem äußerst komplexen Thema Lawinen auseinandersetzen.

Faktoren
Damit das Lawinenrisiko beurteilt und eingeschätzt werden kann, müssen unzählige Faktoren berücksichtigt werden. Aber selbst wenn man alle Faktoren, die zur Lawinenbildung beitragen, genau analysieren und auswerten würde, könnte man niemals mit 100 Prozent Sicherheit die Lawinensituation beurteilen. Die Einschätzung der Lawinengefahr wird mit der Anzahl der Faktoren, die berücksichtigt werden, immer genauer. Doch welche Faktoren tragen zur Lawinenbildung bei? Was gehört außer der Schnee- und Lawinenkunde noch zum unentbehrlichen Wissen, um eine Tour im winterlichen Gebirge durchzuführen?

Lawinenkunde und Tourenplanung
Die Materie Schnee und Lawinen ist überaus komplex, hinzu kommen noch die Faktoren, die zur Umsetzung einer Tour berücksichtigt werden müssen. Es gibt Unterschiede zwischen den beiden Themenblöcken Lawinenkunde und Tourenplanung. Beide Themen gehören zusammen und dürfen nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Was nützt es, wenn man sich in der Schnee- und Lawinekunde bestens auskennt aber keine Ahnung hat, wie eine Tour geplant und durchgeführt werden soll?
Das große Problem besteht darin: Wer nimmt sich schon die Zeit, sich mit diesen komplexen Themen auseinanderzusetzen? Wer das eigene Wissen selbstkritisch prüft, wird feststellen, dass es mit Sicherheit einige Lücken gibt. Doch wie die Lücken schließen? Bei Lawinenlehrgängen zeigt sich immer wieder, dass sogar "alte Hasen" gravierende Wissenslücken aufweisen. Selbst bei einem mehrtägigen Lawinenseminar reicht die Zeit nicht aus, um alle wichtigen Aspekte zu beleuchten.

Komplizierte Sachverhalte vereinfachen
Bergführer Günter Durner hat sich lange Gedanken gemacht, wie man die Thematiken leicht verständlich aufbereiten kann. Gemeinsam mit Alexander Römer und Christian Schneidermeier hat er im letzten Winter einige Lawinenseminare durchgeführt. Dabei ist ihnen die grundsätzliche Idee des Lawinenwarndreieck (LWD) gekommen. Da Durner nicht nur als Bergführer sondern hauptsächlich als Managementtrainer tätig ist, weiß er, dass man nur erfolgreich arbeiten kann, wenn komplizierte und undurchsichtige Vorgänge transparent aufgezeigt werden. Nur wenn komplexe Strukturen einfach und logisch dargestellt werden, können sie nachvollzogen und befolgt werden.
Das LWD ist ein visuelles Handwerkszeug, das die Thematik Lawinen und Tourenplanung anschaulich nahe bringen soll. Auf diesem Wege soll es möglich sein, die kompakte Materie zu durchschauen und alle wichtigen Faktoren dauerhaft berücksichtigen zu können.

Welcher Gedanken hinter dem LWD© steckt
Wenn Sie die Thematik Lawinen genauer betrachten wird Ihnen auffallen, dass sich die Zahl "drei" sehr häufig findet - so bei Werner Munters "3x3" oder bei den Faktoren, die für die Schneebrettbildung ausschlaggebend sind (Schnee, Hang, Wind).
Was lag also näher, als optisches Zeichen ein Dreieck zu wählen. Da es sich um ein Modell handelt, das Sie vor der größten Gefahr im Wintersport warnen soll, heißt es Lawinen-Warn-Dreieck. Dreht man die drei Buchstaben um, erhält man DWL, was für "Dadurch wirklich lernen" steht. Ziel des Ganzen ist es, ihnen ein Hilfsmittel an die Hand zu geben, durch das sie die komplexe Thematik besser reflektieren und anwenden können.

Drei Seiten
Die drei Seiten des zentralen Dreiecks stellen drei verschiedene Faktoren dar: "Zu Hause", "Auf Tour" und "Im Notfall".
Zu jeder Thematik ergeben sich weitere Unterpunkte, die in kleineren Dreiecken dargestellt werden. Das gesamte Modell darf keinesfalls statisch betrachtet werden. Es handelt sich um ein flexibles Modell, es können weitere Faktoren hinzu kommen oder wegfallen. Die Faktoren haben alle eine gleichberechtigte Stellung. Damit Sie Sich die gesamte Thematik besser einprägen können, wurde versucht, möglichst immer mit nur drei Faktoren zu arbeiten, obwohl es zu manchen Bereichen mehr Unterpunkte gibt. Ziel ist aber die möglichst einfache und übersichtliche Darstellung.

Risikomanagement
Über dem zentralen Dreieck in der Mitte liegt das Dreieck zum Risikomanagement. Das hat seinen guten Grund, denn die Auseinandersetzung mit allen relevanten Themen könnte man auch als Risikomanagement bezeichnen. Risikomanagement meint, das bestehende Risiko einer Tour zu erkennen. Durch gezielte Informationsgewinnung ist es möglich, das vorhandene Risiko zu reduzieren. Was bleibt, ist immer ein gewisses Restrisiko, das man annehmen oder ablehnen kann. Dieses Modell wurde mit der Grafik "Risiko-Management im Wintersport" visuell dargestellt.

Eigene Ideen entwickeln
Schauen Sie Sich das LWD-Modell an, machen Sie Sich Gedanken und steigen Sie noch tiefer in diese Thematik ein. Wie anfangs erwähnt: Je mehr Faktoren Sie kennen und diese zur Beurteilung der Gesamtsituation heranziehen können, desto genauer wird die Einschätzung der Lawinengefahr. Nur dadurch erhalten Sie die Möglichkeit, in eigener Verantwortung sicher unterwegs zu sein.

Informationen im Netz
Weitere Informationen über das LWD finden Sie unter www.lawinen-warn-dreieck.de

Anregungen erbeten
Für Anregungen und Verbesserungsvorschläge ist Günter Durner immer offen und dankbar.

Der AMBerg-Verlag
Dieser kleine Verlag ist die ideale Plattform, Publikationen auf den Markt zu bringen, die bei den "großen" Häusern keinen Platz finden würden.
Philosophie ist es, sich alle Möglichkeiten offen zu halten - so geht man bei AMBerg auch beim Gestalten und besonders beim Vertrieb neue Wege.
Bisher sind elf Titel erschienen, die sich alle mit dem Thema Berge beschäftigen. Einige Titel sind bereits vergriffen.

Information und Kontakt
AM-Berg Verlag, Günter Durner
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