Der Weltcup in Lake Louise begann bereits vielversprechend: Bei den Trainingsläufen war Kjetil Andre Aamodt gleich zweimal der schnellste Mann im Feld - was ihm die unbeliebte Startnummer 30 für das Rennen einbrachte. Er musste als Letzter der Top-Favoriten starten, hinter Hermann Maier, Antoine Deneriaz, Didier Cuche und dem Vorjahressieger Bode Miller.

Nur Gold in der Abfahrt fehlt
Eine Trainingsbestzeit - das war dem norwegischen Urgestein bereits seit vielen Jahren nicht mehr passiert. Aamodt gilt als einer der besten Allrounder im Skisport aller Zeiten, nicht zuletzt, da er in allen fünf Disziplinen auf Siege zurückblicken kann. Bereits vor elf Jahren siegte der Norweger bei einer Abfahrt in Chamonix (FRA). Es war das Jahr seines größten Triumphes, denn er gewann auch den Gesamtweltcuptitel. Danach konnte er eine beeindruckende Zahl von Podestplätzen erringen und nicht zuletzt jede Menge Medaillen: Insgesamt 19 mal Edelmetall heimste Aamodt seit der alpinen Skiweltmeisterschaft 1991 bei Großereignissen ein, auch bei den Olympischen Spielen. Ein halbes Dutzend Goldmedaillen gewann er in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom, Super-G und der Kombination. Für sein erstes Abfahrtsgold kämpft er aber immer noch - dieser Erfolg würde den Norweger auf eine Stufe mit anderen Ausnahmeathleten wie Toni Sailer und Jean Claude Killy heben.

Lake Louise - Auftakt einer großen Saison?
Beim ersten Speedrennen der Saison konnte Kjetil Andre Aamodt seine Ambitionen deutlich unterstreichen. Seine hohe Startnummer erwies sich zwar als Nachteil - dennoch suchte der Routinier sich auf der kanadischen Strecke mit sicherem Instinkt die beste Linie und musste sich letztlich nur dem Österreicher Fritz Strobl geschlagen geben. Gerade neun Hundertstel fehlten zum Sieg. Und auch am folgenden Tag konnte Aamodt seine Klasse ausspielen. Beim Super-G an gleicher Stelle fuhr er als Fünfter über die Ziellinie, hier siegte sein Landsmann Aksel Lund Svindal. Damit hat sich Aamodt auch in der Gesamtwertung bereits an die fünfte Position vorgeschoben, was eine sehr gute Ausgangsposition für die kommenden Rennen in Beaver Creek ist. In den USA fahren die Herren in allen Disziplinen. Es könnte also ein großer Auftakt in eine erneut große Saison werden - nicht zuletzt da Konkurrenten wie Bode Miller in Kanada patzten. Letztlich werden aber die Olympischen Spiele in Turin das Ziel aller Athleten sein - und bei solchen Großereignissen ist Kjetil Andre Aamodt stets in Topform gewesen.