Die finanzielle Krise der Turiner Olympiagastgeber hat offenbar auch Einfluss auf die Arbeitsbedingungen für freiwillige Mitarbeiter gefunden. Wer sich als ehrenamtlicher Helfer bei den Olympischen Winterspielen 2006 verdingt, muss offenbar neben seiner Arbeit auch mit finanziellen Belastungen rechnen.

Leistungen heruntergesetzt
In einem Schreiben des Organisationskomitees (TOROC) wiesen die Veranstalter der Winterspiele ihre Volonteers auf die Leistungen hin, mit denen diese während der Großveranstaltung zu rechnen haben. Ursprünglich wollten die Organisatoren für alle Helfer einen breiteren Leistungskatalog anbieten, darunter sollten auch die Übernahme der Reisekosten für Hin- und Rückreise, die Logistische Leitung und Übernahme der Verpflegung durch das TOROC, die Organisation der Übernachtungsmöglichkeiten und Übernahme der Kosten hierfür sowie die Übergabe einer olympischen Uniform an jeden ehrenamtlichen Helfer fallen.

Allein auf Unterkunftsuche
In einem neueren Schreiben von TOROC fallen ein Großteil dieser Leistungen weg. Lediglich die Olympische Uniform und ein Essen pro Arbeitsschicht scheinen im Katalog zu verbleiben. Alle weiteren Leistungen werden nun auf die Helfer selbst zurückfallen. Auch bei der Suche nach einer Unterkunft können die Volonteers von seiten der Organisatoren keine Hilfe erwarten und müssen selbst aktiv werden. Eine Übernahme der Kosten hierfür fällt explizit weg.

Keine Übernahme der Anreisekosten
Die Hin-und Rückfahrt von den Unterkünften zu den Arbeitsplätzen wird mit einer Freikarte für öffentliche Verkehrsmittel gartis ermöglicht. Von der Nutzung privater Fahrzeuge wird von den Organisatoren mangels Parkmöglichkeiten speziell abgeraten. Die Anreise nach Italien oder von Bahnhöfen oder Flughäfen zu den Unterkünften wird aber explizit nicht erstattet. Alles in allem sind dies Fakten, die freiwillige Mitarbeiter nicht gerade ermutigen dürften. Reise- und Verpflegungskosten während der Spiele können das Großereignis schnell zu einem teuren Spaß werden lassen für die, die bereits auf ein Arbeitsentgeld verzichten.