Ski2b.com: Alois, herzlichen Glückwunsch zunächst zu diesem für den DSV gerade zu historischen Slalomsieg.

Alois Vogl: Danke für die Glückwünsche.



Ski2b: Vor 14 Jahren konnte sich mit Peter Roth letztmalig ein DSV-Athlet in die Siegerliste bei einem Weltcup-Slalom eintragen. Jetzt hast auch Du einen Weltcupsieg auf dem Konto. Wie sieht Deine Einschätzung zu diesem grandiosen Erfolg in Wengen aus?

Alois: Ich kann es selber noch gar nicht richtig verarbeiten. Ich konnte mir zwar vorstellen, dass ich in Wengen siegen kann, aber nur bis zur Ziellinie. Was danach kam, dass hat mich einfach 'überrannt'.



Ski2b: Wann hast Du eigentlich realisiert, dass Du wirklich gewonnen hast?

Alois: Ich war mir zunächst nicht sicher, ob Rocca aus der Wertung genommen wird, aber der Ivica Kostelic hat mir dann zugerufen, dass ich gewonnen habe. Dann hat er mich auf
seine Schultern genommen und da hat es so langsam bei mir Klick gemacht. Ich habe dann noch hin und wieder laut gejubelt. So war's. Gigantisch.



Ski2b: Hast Du den Presserummel schon verdaut?

Alois: So richtig noch nicht. Ich habe am Montag wirklich fünf Stunden in einem fort per Telefon Interviews gegeben. Jetzt muss ich mich aber langsam wieder sammeln, denn in Kitzbühel will ich wieder angreifen. Aber ein Freund hat mir den Finaldurchgang von Wengen auf Video aufgenommen und den habe ich mir schon einige Male angeschaut. Die beste Motivation für Kitz!



Ski2b: Woher kommt Deine Leistungsexplosion in den letzten eineinhalb Jahren?

Alois: Viele Faktoren spielen eine Rolle. Wir haben eine Trainerschaft, die voll hinter uns steht und arbeitet bis zum Umfallen. Das sieht ja sonst niemand, aber das gibt dem Athleten auch den Rückhalt, den er braucht. Und ich habe mit Sicherheit das beste Skimaterial über
haupt. Ich fahre jetzt ein Völkl-Modell, das extrem aggressiv ist, richtig bissig. Der Ski ist noch stärker tailliert als im Vorjahr. Damit kann ich noch mehr carven. Das machts aus.



Ski2b: Und wie sieht Deine Prognose für Kitzbühel aus?

Alois: Die Stimmung dort wird wieder gewaltig sein, vielleicht sogar in Schladming beim Nachtslalom noch mehr. Der Hang in Kitzbühel ist schwierig. Er hat viele Übergänge und Schrägfahrten. Dafür ist er nicht ganz so steil wie Wengen. Aber der Hang liegt mir eigentlich. Ich werde wieder angreifen. Ich kann es locker angehen lassen, denn mein Ziel - 200 Weltcuppunkte - habe ich jetzt schon erreicht.



Ski2b: Wagst Du einen kurzen Ausblick in Richtung WM?

Alois: Den WM-Hang kenne ich noch nicht. Beim letzten Weltcupslalom dort war ich leider nicht dabei. Aber ich bin mir sicher, dass ich überall schnell fahren kann. Doch ich den
ke Schritt für Schritt und da ist die WM erst Schritt Nummer drei.



Ski2b: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei den kommenden Rennen.

Alois: Ich danke!