Manfred Pranger hat sich trotz vieler Rückschläge zu einem der besten Slalomspezialisten der Welt entwickelt. Im Jahr 2008/2009 schaffte er nach langer Verletzungspause die Rückkehr an die absolute Spitze.

Harte Arbeit
Pranger musste mit 21 Jahren den Gang zum Bundesheer antreten. Doch dies hatte für den Österreicher auch positive Seiten. Er lernte die Disziplin, die man für den Spitzensport braucht. Teilweise bis spät in die Nacht trainierte er auf sein großes Ziel hin, in einen ÖSV-Kader aufgenommen zu werden. Denn ohne Kaderzugehörigkeit bekommt man auch keine finanzielle Unterstützung.

Endlich im B-Kader
Ein Jahr nach der Zeit beim Bundesheer war es dann soweit: Pranger wurde in den B-Kader des ÖSV aufgenommen, doch konnte er im ersten Jahr keine vorderen Platzierungen herauszufahren. Es sprang lediglich ein 15. Platz im Europacup heraus. Das zweite Jahr verlief dann aber ungleich besser und Pranger war zweimal im Europacup auf dem Podest. Beim Slalom in Levi belegte er einen 2. und einen 3. Rang.

Erste Versuche im Weltcup
Durch die guten Ergebnisse im Europacup konnte Pranger dann in der Saison 2000/2001 auch im Weltcup antreten und sich im Slalom mit den besten Fahrern der Zunft messen. Dort schaffte er dann gleich bei seinem zweiten Auftritt die ersten Weltcuppunkte seiner Karriere. Und auch im Europacup fuhr er stark, gewann er doch in diesem Jahr die Europacup-Slalom Gesamt-Wertung.

Vorstoß in die Weltspitze
Nachdem Pranger mit einem sehr guten 5. Rang bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2003 in St. Moritz (SUI) schon auf sich aufmerksam gemacht hatte, konnte er im Winter 2003/2004 Pranger auch im Weltcup in die absolute Weltspitze in seiner Paradedisziplin Slalom vorstoßen. Gleich viermal konnte er sich auf dem Podium platzieren. Lediglich sein erster Weltcupsieg wollte ihm noch nicht gelingen. In Sestriere (ITA) und Madonna di Campiglio (ITA) lag Pranger nach dem ersten Durchgang sogar in Führung, ehe er dann von Palander (Sestriere) und Kostelic (Madonna) noch geschlagen wurde.

Erster Weltcupsieg
In der Saison 2004/2005 konnte Pranger dann endlich seinen ersten Weltcupsieg feiern. Ausgerechnet beim Klassiker in Kitzbühel (AUT) schaffte der Österreicher den Sieg. Und gleich zwei Tage später gelang ihm dies Kunststück beim Nachtslalom in Schladming (AUT) erneut. Bei drei weiteren Rennen landete er unter den Top Ten. Im Gesamtweltcup war er am Ende auf Platz 20. Seine bisher beste Platzierung.

Niveau nicht ganz gehalten
Der durch zwei Weltcupsiege verwöhnte Österreicher konnte seine Erfolge in dieser Saison nicht wiederholen und verpasste dadurch sogar Olympia. Dennoch zeigte er mit zwei Top Ten Platzierungen, dass er sich den Anschluss an die Weltspitze nicht so schnell wieder entgleiten lassen will. Bei den Österreichischen Meisterschaften 2006 in Lech wurde Pranger Vizemeister im Slalom. Doch dann kam es ganz bitter: Kreuzbandriss, Rückfall.

Comeback in Wengen
Doch der tief religiöse Athlet arbeitete hart und kam nach und nach wieder zurück. Das erste Zeichen konnte er in Adelboden 2009 setzen, eine Woche später folgte in Wengen der dritte Weltcupsieg. Mit dieser Bilanz im Rücken gelang Pranger auch bei der WM der große Wurf: Sein erster Platz erlöste das österreichische Herrenteam und brachte seiner Karriere den bisherigen Höhepunkt.

Steckbrief
Geboren: 25.01.1978
Heimatclub: Schiklub Gschnitz
Nation: Österreich
Größe: 186cm
Gewicht: 89kg
Hobbies: Fußball, Schwimmen, Radfahren
Web: http://www.pranger.cc

Erfolge
Sein Weltcup-Debüt feierte Manfred Pranger beim Slalom in Sestriere 2000. Dort konnte er sich allerdings nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Wenige Wochen später jedoch war Pranger beim Slalom in Wengen im Finale dabei und erreichte einen 23. Platz, was gleichzeitig auch seine ersten Weltcuppunkte waren. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): SL (ausg.)

Weltmeisterschaft:
2009 in Val d`Isère (FRA) SL (1)
2007 in Are (SWE): SL (5)
2005 in Bormio (ITA): SL (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): SL (5)

Weltcup:

insgesamt drei Weltcupsiege