„Irgendwo in der Mitte der Strecke dachte ich mir: nie wieder. Aber als ich dann oben gestanden bin am
Kühboden Törl, mitten in dieser großartigen Bergkulisse, da hab ich’s mir fast schon wieder anders überlegt.“, so kommentierte Andreas Goldberger seine Teilnahme beim 18. Dolomitenmann.

Ausdauer war gefragt
Das Ex-Skiflieger-As nahm für das „Famous Four Team“ den Berglauf in Angriff. „Beim Skispringen kommt’s auf die Schnellkraft an, beim Dolomitenmann geht’s um Ausdauer; ab der Mitte der Strecke habe ich meine Unterschenkel ordentlich gespürt.“ So dürfte es heute einigen ergangen sein. Tenor der Athleten: Optimale Rennbedingungen dank Sonnenschein und perfekter Streckenpräparation - aber unglaublich anspruchsvolle Kurse.

Das Niveau ist mittlerweile gestiegen
Olympiasieger Christian Hoffmann, Teamkollege von Goldie und anders als dieser bereits Dolomitenmann-erfahren: „Als ich vor ein paar Jahren mitgemacht hab, konnte man den Mountainbike-Uphill noch durchgehend fahren - inzwischen sind extrem anspruchsvolle und konditionell zehrende Tragepassage dazugekommen.“ Ähnlich sieht der dritte im Bunde der Famous Four die Entwicklung. Schorschi Schauff, Kajaklegende und Extremsportler des Jahres in Deutschland, über den Kajakkurs: „Die Aufwärtspassagen sind länger und schwieriger geworden - meine Spezialität ist ja die Befahrung von Wasserfällen, beim Dolomitenmann kommt’s viel mehr auf die Kondition an.“

Wyatt kam mit fünf Minuten Vorsprung ins Ziel
Den Berglauf dominierte der Neuseeländer Ausnahmesportler Jonathan Wyatt. Er deklassierte die Konkurrenz um fünf Minuten und ließ den anderen Läufern keine Chance, was Werner Grissmann bei der Pressekonferenz Anlass zum Scherzen gab: „Da ich wegen John ja schlecht die Lienzer Dolomiten erhöhen kann, muss er nächstes Jahr wohl eine Extrarunde drehen!“.

Leingrubers auf der Überholspur
Sein Teamkollege Christian Amon konnte den Vorsprung fürs Team Leingruber Personal noch ausbauen, Kajakfahrer Herwig Natmessnig ließ sich nur wenige Sekunden abnehmen und schickte Mountainbiker Alban Lakata als ersten auf die Strecke. Roland Stauder, seit heute einziger siebenfacher Dolomitenmann-Einzelsieger, konnte einige Minuten gutmachen, den Sieg konnte der den Leingrubers allerdings nicht mehr streitig machen.

Lakata hat allen Grund zur Freude
Alban Lakata war sichtlich überwältigt vom Jubel der Zuseher: „Es gibt nichts besseres, als hier in meiner Heimat den Dolomitenmann zu gewinnen - ich bin überwältigt!“ Am Abend steigt am Lienzer Hauptplatz die Champions Night - die rund 400 Athleten haben jedenfalls allen Grund, ausgelassen mit dem Publikum zu feiern. Rund 20.000 Zuseher verfolgten den Bewerb in diesem Jahr live - ein eindrucksvolle Liebesbezeugung an jenen Staffelbewerb, an dem nur die „Härtesten unter der Sonne“ teilnehmen.