Nach dem Ende der letzten Ski-Weltcupsaison nahm der Österreichische Skiverband Kilian Albrecht aus allen Kadern. Der Slalomspezialist hätte folglich in der olympischen Saison 2005/2006 sämtliche Kosten rund um Training und Wettkämpfe aus eigener Tasche zahlen und sich über Qualifikationsläufe des ÖSV für weitere Weltcup-Einsätze empfehlen müssen. Dies wollte Albrecht nicht auf sich sitzen lassen und strebt nun einen Nationenwechsel an.

Skiclub in Dubai gegründet
Albrecht gründete derweil mit einigen deutschen Geschäftspartnern einen Skiclub in Dubai, wo auch eine neue hochmoderne Skihalle im Dezember eröffnet wird. Zudem möchte Albrecht mit der Gründung eines Skiclubs vor Ort die Basis für eine Fortsetzung der Karriere als Skirennläufer legen. Nun hofft er, dass Dubai in den Weltskiverband aufgenommen wird, sodass der Österreicher auch im Weltcup starten kann. Für den ÖSV möchte Albrecht auf jeden Fall nicht mehr antreten. Zu diesem Thema gab der Österreicher nun eine Erklärung ab.

Hier die Pressemitteilung von Kilian Albrecht im Wortlaut:
"Anfang Mai setzte mich der Österreichische Ski-Verband davon in Kenntnis, dass für mich keine weitere Zugehörigkeit zu irgendeinem Kader mehr gegeben sei; ohne Diskussionsbasis oder gar konkrete Vorschläge im Hinblick auf etwaige Möglichkeiten einer Fortsetzung meiner Betätigung als Skirennläufer. Naturgemäß war damit auch der Verlust sämtlicher bestehender Sponsorenverträge gegeben.

Da ich mich aufgrund meiner Ausbildung und persönlicher Interessen schon längere Zeit mit der Wirtschafts- und Kulturentwicklung des Mittleren Ostens beschäftige, kam mir zu diesem Zeitpunkt ein Angebot aus den Vereinigten Emiraten, das meine wirtschaftlichen und sportlichen Ambitionen in ausgezeichneter Weise verknüpft, sehr gelegen. Meine Teilnahme an Projekten der Umsetzung des Themas Ski in Dubai und im Speziellen die Möglichkeiten von Infrastruktur und geographischer Lage, die im Dezember in Betrieb gehende Skihalle für Rennläufer aus aller Welt als Trainingsangebot zu etablieren und dadurch gleichzeitig eine Fortsetzung meiner Skirennkarriere wahrnehmen zu können, stellt eine sehr interessante Herausforderung dar.

Die Gründung des Dubai Skiclub, der Aufbau eines Rennteams und last but not least die Möglichkeit der Fortsetzung meiner Rennaktivitäten für eine Region, die sich in Aufbruchstimmung befindet, um den Skisport zu entdecken - nach meinem Dafürhalten auch ein sehr interessanter Markt für den Tourismus und die Wintersportindustrie in Österreich - ist eine Alternative, die ich selbst mitentwickelt habe und die ich mit viel Zuversicht auch für die Wahrung meiner Chancen im Worldcup sehe.

Nun fand im Vorstand des ÖSV zwischenzeitlich offensichtlich ein plötzliches Umdenken statt, mir wurde ein Angebot unterbreitet:
Teilnahme an den letzten Trainingseinheiten im Oktober und zwei fixe Worldcupstarts.
In Anbetracht der von mir bereits getätigten Zusagen und Investitionen - unter anderem eine Firmengründung in Dubai - erscheint mir das momentane Angebot des ÖSV, mit meinen beruflichen wie sportlichen Interessen und den Verpflichtungen gegenüber Sponsoren, die meinen bisherigen Trainingsaufwand bereits mitfinanzierten, kaum koordinierbar.

Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Verbandswechsel und Skiklub Dubai lehnte Hans Pum bisher mit der Begründung ab: über einen Nationenwechsel entscheide der FIS - Vorstand, dies sei nicht Sache des ÖSV, dieser werde nur angehört. Nach wie vor bin ich natürlich gerne zu Gesprächen bereit, Fakten darzulegen und Ansätze zu erläutern, die es dem Österreichischen Skiverband im Rahmen der geplanten FIS- Vorstandsversammlung am 7. November ermöglichen, eine Aufnahme des Skiverbands Dubai in den Weltskiverband und damit auch meine Zukunftspläne wohlwollend zu unterstützen."