Die junge Fahrerin ist neben den etablierten Stars ein hoffnungsvolles Talent im schwedischen Team. Ihr Weltcup-Debüt gab die am 07. Februar 1984 geborene Skandinavierin schon mit 18 Jahren am 26. Oktober 2002 in Sölden (AUT). Dort belegte sie sofort einen beeindruckenden siebten Platz.

Vielversprechende erste Saison 2002/2003
Nach ihrem sehr guten Einstand bestätigte Jessica im Verlauf der Saison den ersten guten Eindruck durch zwei weitere Top Ten-Platzierungen. Dabei bewies sie ihre Vielseitigkeit, indem sie, getreu ihrem Motto "No guts, No Glory!", auch in der Abfahrt durch einen vierten Platz in Lenzerheide (SUI) aufhorchen ließ. Der Saisonhöhepunkt mit der Weltmeisterschaft in St.Moritz (SUI) verlief ebenfalls äußerst zufriedenstellend. Im Super-G und Riesenslalom erreichte sie mit Rang 13 und 17 jeweils eine sehr gute Platzierung, das beste Ergebnis erzielte sie jedoch in der Kombination. Ihrem Vorbild Pernilla Wiberg nacheifernd, zeigte sie große Allrounderqualitäten und landete hier auf Rang acht, wobei sie nach der Abfahrt sogar in Führung lag. Ihr Sieg im Riesenslalom bei den Junioren-Weltmeisterschaften Anfang März in Serre Chevalier, bei dem sie unter anderem Maria Riesch auf Platz drei verwies, fügt sich somit nahtlos in das hevorragende Bild ein, das das junge Talent in diesem Jahr hinterlassen hat.

Verletzungspech 2003/2004
Die Saison 2003/2004 war für die junge Schwedin hingegen schon beendet, bevor sie richtig begonnen hatte. Nachdem die Erwartungen durch das vielversprechende erste Jahr im Weltcup gestiegen waren, verletzte sie sich bei einem Sturz zu Beginn der Saisonvorbereitung in Saas Fee (SUI) so schwer am linken Knie, dass sie für die ganze Saison ausfiel. Die nötige Operation setzte sie für lange Zeit außer Gefecht. An Skifahren war erst wieder nach fünf Monaten zu denken. Die Zeit nutzte Jessica, um ein wenig zu reisen. So konnte sie sich zum Beispiel einem ihrer Hobbys, Shopping, bei einer Reise nach London widmen.

Schwieriges Comeback
Die Rückkehr in den Weltcup-Zirkus 2004/2005 gestaltete sich nach der verpassten Saison 2003/2004 zunächst äußerst schwierig. Insgesamt erreichte sie nur viermal die Punkteränge. Was die Bilanz dieses Winters jedoch rettete, war eine Leistungssteigerung hin zur Weltmeisterschaft in Santa Caterina (ITA). Pünktlich zum Saisonhöhepunkt ließ Jessica aufhorchen, indem sie in den drei letzten Weltcup-Rennen zurück zu alter Stärke fand und mit zwei zwölften und einem dreizehnten Rang in Cortina d'Ampezzo und Maribor überzeugte. Punktgenau fit, beschenkte sie sich einen Tag vor ihrem Geburtstag selbst, indem sie ihr bestes Saisonergebnis während der Titelkämpfe mit einem sechsten Platz in der Abfahrt erzielte, was dann auch mit Kuchen und Champagner gefeiert wurde. Ein elfter Platz in der Kombination rundete das gute Abschneiden ab, so dass die Saison insgesamt zu einem versöhnlichen Abschluss kam.
Wenn dieses große Talent ihre gute Form bei Titelkämpfen beibehalten kann, ist mit ihr bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin zu rechnen. Aber auch ein erster Sieg in einem Weltcup-Rennen sollte möglich sein.

Häufige Top Ten Ergebnisse
Ein Anknüpfen an die guten Leistungen des Vorjahres blieb zunächst schwierig. In der ersten Saisonhälfte gab es für die Allrounderin nur wenige Lichtblicke, lediglich ein siebter Rang sprang bei der Abfahrt in Bad Kleinkirchheim (AUT) heraus. Doch davon ließ sich die junge Schwedin nicht entmutigen, was sie eindrucksvoll in der Olympiakombination bewies, in der ihr ein sehr beachtlicher achter Rang glückte. Bei den nationalen Meisterschaften trumpfte sie als Meisterin im Super-G und Vizemeisterin im Riesenslalom noch einmal richtig auf.

Erster Podestplatz in der Saison 2007/2008
Nach einem schwächeren Winter 2006/2007, in dem sie auch bei der WM in Are vor heimischem Publikum nicht wie gewünscht überzeugen konnte, gelang Jessica Lindell-Vikarby in der Weltcup-Saison 2008 eine Steigerung. Insgesamt verbuchte die Schwedin vier Top Ten Plätze - am besten war sie dabei im kanadischen Lake Louise unterwegs. Dort glückte der 24-Jährigen mit Platz drei im Super-G die erste Ankunft auf einem Weltcup-Podium überhaupt.

Erster Sieg in Cortina
Beim zweiten Podestplatz ging es für Lindell-Vikarby direkt an die Spitze. In Cortina d`Ampezzo ließ sie 2009 der Konkurrenz keine Chance, über acht Zehntel trennten sie beim dortigen Super-G von der Zweitplatzierten und hievten die Schwedin in den Kreis der WM-Medaillenfavoritinnen.

Steckbrief:
Geboren: 07. Februar 1984
Nation: Schweden
Größe: 169m
Gewicht: 66kg
Heimatverein: Huddinge SK

Erfolge:
Es folgt ein Blick in den bisherigen Karriereverlauf der Schwedin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (18), K (8), SG (24), GS (18)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): SG (34), SC (19), DH (DNF), GS, (28)
2005 in Santa Caterina(ITA): DH (6), SG (28), K (11)
2003 in St.Moritz(SUI): DH (25), SG (13), GS (17), K (8)

Weltcup:
8. Platz Super-G in Bormio 2008
9. Platz Super-G in Cortina d'Ampezzo 2008
3. Platz Super-G in Lake Louise 2007
7. Platz Riesenslalom in Panorama 2007
8. Platz Super-G in Cortina d'Ampezzo 2007
7. Platz Abfahrt in Bad Kleinkirchheim 2006
9. Platz Kombination in Lenzerheide 2002
4. Platz Abfahrt in Lenzerheide 2002
7. Platz Riesenslalom in Sölden 2002

Nationale Meisterschaften:
Viermal Schwedische Meisterin
in der Abfahrt 2008
im Riesenslalom 2007
in Abfahrt und Super-G 2006

Juniorenweltmeisterschaft
2003 in Brianconnais(FRA): SG (5), GS (1), SL (7), K (5)