Unter den Ski-Nationen ist ein wahrer 'Trainings-Tourismus' ausgebrochen. Beliebte und bewährte Ziele sind Neuseeland und Lateinamerika. Ob der Schnee nun vom Himmel oder aus der 'Kanone' kommt, ob im Nachbarland oder in der Ferne - alle wollen sich für Olympia in Bestform bringen.

Frauen und Männer getrennt
Der Deutsche Skiverband hat sich entschieden, seine Alpin-Ski-Teams im August zu Trainings nach Chile und in die Schweiz zu schicken, damit sie für die fordernde Ski-Saison 2005/2006 gewappnet sind. Die Damen dürfen zum Training nach Chile reisen, während sich die Herren in der Schweiz vorbereiten. Felix Neureuther, Team-Weltmeister von Bormio, wird voraussichtlich nicht von Anfang an in Zermatt dabei sein. Zur Zeit laboriert er noch an einem Innenbandanriss am rechten Sprunggelenk, den er sich Anfang August beim Training zugezogen hat. Der DSV hat mit Ski-Talent Maria Riesch wieder ein Ass mehr im Ärmel; sie ist nach langer Verletzungspause wieder zurück im Ski-Weltgeschehen. Die 20-Jährige wird sich in Chile auf ihre erste Olympia-Teilnahme vorbereiten.

Genauso, nur anders herum
Genau wie Deutschlands Weltcup-Team werden die kanadischen Alpin-Skifahrer/innen ihre Vorbereitungszeit in der Schweiz und in Chile verbringen, um dort Schnee- und Trockentrainings zu absolvieren. Allerdings läuft es bei den Kanadiern genau anders herum. Die Damen fahren in die Schweiz, während es für die Herren nach Chile geht. Angeführt wird das kanadische Weltcup-Team von den im letzten Winter erfolgreichen Thomas Grandi, Genevieve Simard, Allison Forsyth, François Bourque und Emily Brydon ebenso wie Eric Guay und Melanie Turgeon, die beide in den letzten Jahren mit Verletzungen zu kämpfen hatten.

Beste Bedingungen in Neuseeland
Von Ende Juli bis September wird das im neuseeländischen Skigebiet Coronet Peak gelegene Queenstown die Heimat der US-Skistars sein. Mike Morin, Disziplinentrainer der US-Herren Slalom/Riesenslalom wird die elf Athleten des Herren-Kaders um Gesamt-Weltcupsieger Bode Miller unter besten Trainingsbedingungen auf Olympia vorbereiten. Ebenso werden die aufstrebenden Damen um Nachwuchstalent Julia Mancuso vor Ort sein. Den Ski-Stars steht in Coronet Peak ein separates Trainingegelände mit einem Weltcup-fähigen Slalom-Kurs zur Verfügung.

Training auf drei Kontinenten
Der ÖSV hat sich entschieden, seine Skirennläufer/innen auf drei Kontinente zu verteilen, um sie auf den olympischen Winter vorzubereiten. Die WC4-Herren werden in der Zeit vom 4. bis 11. August gestaffelt ins neuseeländische Treble Cone fliegen. Michael Walchhofer, Hermann Maier, Mario Schreiber, Benjamin Raich und Neuling Mario Matt werden mit von der Partie sein. Die Damen der WC4-Gruppe um Marlies Schild und Niki Hosp folgen am 13. August. Für die WC3-Gruppe um Andreas Schifferer geht der Flieger in die andere Richtung des Erdballs, mit Destination Portillo in Chile. Die neue Gruppe Weltcup 3 der Damen mit Brigitte Obermoser bleibt dagegen in Europa und absolviert ihr Training im schweizerischen Zermatt.

'Switzerland goes Argentina'
Die Schweizer Skirennfahrer trainieren in den nächsten Wochen in Argentinien, jedoch an zwei verschiedenen Orten. Während acht Athleten der Trainingsgruppe Speed nach Las Leñas fliegen, geht es für das Techniker-Team mit vier Athleten nach Ushuaia. Nicht dabei sind Didier Cuche, Franco Cavegn und Jürg Grünenfelder, die aufgrund ihres verletzungsbedingten Trainingsrückstands auf den Gletschern von Zermatt und Saas Fee trainieren werden. Fraglich ist ebenso die Teilnahme von Silvan Zurbriggen, der beim Super-G-Training in Zermatt gestürzt ist und mit Schnittwunden, Prellungen und einem Rippenbruch im Krankenhaus liegt.