Der Ski-Rennläufer Jean-Philippe Roy ist einer der Hoffnungsträger des Kanadischen Skiverbandes. Im vergangenen Jahr wurde er zum dritten Mal in Folge kanadischer Meister im Riesenslalom. 2001 legte er sogar einen Hattrick in den Disziplinen Riesenslalom, Slalom und Kombination hin. In der Saison 2002/2003 konnte er aufgrund eines gebrochenen Daumens nicht starten. Auch im internationalen Skizirkus macht der ambitionierte 26-Jährige durch respektable Leistungen von sich reden. So schaffte er es zum Beispiel bei Weltcup-Rennen bereits mehrmals unter die Top 20.

Ski-Debüt mit vier Jahren
Als kleiner Steppke stand er das erste Mal mit vier Jahren auf den Brettern und legte die ersten Grundsteine für seine spätere Karriere. Bis zu seinem 15. Lebensjahr wurde er von seinem Vater trainiert. Die Leidenschaft für das Skifahren liegt in der Familie.

Private Tiefschläge
Im Jahre 2000 starb Roys Vater an Magenkrebs. Das war jedoch nicht der einzige Schicksalsschlag, den der damals 21-jährige Roy hinnehmen musste. Im selben Jahr erlag auch sein Onkel einem Krebsleiden.

Nach Verletzung durchgestartet
Nach seiner erfolgreichen Olympia-Teilnahme 2002, die ihm den 8. Platz in der Kombination einbrachte, war 'JP', wie der Kanadier von Freunden und Familie genannt wird, beruflich vom Pech verfolgt. Beim Training brach er sich den rechten Daumen und musste sich einer komplizierten Operation unterziehen. 2003/2004 meldete er sich jedoch zurück und sammelte die ersten Weltcup-Punkte in Flachau (AUT). Zweimal kam er in der Saison unter die ersten zwanzig der Welt, schied ansonsten aber häufig aus.

Auf dem Weg zurück in die Weltspitze
In der folgenden Saison jedoch kämpfte sich der Kanadier wieder zurück in die Erfolgsspur. Höhepunkt des Winters war dann der Riesenslalom in Alta Badia, bei dem er mit zwei sehr guten Läufen auf einen hervorragenden fünften Platz vorfuhr. Eine Belohnung für den harten Weg zurück nach seiner Verletzung. Beim traditionellen Nachtslalom in Schladming erreichte er zudem noch den elften Rang und war für die WM voller Hoffnung.

Wieder Pech
Doch bei der WM in Bormio holte den Kanadier das Verletzungspech erneut ein. Beim Riesenslalom lag er auf Platz drei und konnte sich daher eine echte Medaillenchance ausrechnen. Dann folgte der Sturz und die Träume vom Edelmetall platzten. Bei den folgenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass nicht nur das Innenband des linken Knies, sondern auch Kreuzband und Meniskus beeinträchtigt wurden. Damit war die Saison für Roy vorüber.

Rückkehr nach Verletzung in den Weltcuppunkten
Nach einer Saison mit einer schweren Verletzung dürfen die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden. Daher kann der Kanadier mit drei Ergebnissen unter den ersten 30 und einem 20.Rang im Riesenslalom in Adelboden schon ganz zufrieden sein. Zumindest gelang ihm so die Teilnahme am olympischen Slalom und Riesenslalom, allerdings, ohne das Ziel zu Gesicht zu bekommen.

Steckbrief
Geboren: 18. Februar 1979 in Quebec, Kanada
Nation: Kanada
Heimatverein: Mont Comi
Größe: 177 cm
Gewicht: 85 kg
Hobbies: Skateboard, Rock climbing
Web: www.jproyski.com

Erfolge
Es folgt eine Auflistung der wichtigsten Erfolge des Kanadiers.Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Winterspiele
2006 Turin (ITA): GS (DNF), SL (DNF)
2002 in Salt Lake City (USA): K (8)

Weltmeisterschaften
2005 in Bormio (ITA): GS (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): GS (29), SL (DNS)
2001 in St. Anton/Arlberg: SL (DNF), GS (DNF), K (8)
1999 in Vail/Beaver Creek,(USA): SL (DNF), GS (30)

Weltcup
5. Platz Riesenslalom in Alta Badia 2004
9. Platz Slalom in Adelboden 2002
9. Platz Slalom in Kranjska Gora 2001