Matthias Lanzinger war Junioren-Weltmeister und schaffte den Sprung ins österreichische Weltcup-Team. Ein schlimmer Sturz im März 2008 beendete seine aktive Karriere im Alter von 27 Jahren.

Erfolgreich das Skigymnasium geschafft
Mit 3 Jahren nahmen Matthias seine beiden älteren Schwestern das erste Mal mit zum Ski fahren und sofort verliebte er sich in den Sport. Schon mit 5 Jahren fuhr Lanzinger das erste Rennen und in seinem Skiclub Abtenau hatte er beste Trainingsbedingungen. Nach vier Jahren Volks- und Hauptschule in Abtenau, entschloss er sich, sein Leben ganz dem Skisport zu verschreiben. Also entschloss er sich, in das Skigymnasium Stams zu gehen. Dies konnte er fünf Jahre später erfolgreich abschließen. Ein Jahr später rückte Lanzinger beim Österreichischen Bundesherr als Sportsoldat ein.


Junioren-Weltmeister 2000
Sportlich gelang Lanzinger mit 13 Jahren der Sprung in den Landeskader und 1997 wurde er in den ÖSV aufgenommen. Dann kam die Saison 1999/2000 und der Junioren-Weltmeistertitel für den Österreicher. Er siegte in der Kombination und erreichte zusätzlich noch den zweiten Platz im Slalom. Durch diese guten Leistungen stieg Lanzinger in den Europacup auf und der nächste Schritt auf dem Weg in die Weltspitze war geschafft.

Kampf im Europacup
Im Europacup angekommen, dauerte es ein wenig, bis sich Lanzinger auch auf dieser Ebene durchsetzen konnte. In der Saison 2000/2001 schaffte er als bestes Resultat den neunten Rang im Riesenslalom und im folgenden Winter reichte es dann schon zu einigen Podestplätzen. Auch in der Saison 2002/2003 gelang ihm noch nicht der Durchbruch und der Sprung in das Weltcup-Team ließ noch auf sich warten. Wie viele andere starke Nachwuchs-Leute in Österreich musste sich Lanzinger noch gedulden.

Qualifikation für den Weltcup
Doch schon ein Jahr darauf war es soweit. Lanzinger fuhr eine überragende Saison im Europacup und heimste insgesamt vier Podestplätze ein, darunter zwei Siege. Damit schaffte er am Ende des Winters den zweiten Rang in der Super-G-Wertung und war sogar Erster der Gesamtwertung. Damit qualifizierte er sich für den Weltcup und stieg in die WC3 Gruppe auf.

Die erste Saison im Weltcup
Nun konnte also der Einstieg in den Weltcup beginnen. Und es sollte ein denkwürdiger Auftakt werden, denn gleich bei seinem ersten Einsatz in Lake Louise machte Lanzinger auf sich aufmerksam. Beim Super-G in Kanada gelang Lanzinger eine gute Fahrt und er fuhr auf den zwölften Rang. Es folgten noch weitere vier Resultate in den Weltcup-Punkten und der Österreicher hatte sich einen Namen gemacht.

Auf dem Stockerl
Nachdem Lanzinger in seiner ersten Saison schon zufriedenstellende Ergebnisse zeigte, legte er im Weltcup-Winter 2005/2006 noch einen drauf. Nach einem 21. Rang bei seinem ersten Rennen in Lake Louise fuhr er auf den dritten Platz und somit auf das Podest. Das bei diesem Rennen die Läufer mit niedrigen Startnummern, zu denen auch Lanzinger gehörte, im Vorteil waren, war dabei nur kurz Thema. Den ersten Podestplatz seiner Karriere konnte ihm keiner mehr nehmen. Mit weiteren guten Resultaten, darunter ein 13. Rang in Garmisch-Partenkirchen, qualifizierte er sich für das Weltcup-Finale, bei dem er auf den zwölften Platz kam. In der Super-G-Wertung kam er auf den 14. Rang und damit unter die besten 15, was sein erklärtes Ziel vor jener Saison war. Somit konnte Lanzinger mit dem Winter 2005/2006 zufrieden sein.

WM-Quali 2007 verpasst
In der Saison 2006/2008 bekam Lanzinger seine Weltcup-Einsätze im Riesenslalom und im Super-G. Dabei war der Österreicher in der schnelleren Disziplin besser unterwegs. Platz neun als bestes Resultat erzielte er zum Abschluss in der Lenzerheide, Platz zwölf stand am Schluss im Riesenslalom zu Buche. Das reichte allerdings nicht, um das Ticket zur WM nach Are zu lösen.

Tragischer Sturz beendet Karriere
Die Saison 2007/2008 begann durchschnittlich für Matthias Lanzinger. Nach dem guten 10. Platz beim Auftakt in Sölden erlitt Lanzinger einen Mittelhandbruch, der ihn mehrere Wochen außer Gefecht setzte. Es folgten Plätze zwischen 13 und 23, ein Ausreißer nach oben blieb aus. Ein tragisches Ende nahm die Saison dann in Kvitfjell. Beim Super-G stürzte der Österreicher und verletzte sich dabei so schwer, das in Folge ein Unterschenkel amputiert werden musste. Der Unfall von Lanzinger galt als schwerster seit sieben Jahren - 2001 erlitt Slivano Beltrametti eine Querschnittslähmung nach einem Sturz.

Steckbrief
Geboren: 09.12.1980 in Abtenau
Nation: Österreich
Heimatverein: Sportunion Abtenau (Salzburg)
Beruf: HSZ Zeitsoldat
Größe: 185 cm
Gewicht: 88 kg
Hobbies: Fußball, Motorrad, Tennis

Erfolge
Zum ersten Mal in den Weltcup-Punkten war Matthias Lanzinger im November 2004, als er in Lake Louise (CAN) Zwölfter wurde. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel des Österreichers. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympia:
noch keine Teilnahme

Weltmeisterschaft:
noch keine Teilnahme

Weltcup
3. Platz Super-G in Beaver Creek (USA) 2005
14. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G 2006