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Andre Myhrer kam bei Junioren-Weltmeisterschaften und im Europa-Cup nicht nach vorne. Um so erstaunlicher ist sein anschließender Durchmarsch zur Weltspitze im Slalom.

Erfolgreich bei FIS-Rennen - kläglich im Europa-Cup
Bevor Myhrer im Weltcup starten durfte, musste er sich wie viele andere auch die ersten Sporen bei FIS-Rennen und im Europa-Cup verdienen. Die FIS-Rennen fuhr er größtenteils in Skandinavien und konnte dort auch einige Rennen gewinnen. Desaströs waren seine Leistungen allerdings im Europa-Cup in den Jahren 01/02 und 02/03: in keinem der 17 Rennen, an denen er teilnahm, konnte er ein Resultat erzielen. Immer schied er aus oder qualifizierte sich nicht für das Finale.

Die erste Weltcup-Saison - gleich zur WM
Sein Debüt im Weltcup feierte der Schwede dann am 25. Januar 2004 in Kitzbühel. Dort reichte es allerdings nicht zu einem guten Resultat, denn Myhrer schied bereits im ersten Durchgang aus. Doch schon beim zweiten Auftritt, dem legendären Nachtslalom von Schladming, ließ er aufhorchen, als er den 13. Rang belegte und erstmals Weltcup-Punkte sammeln konnte. Nach seinem elften Platz nur wenig später in Adelboden durfte Myhrer sogar an den Weltmeisterschaften in St. Moritz teilnehmen, wo er allerdings ausfiel. Dennoch war dies eine wichtige Erfahrung für den Nachwuchsmann.

Podestplatz und mehr
Schon in seinem zweiten Weltcup-Winter gelang dem Slalom-Spezialisten der Durchbruch. Das erste Slalomrennen der Saison in Beaver Creek (USA) im Dezember 2004 beendete Myhrer auf Rang fünf und ließ einige der Favoriten hinter sich. Eine Steigerung gelang ihm dann kurz vor der Weltmeisterschaft in Bormio, als er sensationell als Dritter auf das Treppchen fuhr. Dabei erzielte er im Finaldurchgang klar die Laufbestzeit und sorgte für Aufsehen.

Bestätigung in Bormio
Auch nach diesem Erfolg fiel der Schwede nicht in ein Loch und fuhr selbstbewusst zur WM in Bormio 2005. Dort gelang ihm gleich das nächste Top-Resultat. Als Fünfter fuhr er lediglich 64 Hundertstel Sekunden an einer Medaille vorbei. Kurz nach der WM hätte Myhrer dann fast seinen ersten Weltcup-Sieg nachgelegt. In Kranjska Gora wurde er Zweiter hinter Giorgio Rocca und zählte spätestens seit diesem Rennen zu den besten Slalomfahrern der Welt.

Zum ersten Mal bei Olympia
Die Teilnahme am Olympischen Slalom bestätigte auch die vorausgegangenen Saisonergebnisse. Myhrer war oft vorne mit dabei, aber der Sprung auf´s Podium blieb ihm versagt. Wie schon zuvor in Schladming wurde er auch beim Saison-Highlight Vierter.

Erster Weltcup-Triumph im Winter 2006/2007
Nach vier Top Ten-Ergebissen in der vorausgegangenen Saison, bei denen allerdings kein Platz unter den besten Drei heraussprang, war es für den Schweden Andre Myhrer 2006/2007 endlich so weit, und er konnte in Beaver Creek den ersten Weltcupsieg seiner Karriere feiern.

Sieg in Zagreb
Seinen zweiten Weltcupsieg konnte der Schwede dann im Januar 2011 beim Weltcup in Zagreb feiern. Dort siegte er nach einem starken Finale und konnte sich von den vielen Zuschauern feiern lassen.

Slalom-Weltcupsieger 2012
Im Slalom Weltcup 2012 drehte sich zunächst eigentlich alles um den Österreicher Hirscher und den Kroaten Kostelic. Ein Trugschluss: Andre Myhrer fuhr konstant Top-Ergebnisse ein und war dann zum Saisonende in Topform: Zwei Siege in Folge in Kranjska Gora und Schladming bescherten dem Schweden sogar noch die kleine Kugel.

Steckbrief:
Geboren: 11.01.1983
Nation: Schweden
Heimatverein: Bergsjö IF