In Annecy, Frankreich hat am Donnerstag der Prozess um die vor drei Jahren tödlich verunglückte Skifahrerin Regine Cavagnoud begonnen. Dabei stehen der französische Trainer Xavier Fournier sowie der Starter David Fine vor Gericht. Die Anwälte der beiden Angeklagten ließen zu Beginn verlauten, dass sie die Schuld am Tod der Super-G-Weltmeisterin Cavagnoud dem deutschen Team geben wollen.

Piste zu früh freigegeben?
Fine und Fournier stehen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung vor Gericht. Der französische Ermittlungsrichter legt dem Starter Fine zur Last, dass er die Piste frei gegeben hätte, ohne sich vergewissert zu haben, dass das deutsche Team Bescheid wusste. Die Anwältin Fourniers machte dagegen dem deutschen Team schwere Vorwürfe. Anwander habe die Piste überquert, obwohl das Training der Franzosen noch nicht beendet gewesen sei.

Zusammenstoß im Training
Die Französin Regine Cavagnoud war nach einem Trainingsunfall am 29. Oktober 2001 gestorben. Die deutsche und die französische Mannschaft hatten sich an diesem Tag die Piste auf dem Pitztaler Gletscher geteilt. Damals stieß Cavagnoud bei einer Trainingsfahrt mit ca. 80 km/h mit dem deutschen Trainer Markus Anwander zusammen, wobei beide lebensgefährlich verletzt wurden. Die Französin erlag trotz einer Notoperation ihren Verletzungen, während der Deutsche mittlerweile geheilt ist und in Annecy als Nebenkläger auftritt.