Kilian Albrecht ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Dem Österreicher wurde Ende April mitgeteilt, dass er im kommenden Winter nicht mehr im ÖSV-Kader ist. Dadurch bliebe dem Vorarlberger innerhalb des ÖSV hinsichtlich der Teilnahme an Weltcuprennen nur der Umweg über diverse Qualifikationsrennen. Nun bangt Albrecht, der in seiner Laufbahn schon einmal aus den Kadern genommen wurde, um die Fortsetzung seiner Karriere und strebt einen Nationenwechsel an.

Qualifikationsläufe für Albrecht?
Durch den Rauswurf aus den Kadern müsste Albrecht nunmehr sämtliche Kosten rund um Training und Wettkämpfe aus eigener Tasche zahlen und sich über Qualifikationsläufe des ÖSV für weitere Weltcup-Einsätze empfehlen. Dies ist aber nicht im Sinne des Slalomspezialisten, der sich laut eigener Aussage keinen Qualifikationsläufen stellen möchte.

Gespräch mit Schröcksnadel gesucht
Nachdem Albrecht Ende April von dem Rauswurf erfuhr, suchte der Slalomfahrer das persönliche Gespräch mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Darin erwähnte der 32-jährige, dass er nun einen Verbandswechsel anstrebe und eine faire Behandlung durch den ÖSV erwarte. Doch die Gespräche verliefen bislang wenig positiv. Der ÖSV hat in den letzten Wochen seine Linie bei einem Nationenwechsel strikter fest gelegt und gibt den Athleten nur noch frei, wenn ein triftiger Grund wie z.B. eine Heirat vorliegt. So möchte der ÖSV einen weiteren Fall Josef Strobl verhindern, der im letzten Jahr nach Slowenien wechselte. Sollte der ÖSV also Albrecht nicht freigeben, müsste der Athlet bei einem Nationenwechsel den FIS-Regularien entsprechend ein Jahr Pause machen und dürfte keine Rennen bestreiten.

Albrecht in FIS-Rangliste auf Platz 29
In der abgelaufenen Saison erreichte Albrecht als beste Platzierung den zehnten Rang beim Nachtslalom in Schladming (AUT). Für das Weltcup-Finale in Lenzerheide (SUI) konnte er sich jedoch nicht qualifizieren. Er schloss die Saison als sechstbester Österreicher in der Slalom-Wertung ab und ist in der FIS-Rangliste auf Platz 29 zu finden.

Gang vor die Gerichte nicht ausgeschlossen
Vorerst möchte Albrecht die weitere Planung mit dem ÖSV absprechen, doch kann er sich auch vorstellen, arbeitsrechtliche Schritte einzuleiten, sollten die Gespräche nicht in seinem Sinne verlaufen.