Der Schweizer Skisportverband 'Swiss Ski' hat gerade eine der schwächsten Saisons seiner Geschichte hinter sich gebracht, da folgt schon die nächste Panne: mit unlauteren Mitteln wollten Mitarbeiter des Verbandes die Vergabe von FIS-Punkten zugunsten ihrer eigenen Nachwuchsfahrer manipulieren.

Wertigkeit des Rennens zu Unrecht erhöht
"Das ist eine krasse Verletzung des Fairplay", kommentierte FIS-Direktorin Sarah Lewis den Fall und stellte damit klar, dass es sich hier um nichts anderes als handfesten Betrug handelt. Bei zwei FIS-Rennen in Davos (8. und 9. Dezember 2004) wurden die Schweizer Top-Fahrerinnen Marlies Oester und Corina Grünenfelder ohne deren Wissen in die Ergebnislisten aufgenommen, um die Wertigkeit des Rennens zu erhöhen und damit den teilnehmenden Nachwuchsfahrerinnen tiefe FIS-Punkte zu garantieren. FIS-Punkte wiederum sind ein wichtiges Kriterium im Skisport und entscheiden über tiefe Startnummern. Wenn sogenannte Stars mitfahren, kann der Nachwuchs von tiefen FIS-Punkten profitieren.

Verantwortliche suspendiert
Die technische Delegierte des Verbands unterschrieb die gefälschten Ranglisten schließlich, ohne von dem Betrug zu wissen - Gulaker hatte Marlies Oester und Corinna Gruenefelder als 'DNF', also als ausgeschieden deklariert. Tatsächlich aber hätten sie als 'DNS' geführt werden müssen, was die Hochstufung des Rennens verhindert hätte.
Swiss Ski hat den Verantwortlichen inzwischen suspendiert.

Ärger über die Profis
Ein anonymer Brief an die FIS klärte den Skandal jetzt auf. Nach einigen Untersuchungen stellte sich heraus, dass der Startrichter der Rennen, Lars Erik Gulaker, die Manipulation vorgenommen hatte. Er gestand die Tat, zeigte sich aber wenig reumütig: Ihn ärgerte die Tatsache, dass die genannten Profi-Fahrerinnen sich zwar für das Rennen gemeldet hatten, dann aber nicht angetreten waren. "So kommen wir im Schweizer Skirennsport nie weiter", ärgerte sich der gebürtige Norweger.