Überraschend und plötzlich haben sich im italienischen Skiverband einige personelle Änderungen ergeben. Der langjährige Alpinchef Gustav Thöni wurde ohne jede Vorwarnung entlassen. Auch Damen-Cheftrainer Tino Pietrogiovanna verliert seinen Posten. Als 'General Manager' erhält dafür Flavio Roda die Verantwortung für die gesamte italienische Nationalmannschaft.

Thöni über Nacht entmachtet
Gustav Thöni zeigte sich nach seiner Demission überrascht, nachdem ihm bei der Italienmeisterschaft die schlechte Nachricht überbracht worden war. Ihm wurden seitens des Verbandes 'neue Aufgaben' angeboten, diese sind aber noch nicht umrissen. Im Gespräch ist auch eine repräsentative Aufgabe im internationalen Skiverband. Der Betroffene selbst sieht sich als Opfer des Sparkurses. Dem italienischen Skiverband drohte zu Beginn dieser Saison zeitweilig eine Insolvenz.

Auch Damen-Coach Pietrogiovanna verliert Posten
Der Chef der italienischen Ski-Damen muss ebenfalls seinen Posten räumen. Das Präsidium plant zwar weiterhin mit Tino Pietrogiovanna als Trainer, die Verantwortung für das Damen-Team erhält aber zukünftig der neue 'General Manager' Flavio Roda, der die gesamte Nationalmannschaft auf die kommenden Olympischen Spiele vor heimischem Publikum vorbereiten soll. Trotz der Erfolge junger Fahrerinnen wie den Fanchini-Schwestern sowie Lucia Recchia wurde Pietrogiovanna offenbar zum Verhängnis, dass er den 'Problemfall' Karen Putzer nicht lösen konnte.

Südtirol verliert an Einfluss
Mit der Entlassung von Thöni verliert das Südtirol, der mit Abstand erfolgreichste Landesverband Italiens, weiter an Einfluss im italienischen Skiverband. Auch im Vorstand hatte sich die Zahl der südtiroler Mitglieder bei den letzten Verbandswahlen von fünf auf drei verringert.