Die Veranstaltung begann am vergangenen Sonntag, dem 6. März, mit den Qualifikationsläufen zum Big Mountain am Mont Gelé in Verbier. Für die Freeskier galt es, ihre Route an der Westseite des Berges zu finden. Insgesamt sechs von der IFSA (International Freeskiing Association) akkredidierte Punktrichter bewerteten den Wettkampf. "Wir wollen, dass die Fahrer intelligente Linien finden, um sicher den Berg hinunter zu kommen. Außerdem zählen natürlich die Technik, Aggressivität, Kontrolle und Flüssigkeit des Laufs", erklärt der vorsitzende Richter Laurent Niol aus Frankreich.

Cory Zila begeistert in Qualifikation
Die Wetterbedingungen waren sehr stabil mit viel gutem Schnee - doch die extrem felsigen Hänge des Mont Gelé verlangten von den Teilnehmern trotzdem ein gutes Gespür für die richtige Linie. In den Qualifikationsläufen konnte besonders der Amerikaner Cory 'Blondy' Zila die Jury überzeugen. Der frisch blondierte Fahrer legte eine schnelle, aber kontrollierte Abfahrt hin und zeigte zum Schluss noch einen schönen Drop. Die besten 25 Fahrer der Qualifikation bekamen am zweiten Tag des Wettkampfs die Chance, sich mit den 25 im Voraus qualifizierten Athleten zu messen.

Robertson und Davenport die Sieger im Big Mountain
Am zweiten Tag wurde der Abfahrtsbereich für die Finals weiter auf die Westseite des Berges verlegt, wo ein noch anspruchsvolleres Gelände mit vielen Steilhängen auf die Teilnehmer wartete. Strahlend blauer Himmel erwartete Stars, Presse, Juroren und Zuschauer an der Talstation. Für die Finalläufe hatten die Fahrer die Wahl zwischen drei verschiedenen Startplätzen oberhalb des Abfahrtshangs. Bei den Damen konnte am Ende Shelly Robertson vom Mogul Ski Team triumphieren, die eine sehr flüssige Linie mit vielen perfekt gelandeten Sprüngen hinlegte. Das Resultat der Herren fasste Sieger Ted Davenport am Besten zusammen:
"Direkt nach dem Start hatte ich einen netten fünf-Meter-Sprung in einen Powder-Hügel. Das war der ideale Einstieg für den Mittelteil, wo ich einige enge S-Kurven gefahren bin. Zwischendurch hatte ich noch ein paar kleinere Airs über etwas Geröll. Zum Ende hin bin ich durch die No-Fall-Zone mit einigen schönen Kurven recht zügig durchgekommen und habe mir schon mal meinen Absprung für den großen Air am Schluss gesucht. Vorher hatte ich Ian McIntosh vom Start aus zugesehen - er ist eine vollkommen andere Linie gefahren als ich, etwas sanfter und weniger technisch. Ich war sehr gespannt auf seine Punktzahl. Auf dem gleichen Level fahren zu können wie er ist ziemlich cool für mich. Er ist so ein netter Kerl und ein guter Konkurrent.

Zweitplatzierter auch zufrieden
McIntosh aus Kanada zeigte sich mit seinem zweiten Platz ebenfalls zufrieden: "Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit meinem Lauf. Ich bin auf den Skiern geblieben und konnte alle Tricks zeigen dich ich geplant hatte. Mein Stil ist sehr schnell und flüssig, und ich denke, er gefällt den Zuschauern. Hier in Europa mögen sie ja Ski Alpin sehr gern, weil es so schnell ist - ich wollte zeigen, dass Freeskiing mindestens genauso schnell sein kann!"

Spannende Fights im Skicross
Am dritten Tag des Wettbewerbs ging's dann beim Skicross zur Sache. Wieder schien die Sonne - doch die einzige Wolke am ganzen Himmel hing direkt über der SkierX-Piste. 16 Athleten hatten sich für die Viertelfinal-Läufe qualifiziert, bei denen in vier Duellen und einem Vierer-Lauf im Finale die Sieger ermittelt wurden. Als Top-4 konnten sich am Ende die Franzosen Christian Crétier und Siman Bastelia, der Schwede Tommy Eliasson und der japanische Big Mountain Spezialist Daisuke Sasaki durchsetzen.

Sieg für Eliasson
"Riders ready, five seconds warning...go!!!" - so lautete das Startkommando und Crétier bewies seine gute Form direkt von Anfang an. Er kam als erster aus dem Tor, gefolgt von Bastelia, Eliasson und Sasaki. Bei halsbrecherischer Geschwindigkeit wartete Siman Bastelia auf eine günstige Gelegenheit Christian Crétier hinter sich zu lassen. Doch er riskierte zu viel und kollidierte mit seinem Landsmann, so dass Tommy Eliasson seine Chance nutze und an den beiden Franzosen vorbei als erster ins Ziel fuhr. Für ihn war es sein erster großer Sieg bei einem Freeskiing-Event: "Ich habe nicht damit gerechnet, hier heute zu gewinnen. Ich hätte auf Christian Crétier getippt, er hat ja auch die Qualifikationen gewonnen. Er war heute sehr stark - ich hatte glück, dass er mit Siman zusammengestoßen ist. Ich freue mich schon riesig auf die X-Games!"

Tolle Tricks im Slopestyle
Der vierte und letzte Wettkampftag war schließlich für den Slope Style Contest reserviert. Die Teilnehmer hatten gerade genug Zeit um sich aufzuwärmen, in den "La Chaux's" Park zu starten und einen möglichst perfekten Lauf hinzulegen bevor die Wolken die Sicht der Jury einschränkten. Die eindruckvolle Leistung an diesem Tag brachte der 18-jährige Europameister in der Halfpipe, Jean Laurent Ratchel aus Frankreich. Bewertet wurden Schwierigkeit, Technik, Flüssgkeit und Stil der Tricks und Sprünge.

Ratchel begeistert
"JL" startete mit einem schönen Switch Cork 540 Tail Grab über den ersten Kicker, gefolgt von einem smoothen Cork Screw 720 Tail Grab beim zweiten Sprung. An der C-Box zeigte er einen Rail Slide mit einem 270 als Abschluss, nahm wieder Fahrt auf und sprang einen wunderschönen 540 Grab über den letzten Kicker. Zum Schluss gab's schließlich noch einen Special Move mit einem 360, bei dem er sich aus der Rotationsachse drehte und noch einen Grab draufsetzte. "Das war mein erstes Mal beim Verbier Ride! Es ist sehr cool hier, am ersten Tag habe ich ein paar Englische Fahrer getroffen, dich ich im letzten Herbst beim London Ride kennengelernt habe. Diese Jungs fahren eigentlich nur auf Synthetik, aber ich habe sie heute auf echtem Schnee gesehen - und die können fahren! Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wiederkommen. Es hat sehr viel Spaß gemacht!"

Fahrer und Organisatoren blicken zufrieden zurück auf die fünfte Ausgabe des Verbier Rides, der in diesem Jahr deutlich an Niveau zulegen konnte - in allen Freeskiing-Disziplinen.

Ergebnisse:

Big Mountain
Damen: 1. Shelly Robertson (USA), 2. Giulia Monego (ITA), 3. Lorraine Huber (AUT)
Herren : 1. Ted Davenport (USA), 2. Ian McIntosh (CAN), 3. Brice Rollet (FRA)

Skier Cross
Herren: 1. Tommy Eliasson (SWE), 2. Christian Crétier (FRA), 3. Daisuke Sasaki (JAP)

Slope Style
Damen: 1. Katia Griffiths
Herren: 1. Jean Laurent Ratchel (FRA), 2. Carim Bouzenada (CH), 3. Mart Perendi (FIN)