Das war der Tag der Michaela Dorfmeister. Die Österreicherin siegte beim letzten Super-G der Saison und verwies die gesamte Konkurrenz auf die Plätze. Durch den Sieg beim Weltcup-Finale sicherte sie sich zudem die kleine Kristallkugel in dieser Disziplin. Den Tagessieg holte sich der ÖSV-Star in der Zeit von 01:12.38 Minuten vor ihrer Teamkollegin Marlies Schild (01:12.68 Min.) und Anja Pärson (SWE, 01:12.96 Min.). Beste Deutsche wurde Martina Ertl (SC Lenggries) auf dem sechsten Rang.

Spannung bis zur letzten Fahrerin
Wie bei den Herren am Vormittag war auch das Finale im Super-G der Damen hochspannend. Drei Fahrerinnen hatten vor dem Rennen noch berechtigte Hoffnungen auf den Sieg in der Disziplinen-Wertung. Zunächst fuhr Lindsey Kildow, die allerdings nicht die Zwischenführung übernehmen konnte und am Ende Vierte wurde. Dann war es an Renate Götschl, ihre Teamkollegin Dorfmeister mit einer guten Fahrt in Zugzwang zu bringen. Doch die Speed-Queen kam am Freitag nicht so gut zurecht und reihte sich am Ende hinter Kildow auf dem fünften Rang ein. Als letzte Fahrerin ging dann Dorfmeister an den Start. Und sie hielt dem Druck stand und legte eine tolle Fahrt hin. Gerade im schweren Steilhang bewies sie Mut und zog ihre Linie durch. Im Ziel war sie deutlich vorne und konnte jubeln.

Erste Super-G-Kugel für Dorfmeister
Durch diesen Sieg setzte sich Dorfmeister letztendlich deutlich in der Wertung durch. Sie gewann mit 77 Punkten Vorsprung vor Götschl, die allerdings schon am Donnerstag die Abfahrts-Kugel gewann und damit nicht mit leeren Händen nach Hause fährt. Dritte in der Disziplinen-Wertung wird Lindsey Kildow aus den USA. Für Dorfmeister war es die vierte Kugel, die sie in ihrer Karriere gewann. Vorher konnte sie bereits den Gesamt-Weltcup 2002 sowie die kleinen Kugeln in der Abfahrt und im Riesenslalom gewinnen.

Schild überrascht mit Rang zwei
Die beiden Wettbewerbe für Marlies Schild kommen eigentlich noch. Doch die österreichische Technikerin zeigte ihr Potenzial am Freitag auch im Super-G. Gleich mit der Startnummer eins nutzte sie den Vorteil der niedrigen Nummer und hatte eine glänzende Fahrt. Mit einer sehr guten Linie legte sie eine Zeit vor, die nur noch von Dorfmeister geschlagen werden konnte. Für Schild war dies der erste Podestplatz bei einem Speed-Rennen und sie wird im nächsten Jahr auch in dieser Disziplin zu beachten sein.

Pärson setzt sich ab
Grund zum Jubeln hatte auch Anja Pärson. Die Schwedin bewies wieder einmal ihre Klasse im Super-G und wurde Dritte. Die aktuelle Weltmeisterin in dieser Disziplin zeigte eine kraftvolle Fahrt und schaffte den Sprung auf das Podest. Ihre schärfste Verfolgerin, Janica Kostelic (CRO), hatte am Freitag nicht ihren besten Tag und kam nur auf den 15. Rang. Somit beträgt der Abstand zwischen den beiden Stars nun 89 Punkte und Kostelic muss auf die technischen Wettbewerbe am Samstag und Sonntag hoffen. Mit ihrem Sieg im Super-G schob sich Dorfmeister auf den dritten Rang in der Gesamtwertung, hat aber bereits über 200 Punkte Rückstand auf Pärson.

Ertl und Haltmayr in den Top Ten - Gerg ohne Punkte
Nach dem erfreulichen Abschneiden der DSV-Damen in der Abfahrt konnten sich die Athletinnen auch im Super-G über ein ordentliches Mannschaftsergebnis freuen. Martina Ertl kam nach ihrem zehnten Platz in der Abfahrt am Freitag noch weiter nach vorne. Am Ende fehlten ihr als Sechste nur 14 Hundertstel auf Rang drei. Auch Petra Haltmayr (SC Rettenberg) konnte wieder überzeugen. Mit einer guten Fahrt besonders im Steilhang landete sie auf Platz acht. Einzig Hilde Gerg (SC Lenggries) war nicht zufrieden. Sie hatte einige Fehler in ihrem Lauf und blieb als 20. sogar ohne Punkte.

Stimmen:

Petra Haltmayr: "Schwierig ist es, hier den Übergang zu erwischen und die Geschwindigkeit ins Flache mitzunehmen. Ich war im Steilhang gut, im Flachen hat es mich etwas gebremst und ich habe Zeit verloren. Insgesamt bin ich zufrieden mit der Saison, es kann immer besser gehen aber nach den vielen Kreuzbandrissen bei uns - man kann auch in der Reha sein."

Martina Ertl: "Der sechste Platz ist nicht so weit bis zum Podium. Es war nicht leicht heute, sehr drehend, was ich nicht so gerne mag. Ich bin aber zufrieden. Vielleicht gibt's noch eine Steigerung im Riesenslalom. Im Slalom war ich zuletzt nicht so gut in Form, aber im Riesenslalom erhoffe ich mir mehr."