Einen Doppelsieg gab es für die US-Speedfahrer beim letzten Super-G der Saison in Lenzerheide. Im Ziel wurden Bode Miller und Daron Rahlves zeitgleich mit 01:10,24 Minuten gestoppt. Dritter wurde der Österreicher Stephan Görgl in 01:10,29 Minuten. Das Rennen war sehr eng - die besten sieben Fahrer lagen innnerhalb von zwei Zehntelsekunden. Florian Eckert wurde als bester Deutscher 22.

Bode Millers Triumphfahrt
Der Amerikaner ging als Vorletzter auf die schwierige Silvano Beltrametti Piste und konnte wie gestern eine gute Mischung zwischen hohem Tempo und Liniensicherheit finden. Kraftvoll blieb er in den extrem steilen Kurven auf Kurs und machte im Schlussabschnitt noch weitere Zeit gut. Im Ziel leuchtete dann die '1' auf - zeitgleich mit dem bislang Führenden Rahlves. Zu diesem Zeitpunkt stand Hermann Maiers Fahrt allerdings noch aus - und damit der Super-G Weltcupsieg von Miller noch nicht fest.

Maier vergibt Kristallkugel im Steilhang
Hermann Maier musste nach Millers Führung mindestens Platz vier erreichen - und das gab ihm nur einen Spielraum von einer Zehntelsekunde. Diese Chance vergab der 'Herminator' bereits im Steilhang. Ein Quersteller warf ihn weit nach hinten. Maier konnte zwar im flacheren Schlussteil noch Zeit gutmachen - doch für ihn reichte es nur zu Platz neun. Damit zog Miller mit 470 Zählern im Super-G Weltcup an Maier (453) vorbei. Den dritten Platz belegt im Endklassement Daron Rahlves, der auf 362 Punkte kommt.

Erster Saisonsieg für Rahlves
Der letzte Super-G der Saison brachte den ersten Sieg für Daron Rahlves. 'Big D' fuhr dabei im Steilstück besser als sein Landsmann Miller. Auf hartem Untergrund zeigte er seine Klasse und setzte die beste Linie auf die Piste. Unten verlor Rahlves zwar auf Miller - blieb aber gemeinsam mit ihm vorne. Der Doppelsieg rundet den amerikanischen Triumph ab.

Raich kann Anschluss nicht halten
Auch im Gesamt-Weltcup ist eine Vorentscheidung gefallen. Benjamin Raich kam nur auf den elften Rang, nachdem er doch einige Schwierigkeiten mit der steilen Strecke hatte. Damit baute Bode Miller seinen Vorsprung auf 184 Punkte aus. Ihm genügt nun in den letzten beiden Rennen ein 14. Platz, um sich endgültig die große Kristallkugel zu sichern. Raich muss in jedem Fall die beiden ausstehenden Wettbewerbe gewinnen, um seine Minimalchance zu wahren.

Eckert kommt auf Platz 22
Kein fehlerfreier Lauf gelang Florian Eckert. Der Deutsche hatte sich für das Finale der Besten im Super-G beim Rennen in Kvitfjell qualifizieren können, hatte aber mit der extrem steilen Piste seine Probleme. Im Steilhang gelang es ihm nicht, die beste Linie zu halten. Sein Ausrutscher warf ihn zurück, zumal das Fahrerfeld sehr eng beieinander lag.

Routiniers ganz vorne dabei
Die Silvano Beltrametti Piste scheint den norwegischen Routiniers zu liegen. Lasse Kjus kam nach seinem Abfahrtssieg gestern heute auf Rang zehn. Mit nur elf Hundertstel Rückstand auf die Sieger wurde Kjetil Andre Aamodt sogar Fünfter. Auch der erfahrene Liechtensteiner Fahrer Marco Büchel beendete die Saison im Super-G mit einem Erfolgserlebnis. Auf Platz vier verpasste er das Podium nur um zwei Hundertstel.

Harter Schnee macht Fahrern zu schaffen
Lenzerheide servierte der Weltcup-Elite bei gutem Wetter eine deutlich härtere Silvano Beltrametti Piste als bei der Abfahrt am Donnerstag. In Folge war es für viele Fahrer noch schwerer, in den Speed-Kurven im Steilhang die Linie zu halten. Kraft und Mut waren erforderlich, um ganz nach vorne zu fahren - nicht alle Athleten brachten den auf. An Spannung und Atraktivität war der Super-G jedoch kaum zu überbieten.

Stimmen zum Rennen:
Marco Büchel: ich komme vom Riesenslalom, da liegt mir diese Strecke. Meine Motivation für heute war, dass die Saison bald vorbei ist.

Florian Eckert: Mit meiner Saison bin ich insgesamt zufrieden. Ich habe mich für das Weltcup-Finale qualifiziert, das ist gut. Heute hat es im Steilhang nicht gepasst. Da bin ich gefahren, als ob ich nicht skifahren könnte. Doch insgesamt war diese Saison eine gute Basis für 2006 - es kommt langsam wieder. Jetzt fahre ich noch die Meisterschaften, dann ein bisschen Pause und dann geht es auch schon wieder in die Vorbereitung.