Die Filmparty des Jahres hat in der gerade gewesenen Oscar-Nacht nicht in Hollywood, sondern im EW Zürich stattgefunden. Im Rahmen des Red Bull Hike and Ride 2005 wurde dort vor rund 1000 Partygästen der beste Kurzfilm des Events ausgezeichnet. Zum ersten Mal mit dabei: Los Americanos!

Explosionen am Set
Freeski-Legenden, SB-Jam-Ikonen und Pipe-Heroen - klingende Namen wie Shane McConkey (USA), Dani Costandaché (SUI), Giacomo Kratter (ITA), Chris Kröll (AUT), Stéphane Lochon (FRA) und Sven Kueenle (GER) - zum dritten Red Bull Hike&Ride trafen sich am 24. Februar sieben Teams aus sieben Nationen in Grindelwald! Ihre Mission: in 72 Stunden einen eigenen Film drehen, darin fahren, das Ganze schneiden und präsentieren. Unmöglich schien dabei kaum etwas. 'Explosionen, Emotionen, Ambitionen' schien das Motto der dreitägigen Session. Fürs Public Team - direkt per Auto aus Madrid und mit nicht minder spektakulären Namen wie David Garcìa Cristobal und Luis Gonzalez (ESP) - stand angesichts des schier übernatürlichen Fahrkönnens der Konkurrenz schnell einmal fest: "Wir müssen mit Kreativität überzeugen!"

Schauspielerisches Talent war gefragt
Inspiriert von den letztjährigen Siegern David Vincent und Yannick Amevet, wurde allgemein mehr Wert auf eine gute Story gelegt. In den Katakomben des Zürcher EWs, wo die Teams ihre Filme schnitten, machte deshalb schnell einmal das Gerücht die Runde, dass es sich beim Red Bull Hike&Ride 2005 wohl eher um ein Hike&Act handle. Bereits beim Briefing ließ Kratter-Begleiter Cristiano Longhi alias 'Gros' hollywoodverdächtiges Schauspieltalent durchblicken, gab sich äußerst siegessicher und verkündete ohne mit der Wimper zu zucken: "Vinceremo!" (Wir werden gewinnen!) Optimistisch und mit einigen Trümpfen in der Hand gingen auch die beiden Wahldavoser Dany Kistler und Dani Costandaché alias Costi ins Rennen. "Ich bin in Grindelwald schon viele Pipe-Events gefahren und habe alle gewonnen", so Costi lachend. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man vom Besuch beim Pyrotechniker und von schweißtreibender Fahrt mit hochexplosiver Ladung nach Interlaken-Ost.

Hollywood lässt grüßen
Was Ausstattung und Ideenvielfalt anbelangte, ließen sich die Teams nicht lumpen. Bärenkostüme wurden geschneidert, Schneemänner gebaut, Zaubertränke gemixt, Edelweiße und Schaufensterpuppen gekauft - Grindelwald bebte. Dass eine gute Vorbereitung die halbe Miete war, bewiesen die Amerikaner Shane McConkey und Chris Davenport. Schon beim Briefing mit Nicolas Hale-Woods hatten die Freeski-Legenden jede Szene des Films bis ins Detail geplant - Zuhörern wurde indes ganz mulmig. Vom Ski-Basejump war da die Rede, von Blut und geköpften Dummies! Amerikanischer Humor? "Tja, darin unterscheiden wir uns eben von den Europäern", meinten McConkey und Davenport nur grinsend. Die Frage, ob sie mit ihrem Streifen "DEATH - Dick Et Alphonse Trouvé Hiver" ironisch das Frankreich-Amerika-Verhältnis auf die Schippe nähmen, verneinen beide. "Wir machen hier keine Politik, wir fahren Ski!" Und wie! Mit erstklassigen Skiszenen und einer witzigen Story gewannen sie an der Premiere im EWZ nicht nur den Event, sondern auch einige Sympathien für Amerika. Grindelwald brachte Costi einmal mehr Glück. Für die technisch versiertesten Aufnahmen wurden Dany Kistler und Dani Costandaché mit dem Sony Master Shot Award ausgezeichnet und die Party, ja die gewannen die Italiener!

The Riders 2005:
  • Giacomo Kratter und Cristiano Longhi (ITA)

  • Stéphane Lochon und Julien Joud (FRA)

  • Dani Costandaché und Dany Kistler (SUI)

  • Sven Kueenle und Jonathan Pülz (GER)

  • Chris Davenport und Shane McConkey (USA)

  • Andreas Monsberger und Chris Kröll (AUT)

  • David Garcia Cristobal und Luis Gonzalez (ESP)