Nach dem Weltcup in San Sicario (ITA) gab es bereits erste Kritik am Super-G, der im Jahr 2006 die Olympiastrecke sein soll. Nun wollen einige Sportlerinnen den Super-G auf die Herrenstrecke im benachbarten Sestriere verlegen.

'Fraiteve Olympique' nicht olympiawürdig
Die Strecke ist den Aktiven zu wenig anspruchsvoll und damit nicht olympiawürdig. Die 'Fraiteve Olympique' hatte am vergangenen Wochenende den Charakter einer Autobahn. Daher werden beim Saisonfinale im schweizerischen Lenzerheide Renate Götschl (AUT) und Hilde Gerg zusammen mit einigen weiteren Fahrerinnen einen schriftlichen Antrag beim Internationalen Skiverband FIS einreichen, um den Super-G zu verlegen.

Attraktivität des Sports steht in Frage
Hilde Gerg betonte, ihr gehe es nicht um pesönliche Siegchancen beim Großereignis des nächsten Jahres. Der Skisport müssen sich aber attraktiv darstellen können. Das sei auf einer derart leichten Piste nicht möglich. Die Deutsche hatte mit einem dritten und einem fünften Platz in San Sicario durchaus überzeugen können. Mit Michaela Dorfmeister (AUT) und Janica Kostelic (CRO) wollen zwei weitere prominente Namen den Antrag unterstützen. Die Siegerin des Super-G, Anja Pärson aus Schweden, äußerte sich neutral. Wenn alle Fahrerinnen dafür seien, werde sie die Petition auch unterschreiben. Auslösen wolle sie die Sache aber nicht.

Strecke soll steiler werden
Derweil haben auch die Verantwortlichen auf die Kritik an der Strecke reagiert. FIS-Renndirektor Jan Tischhauser teilte mit, die Fraiteve Olympique werde noch steiler gemacht, wie es ohnehin bereits geplant war. Damit sei die Piste anspruchsvoll und olympiatauglich. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass nach 1994 erneut eine Steckenverlegung beschlossen wird. Damals war die Damenabfahrt bei der Winterolympiade in Lillehammer auf die Herrenstrecke nach Kvitfjell verlegt worden.