Nach den Speedrennen in Garmisch geht es auch bei den Technikern jetzt in die entscheidende Phase. Und auch der Kampf um den Gesamt-Weltcup-Sieg wird sich dieses Wochenende fortsetzen. Am 26. Februar steht ein Riesenslalom und am 27. Februar ein Slalom in Kranjska Gora (SLO) auf dem Programm.

Kann Raich aufholen im Gesamt-Weltcup?
In Garmisch konnte Benjamin Raich (AUT) seine zuletzt furiose Aufholjagd auf den Gesamtweltcup-Führenden Bode Miller (USA) nicht fortsetzen. Inzwischen hat dieser wieder 191 Zähler Vorsprung gesammelt. Doch die technischen Wettbewerbe waren zuletzt Raichs Domäne, während Miller oftmals ausfiel. Kann sich der US-Boy aber im Rennen halten, dann kann in Kranjska Gora bereits eine Vorentscheidung fallen. Nicht eingreifen kann der Garmisch-Sieger Michael Walchhofer (AUT), der seinen Start wegen einer Kniezerrung absagen musste und daher im Klassement wohl zurückfallen wird.

Alles offen im Riesenslalom-Weltcup:
Kranjska Gora ist Gastgeber des vorletzten Rennens im Riesenslalom in dieser Saison. In der Weltcupwertung dieser Disziplin ist eine Vorentscheidung noch nicht gefallen. Zwar hat Bode Miller derzeit mit 340 Punkten die Nase vorn, doch mit Thomas Grandi (CAN, 302), Massimiliano Blardone (ITA, 266) und Benjamin Raich (263) hat er gleich einige Top-Fahrer im Nacken. Für Miller gilt es also, das Ziel zu erreichen und damit seine Führung zu verteidigen.

Österreichische Dominanz im Slalom
Die einzige Weltcup-Disziplin, in der Bode Miller nicht um den Sieg kämpft, ist der Slalom. Nur einmal kam er in dieser Saison ins Ziel - und gewann prompt. Um die kleine Kristallkugel kämpfen dagegen drei ÖSV-Techniker: Benjamin Raich hat derzeit mit 442 Punkten und seiner extrem niedrigen Ausfallquote die besten Aussichten. Seine Landsleute Manfred Pranger (378) und Rainer Schönfelder (298) rechnen sich aber ebenso noch Chancen aus wie der beste Italiener Giorgio Rocca, der derzeit mit 290 Zählern geführt wird.

DSV hofft auf Punkte im Riesenslalom
Für die deutschen Fahrer Andreas Ertl und Felix Neureuther verliefen die Riesenslalom-Rennen bislang enttäuschend. Keiner von beiden kam in den bisherigen Rennen in die Wertung, damit ist man bei den DSV-Herren noch ohne Weltcuppunkt in dieser Disziplin. Besser sieht es im Slalom aus, wo Felix Neureuther versuchen wird, die Qualifikation für das Finale in Lenzerheide zu erreichen. Dazu muss er im Slalom-Weltcup mindestens Position 25 einnehmen, derzeit ist er 30. Dabei fehlte es Neureuther nicht am Speed zwischen den Stangen, sondern mehr an der Sicherheit. Zu oft schied der junge Deutsche in dieser Saison aus.

Slowenische Überraschung vor heimischem Publikum?
Die Zuschauer in Kranjska Gora werden ihre Stars anfeuern und diese sind zum Saisonfinale doppelt motiviert, noch einmal kräftig zu punkten. Denn die Weltcup-Finals in Lenzerheide (SUI) drohen ohne die slowenischen Herren stattzufinden. Notwendig ist dabei eine Platzierung unter den besten 25 der jeweiligen Disziplin. Ales Gorza liegt im Riesenslalom-Klassement auf Rang 27 noch in Reichweite, Mitja Valencic hat auf Position 47 wohl kaum noch Chancen auf eine Teilnahme in Lenzerheide. Im Slalom bangen Mitja Dragsic (26.), Jure Kosir (28.) und Andrej Sporn (35.)um die Fahrkarte in die Schweiz.

Rückblick 2004:
Das Vorjahr erlebte einen triumphierenden Bode Miller, der sich im Riesenslalom vor Alberto Schieppati (ITA) und den zeitgleichen Alexander Ploner (ITA) und Fredrik Nyberg (SWE) durchsetzen konnte. Im Slalom gab es einen überraschenden norwegischen Doppelsieg: Truls Ove Karlsen gewann vor Tom Stiansen und ÖSV-Mann Mario Matt. Es war der erste und bislang einzige Weltcup-Sieg für Karlsen.

Das Programm für Kranjska Gora 2005:
Samstag, 26. Februar: Riesenslalom der Herren
1. Durchgang ab 09.45 Uhr
2. Durchgang ab 12.30 Uhr
Sonntag, 27. Februar: Slalom der Herren
1. Durchgang ab 09.30 Uhr
2. Durchgang ab 12.15 Uhr

Wir werden von beiden Rennen in unserem Live-Ticker berichten.

Kranjska Gora - Zu jeder Jahreszeit reizvoll:
Kranjska Gora liegt auf nur 800 m Höhe am Fuße der Julischen Alpen. Dennoch hält sich der Schnee auf den bewaldeten, weiter unten baumfreien Hängen des Vitranc (1215 m) meist recht gut Der eingeschränkte Autoverkehr im Ortskern trägt noch mehr zu der absolut idyllischen Atmosphäre des in allen Jahreszeiten beliebten Kranjska Gora bei. Die Bergwelt bietet mit ihren Berghüten, markierten und gesicherten Wanderwegen tolle Wanderungsmöglichkeiten. Angeln und Jagd runden das Angebot ab.

Wintersport bis in den Mai möglich:
Die größten und bekanntesten Wintersportzentren sind Kranjska Gora, Krvavec, Bovec-Kanin, Bohinj, Maribor-Pohorje, Rogla und Bled. In einem guten Winter ist es möglich, von Dezember bis März, an manchen Orten sogar bis Anfang Mai, Ski zu laufen. Kranjska Gora hat fast 30 km Abfahrtspisten mit 20 Liftanlagen und parallel zum Ufer des Flüsschens Sava bis zu 40 km Langlaufloipen gespurt. Inzwischen sind auch Kanonen zum künstlichen Beschneien installiert worden.

Volles Programm auf und jenseits der Pisten:
Als Urlauber braucht man in dieser slowenischen Stadt im Dreiländereck zwischen Österreich und Italien wirklich auf nichts zu verzichten. Neben den Winteraktivitäten bieten sich z.B. Eisstockschiessen, Schwimmen oder Rafting an. Allerdings gibt es auch für Nichtsportler genug Gelegenheit in Casino, Cafe, Diskothek, Bar, Restaurant oder einem Geschäft Unterhaltung zu finden.