Die Weltcuprennen in Garmisch-Partenkirchen 2005 sind Geschichte. Das Veranstaltungs-Wochenende kann als voller Erfolg gewertet werden. Sportlich räumten die ÖSV-Stars fast alles ab; organisatorisch konnten die Verantwortlichen des Skiclub-Garmisch - speziell des Ok - nach Ende der Rennen sehr zufrieden sein.

ÖSV gewinnt alle drei Rennen
Überragende Nation in Garmisch waren die Österreicher. Sie gewannen alle drei Rennen und konnten am Samstag sogar einen Dreifach-Triumph feiern. Der neue Abfahrtskönig auf der Kandahar ist derweil Michael Walchhofer. Konnte er in der Vergangenheit bei vier Starts nicht einmal ins Ziel kommen, so ließ er sich 2005 als Doppelsieger feiern. Sensationell dabei war sein Sieg am Freitag, als er mit fast einer Sekunde Vorsprung vor seinem Teamkollegen Hermann Maier gewann. Etwas überraschend war der Sieg von Christoph Gruber beim abschließenden Super-G.

Nachwuchs macht auf sich aufmerksam
Auf der schwierigen Piste ließen auch die jungen Speedfahrer aufhorchen. Allen voran der Österreicher Mario Scheiber, der bei der eigentlichen Kandahar-Abfahrt am Samstag hinter Walchhofer auf den zweiten Rang fuhr. Dies war die beste Platzierung für ihn im Weltcup und zusammen mit Johann Grugger steht Scheiber für die Zukunft im ÖSV-Team. Doch auch die Kanadier zeigten sich von ihrer besten Seite. Nicht erst seit dem dritten Platz im Super-G von Francois Bourque sind die jungen Kanadier zu beachten. Sie sind mit Blick auf die Olympischen Spiele 2010 im eigenen Land auf einem guten Weg und werden dort eine schlagkräftige Truppe beisammen haben.

DSV mit mehr Schatten als Licht
Bei den Heimrennen hatten sich die deutschen Athleten einiges vorgenommen. Doch die vorderen Platzierungen blieben aus. In der Abfahrt kam Grödensieger Max Rauffer überhaupt nicht zurecht und konnte kein Spitzenresultat vorweisen. Besser machte es Florian Eckert, der bei zwei Rennen bester Deutscher war, aufgrund seiner hohen Startnummer aber auch nicht unter die ersten 20 fahren konnte. Im Super-G machte Felix Neureuther Hoffnung für die Zukunft. In seinem ersten Speedrennen im Weltcup fuhr er gleich als 26. in die Punkte und hat nun Appetit auf mehr. Eckert war zwar auch im Super-G bester DSV-Athlet, hatte sich aber im Vorfeld mehr ausgerechnet. Die Nachwuchsfahrer Johannes Stehle und Stephan Keppler, an allen drei Tagen am Start, konten keine Weltcup-Punkte einfahren, enttäuschten aber auch nicht und werden weiter an sich arbeiten müssen.

Lob an die Verantwortlichen
Uneingeschränktes Lob darf man an dem Veranstalter aussprechen. In den Tagen vor den Rennen hatte es jede Menge Neuschnee gegeben, doch dies konnte die fleißigen Helfer nicht daran hindern, eine perfekte Piste zu präsentieren. Alle Athleten, Trainer und Funktionäre konnten nur staunen, was Garmisch-Partenkirchen wieder einmal auf die Beine gestellt hatte. Eine perfekte Organisation, Glück mit dem Wetter und tolle Zuschauer machten die drei Renntage zu einem vollen Erfolg. Zudem zeigten die Skistars um Bode Miller und Hermann Maier fantastischen Skirennsport. Krönung war der Super-G, der an Dramatik kaum zu überbieten war. Den Sieger, Christoph Gruber, und den 21., Mario Scheiber, trennten am Ende weniger als eine Sekunde und Gruber sicherte sich den Sieg mit dem winzigen Vorsprung von einer Hunderstel.

Auch Rahmenprogramm konnte sich sehen lassen
Neben dem Sport gehört zu einem Weltcuprennen ein gutes Rahmenprogramm. Und auch hier ließ sich Garmisch-Partenkirchen wie immer nicht zweimal bitten. Ob es die Weltcup-Party auf dem Kongress-Platz war, bei der gute Stimmung herrschte und Stars wie DJ Bobo oder DJ Ötzi auftraten oder ob es das Programm an der Strecke war, bei dem die Zuschauer vor, während und nach den Rennen bei Laune gehalten wurden. Nicht zuletzt wusste das Skihaserl-Event 2005 unter der Federführung des Internetportals 'star2com' zu gefallen, bei dem das schönste 'Skihaserl' Deutschlands gewählt wurde. Auch als Journalist fühlte man sich gut aufgehoben. Das Pressezentrum war großräumig angelegt und die Mitarbeiter des OK immer freundlich und hilfsbereit.

Werbung für den Skisport
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Veranstaltung in Garmisch-Partenkirchen eine Werbung für den alpinen Skisport war. Das Rennwochenende war ein weiterer Baustein für die Bewerbung von Garmisch um die Ski-WM 2011 und kann als Vorbild für andere Weltcup-Orte gelten, denn so machen Weltcuprennen Spaß.