Die Kroatin Janica Kostelic krönte ihre Leistungen bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften mit dem Sieg im Slalom der Damen in Santa Caterina (ITA). Sie gewann in der Gesamtzeit von 01:47.98 Minuten vor der Finnin Tanja Poutiainen (01:48.16 Min.) und Sarka Zahrobska (CZE, 01:48.65 Min.). Alle drei gestarteten DSV-Damen schieden aus.

Auch Krankheit kann Kostelic nicht stoppen
Janica Kostelic hatte im Vorfeld des Slaloms ebenso wie Anja Pärson (SWE) mit einer Grippe zu kämpfen. Doch beide gingen an den Start und lagen nach dem ersten Durchgang auf den Plätzen zwei und drei hinter der Führenden Poutiainen. Während Pärson im Finale ausschied, drehte Kostelic noch einmal auf und sicherte sich den Sieg. Sie profitierte sicherlich auch von der Kurssetzung im Finale, denn ihr Vater steckte den Kurs für den zweiten Durchgang aus.

Dreimal Gold für Kostelic
Mit diesem Sieg holte sich die Kroatin ihre dritte Goldmedaille bei diesen Weltmeisterschaften. Nach den Siegen in der Abfahrt und der Kombination verteidigte sie ihren Titel im Slalom. Damit hat Kostelic nun bereits fünf Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und dreimal Gold bei Olympia geholt.

Wieder Silber an Poutiainen
Nach dem ersten Durchgang lag Tanja Poutiainen noch in Führung. Im Finale leistete sie sich jedoch einige kleinere Fehler und musste sich mit Silber zufrieden geben. Nach dem Riesenslalom war dies die zweite Silbermedaille für die Finnin. Sie kann sich nun ganz auf den Gesamt-Weltcup konzentrieren, den sie anführt.

Erfolgreicher Nachwuchs
Der Slalom der Damen stand ganz im Zeichen des aufstrebenden Nachwuchses. So ging die Bronzemedaille an die 19-jährige Tschechin Sarka Zahrobska, die damit die erste Medaille für Tschechien bei einer Ski-WM holte. Auch die 18-jährige Österreicherin Kathrin Zettel ließ mit dem vierten Rang aufhorchen. Sie war damit beste ÖSV-Athletin. Und auch Therese Borssen (SWE) und Resi Stiegler (USA) auf den Plätzen fünf und sechs konnten überzeugen.

Annemarie Gerg im Finale
Annemarie Gerg war als einzige deutsche Fahrerin im Finale dabei. Im ersten Durchgang zeigte sie einen verhaltenen Lauf und lag auf dem elften Rang. Im Finaldurchgang war sie vom Pech verfolgt und schied nach einem Fehler im oberen Teil aus.

Bergmann-Schmuderer auf dem Weg zur Bestzeit ausgeschieden
Besonders ärgerlich verlief das Rennen für Monika Bergmann-Schmuderer. Die Slalom-Spezialistin war im ersten Durchgang mit der Startnummer vier ins Rennen gegangen und legte eine klasse Fahrt hin. Sie war auf dem Weg zur Bestzeit, als sie bei der Vertikalen kurz vor dem Ziel zu direkt fuhr und das drittletzte Tor verpasste. Auch Martina Ertl konnte im ersten Durchgang den Lauf nicht beenden. Sie bekam nach wenigen Fahrsekunden einen Schlag und verpasste ein Tor.

Acht der besten 15 im ersten Durchgang raus
Überhaupt war der erste Durchgang äußerst turbulent. Aus der ersten Startgruppe schieden nicht weniger als acht Läuferinnen aus, darunter auch die Mitfavoritinnen Marlies Schild (AUT), Elisabeth Görgl (AUT) und Kristina Koznick (USA). Viele von ihnen scheiterten an der gleichen Stelle kurz vor dem Ziel.

Schweizer Team wieder nicht vorne dabei
Eine weitere Enttäuschung musste auch das Schweizer Team hinnehmen. Ihre einzige Hoffnung Sonja Nef erwischte es bereits im ersten Durchgang. Sie verpasste schon nach wenigen Sekunden ein Tor und schied aus. Dies könnte der letzte Auftritt der Schweizerin bei einer WM gewesen sein, denn Nef liebäugelt mit dem Karriereende.

Stimmen zum Rennen

Monika Bergmann-Schmuderer: "Natürlich ist der Ausfall schade, aber man kann jetzt nichts mehr ändern. Ich bin zu direkt gefahren und habe zu viel riskiert. Ich musste attackieren, denn lieber scheide ich aus, als dass ich irgendwo im Mittelfeld lande."

Martina Ertl: "Dieser Ausfall ist nicht so schlimm wie der vierte Platz im Riesenslalom. Ich musste alles riskieren, um nach vorne zu fahren. Oben ging alles so schnell, ich weiß gar nicht, was da passiert ist. Schade ist es für die Monika, denn die hatte einen guten Lauf."

DSV-Cheftrainer Wolfgang Maier: "Monika hätte ihr bestes Resultat der Saison erzielen können. Das war eine gute Vorstellung von ihr. Natürlich hätten wir hier gerne eine Medaille gewonnen, doch es sollte nicht sein. Wir haben das Ziel nicht erreicht und das ist nicht zufriedenstellend. Wir suchen die Fehler aber nicht bei anderen, sondern wir haben es als Team nicht geschafft. Diese WM stand einfach unter keinem guten Stern mit den Kreuzbandrissen, dem Diebstahl und anderen Sachen. Doch dieses Team hat Substanz und wir kommen zurück."